Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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Nach der Wahl
(und nach der Prognose):

Landslide ― but no Spot Landing

[Updated Intro Nov15] 50 Staaten sowie das Disctrict of Columbia haben gewählt.1) Von diesen 51 Rennen wurden in der Dichtheit & Wahrung-Wahlprognose 49 Staaten korrekt in ihrem Ausgang vorhergesagt. Bei zwei Staaten lag die Prognose falsch: Indiana und North Carolina wurden hier für McCain gewertet, wählten aber mit hauchdünner Mehrheit Obama. 512 Electoral Votes wurden damit korrekt prognostiziert (blau dargestellt), 26 falsch (rot).

Es wurden hier 338 Electoral Votes für Obama (200 für McCain) vorhergesagt. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass die Prognose »Luft nach oben« eher für Obama als für McCain sehe. Das tatsächliche Ergebnis lautet nun 364:174. Die Prognose hat damit den Trend richtig vorausgesagt und in fast allen Staaten richtig gelegen. Sie hat die Dimension des Landslides erkannt; eine Punktlandung ist ihr allerdings nicht gelungen. [Ende Update]

[Altes Intro:] 50 Staaten sowie das Disctrict of Columbia haben gewählt. 48 Rennen hiervon sind ausgezählt bzw. gelten als entschieden. Alle diese Rennen wurden durch die Dichtheit & Wahrung-Prognose korrekt in ihrem Ausgang vorhergesagt. Obama wurden 338 Electoral Votes prognostiziert. Das ist der derzeit aktuelle Stand.

Drei Staaten sind allerdings noch too close to call: Indiana, North Carolina, Missouri. Alle diese Staaten wurden durch die Dichtheit & Wahrung-Vorhersage für McCain prognostiziert. In Missouri scheint sich dieser Trend zu bestätigen. In Indiana und in North Carolina zeichnet sich derzeit jedoch hauchdünne Mehrheiten für Obama ab.

Auch wenn diese drei Rennen für den Wahlausgang unerheblich sind, gilt es den Ausgang weiter zu beobachten, denn die D&W-Wahlprognose könnte nach den aktuellen Zahlen um 26 bis 31 Wahlmännerstimmen zu niedrig für Obama ausgefallen sein. Da die Prognose allerdings »Luft nach oben« eher für Obama als für McCain annoncierte, wäre sie auch dann in ihrem Trend bestätigt. (Diese Trendaussage bezog sich insbesondere auf North Carolina.) [Nachtrag: IN wurde soeben für Obama ausgerufen, NC und MO sind nach wie vor nicht entschieden. Obama hat damit 349 Wahlmänner.]


Abgesehen von North Carolina und Indiana ― die neben Missouri als die engsten Rennen galten und auch hier so eingeschätzt wurden ― kann man rückblickend sagen: Es war ein komplett überraschungsfreier Abend. McCain konnte keinen einzigen Bodengewinn machen, Obama zeigte keine Schwäche. Dass die Nacht trotzdem sehr inspirierend wirkte, lag zum einen an der puren operationellen Schönheit dieses politischen clean sweeps, die innerlich verdorbene Menschen wie mich mit romantischen Gefühlen durchrauscht wie andere ein farbenfroher Sonnenuntergang am Meer. Zum anderen lag es an der historischen Dimension dieser Wahl, die ja wie kaum eine andere mit Hoffnungen und Erwartungen verknüpft ist, die schon bald an der harschen politischen Wirklichkeit zerschellen könnten.

Was könnte dem künftigen Präsidenten die harte politische Wirklichkeit etwas einfacher machen? Klare Mehrheiten im Kongress. Die Prognosen amerikanischer Medien sind sich derzeit nicht einig, ob die Filibuster-sichere Senatsmehrheit von 60 Sitzen für die Demokraten noch möglich ist. Manche sehen die Republikaner bei 40, andere bereits bei 41 Senatssitzen. Die Demokraten stehen derzeit bei 56 Sitzen. Das macht drei bis vier noch offene Rennen. Die Republikaner haben bislang bereits fünf Sitze an die Demokraten verloren. Auch hier heißt es weiter abwarten.

Im Repräsentantenhaus ist das Verhältnis momentan 252 zu 172. Die Demokraten haben den Republikanern bislang 18 Sitze abgenommen. 11 Rennen sind noch unentschieden. Zudem wurden dem Trend nach voraussichtlich 7 demokratische und 4 republikanische Gouverneure gewählt.

McCain hatte ja auf den letzten Metern des Wahlkampfes noch versucht, die Angst vor der Ein-Parteien-Dominanz zu schüren. Wie meist war das auch diesmal die Strategie eines Verlierers: Wenn ich Euch schon nicht davon abhalten kann, demokratische Senatoren zu wählen, dann wählt doch wenigstens einen Republikaner zum Präsidenten. Warum nicht mich?

Obama hat zwar zwei Kriege, ein gigantisches Haushaltsdefizit, eine Finanzkrise und eine eigene Bowlingbahn geerbt, findet sich aber in einer von seiner Partei dominierten politischen Landschaft wieder. Das kann, muss aber nicht immer ein Vorteil sein. Zum einen wird er daran gemessen, inwieweit es ihm gelingt, das offenkundig nach wie vor gespaltene Amerika zu einen und sich auch mit dem konservativen Amerika zu versöhnen. Hierzu muss er präsidial und nicht parteipolitisch agieren. Auf der anderen Seite wird er sich jedoch nahezu unbegrenzten Begehrlichkeiten seiner eigenen Parteifreunde ausgesetzt sehen, die die güngstige politische Landkarte ausnutzen und manche Scharte der letzten Jahre auswetzen wollen. Das alles macht es nicht einfacher für Obama.
________
1) Missouri ist das neue New Mexico. Aus dem Staat gibt es immer noch kein amtliches Endergebnis, aber der (knappe) Vorsprung McCains ist seit 11 Tagen konstant, um nicht zu sagen: unverändert. Ich habe die Faxen jetzt dicke und erkläre MO für McCain, damit wir das Kapitel US-Wahl hier einmal abschließen können..












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