Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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Dichtheit & Wahrung,
XXXIII. Lieferung

Sarrazin-Edition

Und wieder einmal, wie schon bei Möllemann &al., erhebt sich eine Diskussion darüber, was man in Deutschland sagen darf und was man in Deutschland nicht sagen darf. Aber weil ich Herrn Sarrazin noch immer nicht mit Handschellen abgeführt und auf die Blumeninsel Mainau deportiert gesehen habe, stelle ich beruhigt fest, dass man offenbar auch heute noch jeden Unfug in Deutschland sagen darf, ohne dass man sich ernsthafte Sorgen über den Zustand der bürgerlichen Grundrechte machen müsste. Das ist nämlich Deutschland hier.

[¶]
»Was darf man in Deutschland sagen?« fragt (so oder so ähnlich, ich habe ein schlechtes Gedächtnis, das ich bestimmt nicht dadurch kompensieren werde, dass ich mir ein dickes Bündel Altpapier vom Kiosk mit nach Hause schleppe) Die Zeit auf ihrer Titelseite, und mein erster Gedanke ist: In einem Land, in dem diese Frage berechtigt ist, kann man sie für gewöhnlich nicht laut aussprechen oder auf eine Titelseite drucken. Kleine Faustregel, nichts zu danken.

[¶]
Sich erst mit großer Geste aufzuplustern und »unbequeme Wahrheiten« in die Welt zu kannten, um sich, sobald sich auch nur etwas oder auch etwas mehr Widerspruch regt, sogleich als verfolgte Unschuld vom Lande, in dem man nichts mehr sagen dürfe, aufzuführen: Das ist wohl der jämmerlichste Wesenszug an diesen bürgerlichen Barrikadenstürmern und ihrer Claque, von denen uns jedes Jahr ein neuer Held vorgeführt wird. Kämpft wenigstens wie Männer, Ihr Schmollwinkeladvokaten! Aber auf unbequeme Wahrheiten stehen die nur solange, bis es für sie unbequem wird. Immer austeilen, nie einstecken.

[¶]
Meinungsfreiheit ist nicht Narrenfreiheit, und Folgenlosigkeit ist die am lautesten gähnende Form der Bedeutungslosigkeit. Würde es nicht unbequem werden, würde es keine lebhafte, ja heftige Diskussion über Inhalt und Tragbarkeit geben, wenn man ach so kontroverse Thesen in die Welt bläst, dann hieße es nur, dass das alles letztlich vollends egal und bedeutungslos gewesen wäre, und so möchte der Herr Sarrazin seine Diskussionsbeiträge ja bestimmt nicht eingeordnet wissen, gell?

[¶]
Was heißt überhaupt »unbequeme Wahrheiten«? Lassen wir den Begriff der Wahrheit mal außen vor, davon verstehe ich nichts. Aber von unbequem verstehe ich etwas. Das heißt meist soviel wie schlecht sitzend oder schlecht verarbeitet. Unbequemlichkeit ist eine Folge von schlechter Qualität.

[¶]
Was macht eigentlich Arnulf Baring?

[¶]
Und doch muss man Thilo Sarrazin dafür danken, dass er einen wichtigen Beitrag geleistet hat, um die Phrasen vom »Stammtisch-Geschwätz« und »Stammtisch-Niveau« einmal ihrer ganzen Hohlheit zu überführen. Denn natürlich ist, wie wir hier sehen, dummes Geschwätz mitnichten ein Privileg der Plebs. Im Gegenteil wird der nassforsche Ton in den gesellschaftspolitischen Debatten, von »Diskurs« möchte man hier ja gar nicht reden, längst von den bürgerlichen Rängen vorgegeben, die damit ein offenkundiges ideologisches Vakuum zu füllen suchen. Wenn etwa die Wortführer der sich gerade formierenden neuen Regierungsmehrheit einen konstitutiven Teil ihres Weltbildes, nämlich den schönen Begriff des Leistungsträgers mittlerweile soweit sinnentleert haben, dass sie ihn im pflichtschuldig absolvierten Wahlkampf weitgehend nur noch mit »dem Spitzensteuersatz unterworfen« übersetzten, dann ahnt man, was von Konservativismus und meinethalben auch Wirtschaftsliberalismus übrig geblieben ist. Dieser Radaukonservativismus blickt auf alles herab, was man irgendwo unter sich wähnt, und diese Herablassung zieht sich längst durch die ganze Gesellschaft.

[¶]
Denn was ist nun eigentlich abfälliger: Sarrazins Schwadronieren über »Kopftuchmädchen« oder die ach so gewitzte, ironisch gebrochene Penetrierung des PC-Begriffs vom »Migrationshintergrund«, gern mit gestischen Anführungszeichen gesprochen, höhö, der den Rassismus nun auch für die liberalen und alternativen Kreise offen aussprechbar gemacht hat und das wenigstens ehrlich abfällig gemeinte Wort vom »Kanacken« abgelöst hat.

[¶]
Geht es eigentlich nur mir so, oder hat das Wort »Kopftuchmädchen« nicht eigentlich einen sehr zarten, altmodischen Klang? Man möchte fast eine fein gewirkte Novelle über eine tragische, unmögliche Liebe schreiben, wenn man ihn hört.

[¶]
Und wie definiere ich eigentlich »integrationsunwillig«, »integrationsunfähig«? Fast jeden Morgen treffe ich in der U-Bahn auf Horden von Rotzlöffeln, die zu ihren Schulen marodieren, ohne dass man ihr rüpelhaftes Betragen mit dem Hinweis auf irgendeinen »Migrationshintergrund« erklären könnte. Drei U-Bahn-Stationen reichen dafür nämlich nicht aus. Was ist deren Ausrede? Wer integriert eigentlich die?

[¶]
Und zuguterletzt scheint mir »integrationsunwillig« ein Begriff zu sein, mit dem sich das politische Wirken und Wesen des Thilo Sarrazin in den letzten Jahren sehr schön zusammenfassen lässt. Schien er mir immer für eine Tugend gehalten zu haben.




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MH  |  23. Oktober 2009 16:52:50 MESZ

Word.


 
supatyp  |  23. Oktober 2009 19:57:29 MESZ

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Perfect.















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