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Draußen in Outloggistan. Ende Januar geht's hier wohl weiter.
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die uns auseinanderreisst Notizen von den 50. Nordischen Filmtagen Lübeck
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In diesem Beitrag werden Sie wenig über mein zugegebenermaßen gutes Aussehen erfahren, nur so viel: Ich war zu den 50. Nordischen Filmtagen Lübeck ohne besondere Absicht mit meinem Schatzkanzler-Anzug und einem Sechstagebart angereist, den ich mir zwei Tage später allerdings entnervt wieder abnahm, weil ich nicht länger mit Samuli Vauramo verwechselt werden wollte, der sich für eine finnische Fernsehserie gerade ebenfalls so eine Fliese hatte stehen lassen. (Das »ebenfalls« bezieht sich auf »Fliese«, nicht auf »Fernsehserie«. Ich mache keine Fernsehserien. Man bietet mir ja auch keine an.) Apropos Fernsehserien: Samulis Geschichte, wie er als Kind im finnischen Fernsehen mit unsynchronisierten Folgen von »Der Alte« Deutsch gelernt hat (»Was denken Sie, Herr Kommissar?«), war bei der dritten Wiederholung nicht mehr ganz so charmant wie vor zwei Jahren. Aber Fernsehserien geht’s ja nicht anders. Zuvor hatte ich mir klugerweise schon die Haare abschneiden lassen, damit ich nicht auch noch mit Rolf Kristian Larsen verwechselt werde (der ja bekanntlich aussieht wie ein Jugendfoto von mir plus Zahnlücke). Ich weiß nicht, ob mit Erfolg, auf jeden Fall bin ich nicht mit »Hej Rolf!« angesprochen worden, sondern nur mit »Nein, die Glocke bedeutet bei uns nicht ›Last Orders‹, sondern ›Ende des Ausschanks‹!«. Darauf muss man ja auch erstmal kommen. Und Ausschank gab es so einigen: Eröffnungsempfang, Baltischer Empfang, Skandinavischer Empfang und Filmpreisnacht mussten gewissenhaft durchgearbeitet werden, mit allen Konsequenzen für die Konzentrationsfähigkeit für den nächstmorgendlichen 10-Uhr-Slot. Der Kutter wurde wie in jedem Jahr bei den Nordischen Filmtagen ausgestattet von der Galenus-Apotheke. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich mir in diesem Jahr keinen Dokumentarfilm angesehen, nicht einmal »Lotman's World«, den ich aber noch nachholen werde. (Dafür kannte ich aber immerhin schon »Punksters & Youngsters« und »Heima«.) Zu meiner eigenen Überraschung habe ich in diesem Jahr also ein reines Spielfilmpensum absolviert. Die Höhepunkte folgen im Schnelldurchlauf; Filme, die ich an anderem Ort gesehen habe (etwa »O'Horten« oder »Låt den rätte komma in« (»So finster die Nacht«), die jetzt in Deutschland anlaufen) sowie Filme, bei denen ich eingeschlafen bin oder denen ich sonstwie nicht folgen konnte (z.B. »Maria Larssons eviga ögonblick«), lasse ich außen vor, ohne dass damit eine Wertung vorgenommen sein soll. Sie wissen ja: Im Kino schlafen heißt dem Film vertrauen. Nicht vertraut, und dies meist zu Unrecht, habe ich folgenden Filmen: ![]() Dass die Nordischen Filmtage heuer zum 50. Mal ausgerichtet wurden, hatte die Veranstalter bereits im Verlauf des Jahres zu einigen schönen Aktionen animiert. Davon haben wir uns selbst überzeugt, etwa im Juni beim Open-Air-Kino-Picknick mit schwimmender Riesenleinwand auf dem Krähenteich oder im September bei einer Autokinonacht auf dem Marktplatz. Die Filmtage selbst bestachen dann wieder durch das, was sie jedes Jahr so angenehm macht: ein No-Bullshit-Festival, das mit Leidenschaft gemacht und vom Publikum gern in Besitz genommen wird. No Bullshit heißt: Man kann es sich leisten, auf rote Teppiche zu verzichten (hat aber trotzdem einen), die Empfänge sind sympathisch unprätentiös, die Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm wie der Drehbuch-Workshop sind uneitel und sachlich. Die Filmtage sind ein unaffektiertes, aber keineswegs unambitioniertes Festival, das selbst zum 50. Jubiläum angenehm bescheiden auftritt. Und diese norddeutsche Bescheidenheit kann man sich leisten in Lübeck, denn sie steht einem Festival, bei dem die Filme glänzen und nicht der Flohzirkus drumherum, ganz ausgezeichnet.
XXXI. Lieferung Ob es nicht noch etwas zu früh sei für die Midlife Crisis, wurde ich gefragt, als ich von meinem Plan erzählte, wieder mit dem Skateboardfahren anzufangen. Die Midlife Crisis?, dachte ich. Gibt's da etwa nur eine? »Die Mitte des Lebens definiert sich notwendig aus dessen Gesamtdauer, und bei meinem Lebenswandel sollte man diese besser nicht zu spät ansetzen«, antwortete ich. Im Kopf verdoppelte ich mein momentanes Alter, Die Mitte des Lebens ergibt sich aus dessen Gesamtdauer. Man sollte sie nicht zu spät ansetzen.das sich irgendwann einmal in jenem öden Niemandsland zwischen Nochrechtjung und Altersack verfahren hatte. Ich erschrak und mixte mir sogleich noch einen Gintonic.
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Okay, der ei-gent-liche Grund, warum ich regelmäßig (Dauerkarte, Block W17) zu Hannover 96 ins Niedersachsenstadion gehe, ist ja nicht die spielerische Qualität des auf dem Rasen Dargebotenen (ha, das kann einem nun keiner vorwerfen!), sondern weil im Refrain der Stadionhymne nach der titelgebenden Refrainzeile »Sechsundneunzihig, alte Liebe« ein schleifender Old-School-Synthie-Streicher-Sound einsetzt, den ich ansonsten überhaupt nur einmal und dann nie wieder gehört habe, und nämlich auf dem ersten Freddie-Mercury-Soloalbum »Mr. Bad Guy« von 1985, das ich damals ― junge Menschen aufgemerkt!― auf MC besaß.
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Am Schlagzeug damals übrigens Curt Cress. Im Block W17 in der Reihe hinter mir übrigens Daisy Duck auf Speed.
»Waltz with Bashir« ist ein Film, der zeigt, wie uns Verdrängung sehr wohl über Wasser hält. Dass man aber nicht ein Leben lang auf See bleiben kann, sondern immer irgendwann wieder an Land muss (um mal im Bild zu bleiben). Ein beeindruckendes Dokument über die Aufarbeitung von Kriegstraumata und Kriegsverbrechen, dass eine tiefe
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Ich habe einige Zeit meines Lebens mit der Interpretation und mit Interpretationen von Kafkas »Verwandlung« zugebracht. Aber Kingsley Amis' Deutung, über die ich erst jetzt und zufällig und nur beiläufig gestolpert bin, wonach das alles die (bestgelungene) literarische Verarbeitung eines tüchtigen Katers (im veisalgisch-toxischen Sinne) sei, erscheint mir bei näherer (ich möchte nicht sagen: nüchterner) Betrachtung als zunehmend
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