Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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» im grunde isses skandalös
Beitrag von kleinzwolferl | 28.02.17 21:11
» Ich denke, dass das Bloggen...
Beitrag von gHack | 28.02.17 20:39
» Das stimmt. Ich habe es...
Beitrag von kutter | 27.02.17 17:57
» Hm.
Beitrag von gHack | 27.02.17 15:48
» Yay, das sieht sehr fein...
Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
» Very fab, Mr. Tobi, Sir.
Beitrag von gHack | 09.04.16 14:07
» Das mit den Zeilenlängen war...
Beitrag von tobi | 09.04.16 14:04
» OK, ich seh’s. Werd’s mir...
Beitrag von tobi | 08.04.16 23:35
» Teils, teils. Die Mac-Browser sind...
Beitrag von kutter | 08.04.16 11:39
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Beitrag von tobi | 04.04.16 15:35

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Die Erben

Was verbindet Reinhard Klimmt, Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück, Günther Beckstein, Christoph Ahlhaus und Stefan Mappus? Sie alle waren Ministerpräsidenten (oder wie Ahlhaus Erster Bürgermeister) eines Bundeslandes, und ihnen allen haftete der Makel an, sich nicht als Spitzenkandidat im öffentlichen Schlachtengetümmel eines Wahlkampfes durchgesetzt zu haben. Sie wurden ohne vorheriges Wählervotum innerhalb der Legislaturperiode aus der Mitte ihres Landtages zum Nachfolger eines zwischenzeitlich abhanden gekommenen Landesvaters bestimmt. Die Mehrheit, auf die sie sich beriefen und die sie ins Amt brachte, hatten sie nicht selbst errungen. Sie waren Erben.

Ist das tatsächlich ein Makel? Rechtlich gesehen natürlich nicht. Die jeweiligen Vorgänger – Lafontaine, Glogowski, Clement, Stoiber, von Beust, Oettinger – waren schließlich auch nicht direkt gewählt, sondern vom Parlament. Trotzdem ist es den Nachfolgern allesamt nicht gelungen, ihr Amt zu verteidigen, als sie sich in ihrem ersten Wahlkampf als Zugpferd und Spitzenkandidat bewähren mussten. Im Angesicht des Wählers scheiterten sie. Offenbar gilt der so genannte Amtsbonus nicht für jene, die in das Amt nachgerückt sind. Und möglicherweise muss man sogar von einem Amtsmalus sprechen.

Natürlich gibt es Gegenbeispiele zu dieser These. Zunächst einmal waren einige der genannten Vorgänger – Glogowski, Clement, Stoiber, Oettinger – selbst Erben. Und bis auf den tragischen Fall Glogowski, der nach Gerhard Schröders Wahl zum Bundeskanzler in die niedersächsische Staatskanzlei einzog und dann nicht einmal bis zur nächsten Landtagswahl durchhielt, haben sie zumindest ihren ersten eigenen Wahlkampf erfolgreich bestehen können.

Dann gibt es Kurt Beck, der sich als Nachfolger von Rudolf Scharping etablieren konnte und erst jetzt erste Schrammen abbekommen hat, ohne sein Amt zu verlieren. Oder Matthias Platzeck, der sein Amt von Manfred Stolpe übernahm und es verteidigen konnte, ebenso wie Heide Simonis, die auf Björn Engholm folgte. Stanislaw Tillich wurde von den sächsischen Wählern als Erbe des zurückgetretenen Georg Milbradt bestätigt, der zuvor bereits als Erbe des zurückgetretenen Kurt Biedenkopf bestätigt worden war. Nach dem Tod von Franz Josef Strauß wurde ein gewisser Max Streibl neuer Ministerpräsident und schaffte zwar die Wiederwahl, musste dann aber in der folgenden Legislaturperiode zurücktreten. Anders als Beck und Platzeck wurde Streibl nie zu einer prägenden Figur für sein Land. Erst Edmund Stoiber konnte aus Strauß’ Schatten treten. Damals hatte die CSU noch ein Abonnement auf die Macht, doch schon mit Stoibers Erben Beckstein trat der Amtsmalus des Nachrückers auch in Bayern in Erscheinung. Beckstein schaffte es zwar, die CSU mit Ach und Krach mehrheitsfähig zu halten. Sein Amt war er trotzdem los.

Auch kann man einwenden, Mappus habe nicht etwa mit einem Amtsmalus zu kämpfen gehabt, sondern als bekennender Atomkraftfan mit dem Fukushima-Trauma. Das ist richtig, aber sein Niedergang begann schon vorher. Beim Streit um Stuttgart21 handelte er im besten Falle glücklos. Er agierte sprunghaft und unglaubwürdig und taumelte dem Ende der Legislaturperiode schließlich ähnlich hilflos entgegen wie einst Sigmar Gabriel in Niedersachsen. Der war in kürzester Zeit verglüht wie eine Sternschnuppe.

Trotz einiger Gegenbeispiele ist die Häufung gescheiterter politischer Erben in den letzten Jahren auffällig. Und selbst wenn einem der Nachrücker die Titelverteidigung gelingt, scheint ein schmachvolles Ende, wie viele der Beispiele zeigen, nur aufgeschoben. Lange, ruhmreiche Karrieren winken den Erben eher nicht.

Warum fällt es den Nachrückern so schwer, aus dem Schatten ihrer Vorgänger zu treten? Oft haben sie nicht viel Zeit, um sich in der Fläche des Landes bekannt zu machen, wo die zweite Reihe, aus der sie hervorgetreten sind, weitgehend unbekannt ist. Diesen Nachteil haben allerdings auch die meisten Landespolitiker, die aus der Opposition heraus gegen einen Amtsinhaber antreten und nicht die Profilierungsmöglichkeiten nutzen können, die ein Regierungsamt mit sich bringt. Gerade deshalb spricht man ja vom Amtsbonus.

Auch fehlt den Nachrückern die Wahlkampferfahrung: Es ist etwas völlig anderes, sich als Spitzenkandidat in einem Landtagswahlkampf zu exponieren, als sich um ein Direktmandat im Wahlkreis Goslar zu bewerben. Die Hitze des Gefechts bekommt nicht jedem, der sonst eher Strippen im Hintergrund zog. Aber auch hier gilt: Das geht den meisten Herausforderern aus der Opposition nicht besser. Nicht jedem gewährt die eigene Partei gleich drei Anläufe wie einem Christian Wulff, der schon als Charlie Brown der niedersächsischen Landespolitik galt, bevor ihm als letzte Rettung der Erbe Sigmar Gabriel erschien.

Die genannten Beispiele zeigen, wie verbreitet die Vererbung von landespolitischer Macht geworden ist. Die Zahl der Ministerpräsidenten, die im Laufe der letzten Jahre ihr Amt während einer laufenden Legislaturperiode geerbt haben, ist beachtlich. Es stellt sich die Frage, inwieweit ein gewisser Politikverdruss und eine allgemein abnehmende Identifikation mit den demokratischen Verfahren und Institutionen in der Bevölkerung auch damit zusammenhängt, dass sich Bürger zunehmend mit einigermaßen unbekannten Landesvätern konfrontiert sehen, bei denen sie sich nicht daran erinnern können, für (oder gegen) diese gestimmt zu haben. Dem Eindruck, „die da oben“ würden die Pöstchen ja doch bloß hin- und hermauscheln, tritt man so nicht entgegen. Und wenn man denn seine Stimme schon – womöglich nicht ohne Absicht – für einen siegreichen Spitzenkandidaten abgegeben hat, würde man sich doch freuen, wenn dieser auch das Ende seiner gewählten Amtszeit erreicht statt auf halber Strecke skandalverschlissen ausgewechselt zu werden oder zwischenzeitlich dem Reiz alternativer Karriereoptionen zu erliegen und sich deshalb urplötzlich der politischen Qualitäten des Fraktionsvorsitzenden oder Innenministers (vulgo: "des Kronprinzen") zu erinnern.

Es wäre interessant zu untersuchen, inwieweit es ein verborgenes Unbehagen gegenüber jenen gibt, die die Macht nur geerbt statt sie sich im ehrlichen Kampfe Mann gegen Mann verdient haben. Tatsächlich hat ja der Erbe, „der Sohn“, in der Gesellschaft allgemein einen schweren Stand, er genießt nicht den gleichen Respekt wie der, der ein Erbe aus eigener Arbeit aufgebaut und weitergegeben hat. Den Erben sieht man gerne stolpern und scheitern, man spricht ihm die Legitimation seiner Privilegien ab, und womöglich spielt das auch in mancher Wahlentscheidung eine Rolle.

Das wären dann keine rosigen Aussichten für die nächste Erbengeneration in der Landespolitik: David McAllister in Niedersachsen und Volker Bouffier in Hessen. Beide erscheinen nicht gerade unschlagbar, haben aber bislang schwerwiegende Fehler der Mappus-Klasse oder planloses Irrlichtern à la Gabriel vermieden. [Nachtrag: den Ringstorff-Erben Erwin Sellering in Mecklenburg-Vorpommern habe ich bei der Abfassung vergessen.]

Nicht immer übrigens muss der Verlust der Macht im Land das Karriereende bedeuten. Gerhard Schröder holte Hans Eichel und Reinhard Klimmt (den Erben) nach verlorenen Landtagswahlen in sein Bundeskabinett. Ein halbes Jahr, nachdem er das schlechteste SPD-Ergebnis in Nordrhein-Westfalen einfuhr, rückte Peer Steinbrück (noch ein Erbe) ins Kabinett Merkel ein. Womöglich wird ja auch Stefan Mappus demnächst noch in Berlin gesichtet – vielleicht als neuer Atomminister, wenn Norbert Röttgen als neuer Oppositionsführer nach Düsseldorf wechselt. Vom Erbhof zum Gnadenhof, gewissermaßen.




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boecker  |  28. März 2011 20:54:59 MESZ

Eigentlich

mag ich Ernstnehmer.


 
kutter  |  28. März 2011 21:40:49 MESZ

Eigentlich,

wo ich Dich hier gerade aufkreuzen sehe, wird mir plötzlich klar, dass ich mich mal mit dem Erben Erwin Sellering auseinandersetzen sollte...

(ich füge ihn mal oben ein...)





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micro_robert  |  28. März 2011 22:19:25 MESZ

Zutreffende Beobachtungen. Nur: Gilt das mit dem Amtsmalus in dieser Zeit des langsamen Dauerabschwungs nicht schon fast bei jeder Wahl?


 
kutter  |  28. März 2011 22:28:03 MESZ

Um diese Vermutung empirisch zu validieren, sollten wir vielleicht die Zahl der Landtagswahlen dramatisch erhöhen.


 
micro_robert  |  29. März 2011 09:11:44 MESZ

Der Dauerwahlkampf führt ohnehin zu einer Art postbelgischem Zustand, also zu einer Politik, die sich selbst aufhebt, in der schwachsinnige Schnellschuss-Gesetze ("Zugangserschwerungsgesetz") durch blitzschnell erteilte Anordnungen wieder aufgehoben werden.





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Mr.Yoda  |  29. März 2011 02:33:43 MESZ

Eine wahrhaftig umfassende und aufschlußreiche Darstellung. Das habe ich so bisher noch nirgendwo gelesen - obwohl ich viel Zeit einfach nur mit Lesen im Internet zubringe.

Während ich hier so las drängte sich mir zunehmend, quälend, die Frage auf, ob das denn wirklich der Mühe wert war.

Die 'durchschnittlichen' Politiker stellen in diesem Land die überwiegende Zahl der 'Amtsträger' - wirklich kreative, als 'Persönlichkeiten' herausragende Menschen gibt es nicht mehr in der Politik, die Dilettanten drängen nach - und mangels besserer Alternativen gewinnen sie zunehmend an Einfluß. Seit der sogenannten "Wiedervereinigung" geht es immer schneller mit der politischen Kultur bergab: Wir haben den Muff der DDR übernommen und nun wabert er durch alle Gesellschaftsbereiche - zuvorderst durch die aktuelle Politik.

Schade um die eingebrachte Zeit. Mein Fazit zu dem Zustand der Politikerriege und den geschaßten/verbliebenen/hoffenden Figuren der Politik ist schnell (und trotzdem, wie ich meine, präzise, denn es klingt in dem Artikel ja ähnlich an) und dabei schonungslos:

Allesamt Opportunisten.
Die meisten Versager* in den erlernten Berufen - so denn überhaupt vorhanden. Clownesk a la Roth, geradezu peinlich wenn man an den Eindruck denkt, den das Ausland von solchen Witzfiguren haben muß ....
Das handeln/regieren wird 'delegiert' anstatt ausgeführt.
Niemand will mehr etwas verantworten.
Die Ministerialbürokratie (!) regiert in Wirklichkeit das Land.

Und der schlimmste Makel von Allen:
Sie sind unfähig den Bürgern offen zu begegnen. Weil ihnen zu Recht mißtraut wird - und sie es wissen - scheuen sie sich erstens ihre Handlungen wahrheitsgetreu zu erklären, zweitens sich wegen Unfähigkeit zurückzuziehen, weil sie dann den sozialen Abstieg vor sich hätten ....


  • hier müßten als Ausnahmen jene Politiker genannt werden die es vorzogen die Politik zu verlassen und wieder in ihren 'alten'Berufen tätig zu werden - etwa "Typ Merz", nicht aber der "Typ Clement".

 
boecker  |  30. März 2011 21:32:34 MESZ

Nein, Mr. Yoda:

Wirklich, wirklich, wirklich, wirklich nicht! Wir haben "den Muff der DDR" nicht übernommen. Hätten wir, würde der Kutter hier noch ganz andere Fragen verhandeln.


 
Mr.Yoda  |  30. März 2011 22:25:58 MESZ

Ach, da bin ich jetzt aber schon ein wenig ratlos:
Weil hier bzw. andernorts (wo?) nichts dazu geschrieben wurde/wird ist es nicht so? So wie in "Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf. ..."?

Hier gebe ich nur ein paar Beispiele für Perpetuierung das "alten Systems" - auf die/meine restlichen Einwände verzichte ich, das würde zu umfangreich:
Amtsträger in vielen Städten waren/sind genau Jene, die es zuvor in der DDR schon waren (noch immer einige vorhanden, altersbedingtes Ausscheiden hat die Zahlen reduziert) ;
Amtsträger in Institutionen (z.B. BA) waren kurz nach der Wende immer noch Jene, die aus den Bezirksräten kamen;
Die überwiegende Zahl der Politiker der sogenannten 'etablierten' Parteien kommt aus den vormals vorhandenen Namens-Ablegern, den Block-Parteien.

Weiter:

  • Die Bundes- und Länderregierung(-en) nimmt/nehmen es mit den grundgesetzlich garantierten Rechten immer weniger genau (siehe 'gekippte' Gesetze);
    "Einzelforderungen" (Bundeswehr im Inneren, Abschuß v. Passagiermaschinen, etc.) sind offen gesetzeswidrig und die Protagonisten geben es sogar öffentlich zu;
  • die Überwachung der Bürger hat zum Teil Stasi-Niveau erreicht;
  • 'eingeschleuste Spitzel' und agents provocateurs bei Großdemonstrationen (siehe G8-Heiligendamm);
  • Interessen der der Regierung nahestehenden Gruppen werden vorrangig berücksichtigt (Gesundheits-, Banken-, Energie- und Versicherungsgesellschaften - vgl. "Bankenrettung", "Gesundheitsreform(-en)", Laufzeitverlängerungen AKWs, Gesetze zu Riester etc.).

edit
Gibt es noch "vertrauenswürdige" Politiker?


 
boecker  |  18. Mai 2011 14:39:56 MESZ

Missverständnis:

Als Du geschrieben hast, dass "wir" den "Muff der DDR" übernommen haben, dachte ich, dass "wir" für "der Westen" steht. (Du hast natürlich insofern recht, als durch die Ex-DDR noch extrem viel DDR-Muff wabert.) Dies vorausgesetzt bleibe ich dabei: Da ist nix rübergemufft, die Probleme des Westens sind alle selbstgemacht.

Ich nehme nur das Beispiel Heiligendamm: 1.) Ja, die Sicherheitsbehörden haben Spitzel eingesetzt, nein, der gern behauptete Einsatz von agents provocateurs - also von Spitzeln, die Straftaten provozieren - ist nicht bewiesen. 2.) Und wenn es so wäre: Wieso sind agents provocateurs was Ostdeutsches? 3.) Und überhaupt: Was hatte der G8 in Heiligendamm mit Ostdeutschland zu tun? ('tschuldigung für die späte Antwort.)





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alex63  |  29. März 2011 18:00:30 MESZ

statt erben lese ich da dauernd erbsen. fast noch schöner.





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boecker  |  30. März 2011 21:32:20 MESZ

Außerdem I:

Fehlt mir bei der Betrachtung von MPen - seien es Erben oder Nichterben oder Erbsen - ein Punkt: Der umfassende, krachende und für einen Herzensföderalisten wie mich schmerzhafte Bedeutungsverlust der Bundesländer. (Wobei sich im Zusammenhang mit schwachen MPen natürlich das Henne-oder-Ei-Problem stellt, schon klar.)

Es scheint inzwischen schlicht egal zu sein, wer den "Tag der Niedersachsen/Thüringer/Hessen" eröffnet. Wer das nicht glaubt, schaue sich mal irgendeine Landtagssitzung an.





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boecker  |  30. März 2011 21:33:48 MESZ

Außerdem II:

Ist "tragisch" nicht das Adjektiv, dass mir zu Glogos Demission als allererstes einfällt.


 
kutter  |  30. März 2011 21:41:43 MESZ

Mit etwas Abstand hat dieser (im doppelten Sinne) Fall schon etwas tragödisches, finde ich, jedenfalls wenn man sich Glogo als dramatische Figur vorstellt. Wer wie wir zwei die Vorgänge aus einiger bzw. allernächster Nähe erleben durfte/musste, hat es natürlich damals etwas anders erlebt. Mir erschien es die ganze Angelegenheit damals in verstörender Weise bizarr. Btw, erinnert sich eigentlich noch jemand an J. Koerth?


 
boecker  |  31. März 2011 09:40:03 MESZ

Oder gar:

Matthias Wehrmeyer?

Ich bleibe dabei: Das Glogo-TUI-Foto hatte nichts "Tragödisches", neinnein, hat es nicht. Über "Tragikomödie" ließe ich mit mir reden.


 
boecker  |  31. März 2011 09:50:18 MESZ

Im übrigen:

Tu ma nich so, als wäre ich in diesem schönen Forum hier der einzige mit Mecklenburgvorpommernmigrationshintergrund! Auf Superselle als Erben hättste auch allein kommen können!


 
kutter  |  31. März 2011 12:43:18 MESZ

superselle ist (zumindest außerhalb der landesgrenzen von emvaututgut) einfach extrem schwer wahrzunehmen, und wenn das absicht ist (und das MUSS absicht sein, denn so unsichtbar kann man nicht einfach nur zufällig sein, das KANN nur das ergebnis harter arbeit sein), dann ist er wahrscheinlich der stealthbomber unter den deutschen ministerpräsidenten. (ringstorff: jaha, DA klingelt was bei mir!)















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