Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
Seit 16. Dezember 2001 und 6310 Tagen täglich fangfrisch. Außer manchmal.

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Piano

Man kann es den Fernsehsendern vermutlich nicht vorwerfen, dass sie die immer gleichen Bilder zu den immer gleichen Berichten zusammenschrauben. Ein Bäcker erfindet ja auch nicht jeden Tag den Brotteig neu. Als ich aber den gestrigen Mittwoch krankheitsbedingt durchgehend (oder eher: durchliegend) in der Waagerechten und mit der Fernbedienung in der Hand verbrachte, ließ ich geschätzte dreißig Berichte verschiedenster Sender über den Tod von Robert Enke und über die Pressekonferenzen seiner Frau und des DFB an mir vorbeiziehen. [Ich kann mir an dieser Stelle die Platitüde nicht versagen, dass auch mich dieser Tod sehr erschüttert hat. Mit Robert Enke verbinde ich große Samstagnachmittags-Emotionen, enthusiastische, euphorische, bisweilen ekstatische Reflexe auf die erstaunlichen Reflexe dieses begnadeten Torwarts (ich habe eine Dauerkarte von Hannover 96); für Enkes menschliche Art und sein Auftreten empfinde ich zugleich große Wertschätzung, und dass das derzeit alle sagen, macht es ausnahmsweise mal nicht weniger wahr.] Dass aber nahezu jeder einzelne Bericht über diesen betrüblichen Tag nicht nur gleich aussah (Schnipsel der beiden PKs mit Archivmaterial über Enke auf dem Platz und privat mit Hunden), sondern auch unisono mit Fetzen nahezu identisch klingender, kitschtriefender Solo-Piano-Musik in Moll unterlegt wurde (oft erkannte ich Yann Tiersen, dann Debussy, dann Zbigniew Preisner, überhaupt viel auf Affekt getrimmte Filmmusik), zeigt, wie wenig das Fernsehen seinen Zuschauern und meinethalben auch seinem eigenen Handwerk zutraut, wenn es jeden noch so für sich selbst sprechenden Augenblick durch den Einsatz extradiegetischer Musik mit extraviel Pathos aufblasen zu müssen glaubt. Und im Radio war es, wie mir berichtet wurde, nicht besser. Wie formatiert ist unsere Wahrnehmung von einschneidenden Ereignissen, wie formatiert sind unsere Wege, davon zu erzählen, darüber zu berichten, wenn zwölf Sender besinnungslos den gleichen Kleister anrühren, als ob man sich abgesprochen hätte? Wie sehr wird hier eine öffentliche Trauer zur bloßen, erbärmlichen Konfektion verhunzt? Und dann, wenn der Tag geht und man sich nicht mehr wehren kann, kommt auch noch der Kerner, und plötzlich wünscht man sich nur noch eines: Dass er sich, ob er es kann oder nicht, einfach ans Klavier setzt und ein paar verhaltene Moll-Akkorde spielt, solange er dabei bittebitte bloß die Klappe hält. Aber natürlich kommt es anders.

(Am Vorabend, als der Schock noch frisch war: Flickering Lights auf den Kanälen)




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stattkatze  |  13. November 2009 15:22:29 MEZ

before & after

ich hatte sehr gehofft, dass sie das als fußballfan für alle nichtsofußballfans kommentieren. ich wünsche mir bei solchen anlässen ja vor allem immer, dass die große betroffenheit vielleicht schon hätte dann einsetzen mögen, wenn sie noch hätte helfen können. leben retten muss man einfach vor dem tod.


 
kutter  |  13. November 2009 17:19:33 MEZ

Meine Betroffenheit (oder welches Wort man dafür verwenden möchte) kann ich schwer zum Ausdruck bringen, deshalb reite ich hier auf Nebensächlichkeiten wie Klavierakkorden rum (note to self: auf Akkorden kann man nicht reiten) und verteile Haltungsnoten an die Medien, was immer der einfachste und billigste Weg ist, sich einem Thema zu nähern, ohne ihm nahe zu kommen. Dem man vielleicht auch lieber aus dem Weg gegagen wäre bzw. dem man besser aus dem Weg hätte gehen sollen: Worüber man nicht reden kann usw usf.
Was das "vorher" betrifft, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, wie sehr ich mir das selbst schon gewünscht habe: Dinge vorher erkannt zu haben. "Rechtzeitig", was immer dieses Wort auch wieder heißen mag. Dafür hätte ich einiges gegeben. Aber das Perfide am Leben ist: Manchmal ist man vielleicht gedankenlos, manchmal gibt es auch einfach nichts zu erkennen, aber was immer man davon für sich in Anspruch nimmt: Man wird sich nie mehr ganz sicher sein.





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MH  |  13. November 2009 20:02:30 MEZ

"Formatiert" ist das Schlüsselwort hier.


 
stattkatze  |  13. November 2009 20:48:06 MEZ

ja. das ist vielleicht, was wir wieder lernen müssen. das öffentliche wehklagen aufzubrechen. umzuformatieren. die absätze anders setzen. mehr durchschuss und weißraum lassen.weniger gefällige auszeichnungen verwenden. tod und leben eben wieder »anders« wahrnehmen als nur im medienrausch. dem sterben wieder eine stimme lassen statt sie so zu übertönen.

aber ich will das hier nicht breit treten. das ist ihre betroffenheit. ich bin nur randzuschauer. danke jedoch für den raum fürs laut denken.


 
kutter  |  13. November 2009 21:22:55 MEZ

Ja. Wobei es natürlich auch wieder ein Illusion ist, dass wir hier alle so vollkommen individualistisch ausdifferenzierte Distinktionsgewinner sind, die selbstverständlich völlig autonom und außerhalb dieser Formate stehen. Gerade bei einem Massenphänomen wie Fußball. Ich meine, warum gehe ich jedes zweite Wochenende ins Stadion und genieße alle diese Konsensrituale?

Und auch wenn ich dafür eins auf den Deckel kriege: Wenn am Morgen bei einigen Fans die Idee eines kleinen Trauermarsches entsteht, und am Abend versammeln sich nach Mundpropaganda nicht ein paar hundert Fanklub-Vertreter, sondern 35.000 Menschen, dann bewegt mich das. Vielleicht bin ich sentimental, und ich war auch gar nicht dabei, aber mich bewegt das. Und auch ich empfinde das Bedürfnis, diese beklemmende Situation nicht mit mir allein auszumachen. Die guten Momente hat man schließlich auch im Stadion geteilt. Mich berührt auch die Stimmung in der Stadt. Ich lebe in Hannover. Eine solche verhaltene, gedrückte Stimmung auf den Straßen, in der Stadt wie am Mittwoch habe ich seit 9/11 nicht und davor überhaupt noch nicht erlebt. (Ich weiß natürlich, wie problematisch der Vergleich in mehrerlei Hinsicht ist.)

Natürlich kann man kritisch fragen: Kippt das nicht alles langsam in eine ungesunde Heiligenverehrung, ins Hysterische? Ja, kann sein, dass man das so sehen kann. Aber ich sehe nur wenig, wirklich wenig Unaufrichtiges. Schlimm wird es immer dann, wenn das Inszenatorische kommt, wenn das Aufrichtige konfektioniert, formatiert wird. Wenn der Pianomüll aus der Musikdatenbank über die Bilder gekippt wird, weil die Konvention verlangt, dass der Moment zur Seifenoper verkitscht werden muss. Das ist das Fernsehen. Irgendwann wird das Fernsehen die Oberhoheit über das gewinnen, was die Menschen derzeit noch auf den Straßen untereinander ausmachen. Am Ende gewinnt das Fernsehen immer.


 
z-i-w-o  |  13. November 2009 21:31:04 MEZ

jährlich bringen sich 10000 menschen um

die diese krankheit haben

eine krankheit die total tabuisiert wird weil sie nicht heilbar ist nach heutigem wissenstand.















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