Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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Aber wer ist schon Berliner?
Zum Freitag

Wer heute in eine Zeitung investiert und dann sagt, die Zeitung müsse „wachsen, um zu überleben“, der kann es sich erlauben, auf den marktschreierischen Hinweis zu verzichten, dass der Rest der Presselandschaft den entgegengesetzten Weg eingeschlagen hat. (Note to self: Landschaften können keine Wege einschlagen.) Jakob Augstein, der den Freitag akquiriert hat und nun bei Blattumfang, Redaktion und Online-Auftritt auf Wachstumskurs statt auf Schrumpfkur gegangen ist, tut gut daran, nicht allzu sehr damit anzugeben. Denn auch heute wandelt man als Mitarbeiter dieser Zeitung nah an der Schwelle zur Selbstausbeutung, hört man. Trotzdem muss man den Mut zum Investment in schwieriger Zeit anerkennen. Kaum eine Branche zeigt so wenig Sinn für antizyklisches Handeln wie die Medienbranche. Deshalb sollte Augstein auch nicht befürchten müssen, von seiner Redaktion auf Aufgabe seiner Doppelfunktion als Verlagsgeschäftsführer und Mitglied der Chefredaktion verklagt zu werden. (Kleiner Scherz meinerseits.)

Ich fühle mich dem Freitag auf unbestimmbare Art verbunden. In seinem westdeutschen Vorläufer, der Volkszeitung, stand in den achtziger Jahren mal was von mir drin. In der Volkszeitung las ich, glaube ich, zum ersten Mal Georg Seeßlen. Die Fusion mit dem ostdeutschen Sonntag fand ich zunächst verheißungsvoll. Aber musste man gleich eine „Ost-West-Wochenzeitung“ daraus machen? Wiedervereinigung war doch auch so schon genug. Also für Berliner mag das ja eine spannende, vielleicht auch zwingende Idee gewesen sein. Aber wer ist schon Berliner? Mir ging die neue Zeitung zu sehr auf Befindlichkeitssuche. Viele Beiträge der ehemaligen Sonntag-Autoren empfand ich als unfokussierte Nabelschau. Das war sicherlich unfair, aber so genau wollte ich es dann einfach nicht wissen. Gehörte vielleicht doch nicht zusammen, was da zusammen gewachsen war?

Ich habe mein Abonnement irgendwann gekündigt und den Freitag seither nur noch sehr sporadisch gekauft. Immer wieder fand ich sehr kluge Artikel darin. Und doch fand ich das Gesamtpaket eher langweilig. Natürlich ist auch das kein qualifizierter Einwand, natürlich ist auch das vor allem: Befindlichkeit. Und natürlich war die Volkszeitung vorher auch keine bessere Zeitung, das nun wirklich nicht. Man hat sich halt auseinandergelebt.

Dass die „Ost-West“-Idee nun zurückgefahren wird, finde ich klug. Das guardianeske Layout scheint ganz hübsch zu werden. (Ich bin sowieso einer, der alles liest, solange die Typographie schön ist.) Dass der Online-Countdown für den Relaunch von einem Sponsor präsentiert wird, finde ich nicht erschreckend. Dass nun im Blatt verstärkt die Leser zu Wort kommen sollen, ist… bemerkenswert. Aber bemerkenswert war die Sache mit der „Ost-West-Wochenzeitung“ ja irgendwann auch mal.

Man kann die angekündigte Aufnahme von Leserstimmen in die gedruckte Ausgabe natürlich als billige Möglichkeit der Seitenbefüllung abtun. Will ich aber gar nicht. So oder so verspreche ich mir nicht viel davon: Wenn mich Privatmeinungen und allgemeine Klugscheißereien interessieren würden, würde ich Weblogs lesen oder meinetwegen Leserbriefe in Zeitungen und Kommentare in deren Online-Ausgaben. (Mache ich übrigens nie.) Aber ich kaufe keine Zeitung, um zu lesen, was ihre Leser denken. (Diese Pein!) Und ich habe meinerseits auch nie das Bedürfnis empfunden, zu den Lesern der Zeitungen zu sprechen, die ich lese. (Und ich hatte das Gefühl, dass auch die ganz gut damit leben konnten.) Sonst hätte ich mich ja gleich in das Rupfgefieder des gemeinen Medienproletariats einreihen und Journalist werden können! Nein, die sollen ihren Job machen, ich mache meinen.

Hätte ich dieses Mitteilungsbedürfnis, würde ich wohl ein Weblog führen. Das tue ich zwar gelegentlich, aber selbstverständlich aus völlig anderen Gründen. (Ich habe übrigens nie zu denjenigen gehört, die nur Empörung für den Weblogs-Klowände-Vergleich übrig hatten. Er kam mit Sicherheit vom falschen Mann im falschen Zusammenhang, aber die meisten, die da aufschrien, schienen mir zu Recht getroffen zu sein.) Der Magnum-Philosoph Harry Calahan sagte einmal: Opinions are like assholes. Everybody has one. Aber möchte man auch damit behelligt werden?

Apropos Klugscheißerei: Das Bedürfnis, sich zum neuen Freitag zu äußern, eine Woche bevor er überhaupt zum ersten Mal erscheint, ist natürlich nichts anderes als genau das. Und passt daher viel besser in ein Weblog als in ein Druckwerk. Aber ich liege ja auch gern mal voll daneben, einfach weil es so selten passiert, und das gelingt am besten nun mal dann, wenn man sich vorab völlig ahnungslos äußert. Was hiermit geschehen sei.

Und dann muss ich doch ehrlicherweise auch noch sagen, dass es mich wirklich neugierig macht, was aus dem Freitag wird. Und wann war ich bitte schön zum letzten Mal neugierig auf eine Zeitung? Zeitungen nimmt man so hin wie die Tatsache, dass das Wasser aus der Leitung kommt, es geht halt nicht ohne, Einzugsermächtigung, gelegentliche Verstopfung im Abfluss bzw. die Altpapiertüte reisst. Wir schalten jetzt um in den Leitartikelmodus.

[Leitartikelmodus] Der Neustart des Freitags, das Wachsen fürs Überleben sind ein Wagnis in einer Zeit, die nicht zu Wagnissen einlädt. Das verlangt Mut und verdient Respekt. [/Leitartikelmodus] Ich fühle mich dem Freitag immer noch auf unbestimmbare Weise verbunden. Habe ich schon erwähnt, dass ich neugierig bin?

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