Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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» Der war jetzt gut.
Beitrag von MH | 2008-05-10 19:06
» außer tresen
Beitrag von kutter | 2008-05-10 10:19
» Aber woher hat der Tresen...
Beitrag von MH | 2008-05-09 11:02
» na ALSO! (ich reserviere...
Beitrag von lunalu | 2008-05-07 15:55
» hey, ich LIEBE labskaus!
Beitrag von kutter | 2008-05-03 13:11
» im emo(tionalem dingens)....
Beitrag von lunalu | 2008-05-02 21:44
» in emo?
Beitrag von kutter | 2008-05-02 00:28
» kutter, mach doch auch ma...
Beitrag von lunalu | 2008-05-01 21:42
» Mein Edo ist ein anderes...
Beitrag von kutter | 2008-04-30 19:47
» Mit einer großartig...
Beitrag von der | 2008-04-28 17:07


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Von Bill Nighy gelernt, wie man lässig mit einem Glas Bier in der Hand am Tresen lehnt.

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Die neuentdeckte Liebe der Christdemokraten zu plebiszitärer Entscheidungsfindung habe ich nie verstanden, der Präzedenzfall Barabbas vs. Jesus Christus sollte eigentlich Warnung genug sein.

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Ich bin nicht Edo.

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Zum Bleistift

Ich liebe Bleistifte. Ich liebe es, mit dem Bleistift zu schreiben. Warum schreibt man mit einem Bleistift? Weil man das Geschriebene radieren kann. Aber ich radiere nie. Ich wüsste gar nicht, ob ich noch ein Radiergummi hätte und wo es läge. Ich schreibe nur einfach gern mit dem Bleistift. Ich schreibe fast nur noch mit dem Bleistift. Gelegentlich, wenn es schön aussehen soll, also fast nie, nehme ich den Füllfederhalter, einen mittelguten. Ich brauche keinen teuren Füller, denn ich schreibe mit Bleistiften. Könnte man Weblogs mit Bleistift schreiben, wäre hier mehr los. Ich könnte dieses Weblog mit dem Bleistift auf Papier schreiben und dann einscannen und hier posten. Man könnte das dann... "Internet-Tagebuch" nennen. Ich überlege ernsthaft, diesen Neologismus in die Diskussion einzuführen, habe aber Sorge, dass er sich verselbständigen könnte und ihn die Unkundigen dort draußen mit "Weblog" gleichsetzen. Das wäre natürlich recht doof. Aber unabhängig davon schreibe ich einfach unglaublich gern mit dem Bleistift.

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Die akurate Frisur von Barack Obama erinnert mich an den Rasen meiner Mutter.

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Ich würde ja gern etwas originelleres, überraschenderes sagen. Aber um meine Erfolgsquote (derzeit 77,3%) aufzubessern, hier noch einmal für's Protokoll: Die heutigen Potomac-Primaries gehen alle drei an den freundlichen jungen Herrn mit der präzisen Kurzhaarfrisur.

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Solange es Menschen gibt. Imitating film critique at Berlinale '08 [VIA MALORAMA]

Huch, es ist ja schon wieder Berlinale. Ist dieses Jahr komplett an mir vorbeigegangen. Filmfestival Göteborg hat auch schon nicht geklappt. Seit Nordischen Filmtagen Lübeck und Up and Coming Hannover vollkommen festivalfrei. Falls mich dieses Jahr jemand mit Spesenkonto nach Cannes schicken möchte, bitte ich um Zuschriften an die bekannte Mailadresse. Ich würde mich auch herablassen, 80 Zeilen zu schreiben oder so.

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Comeback Kid

Über dieses Comeback würde ich mich mehr freuen, wenn die genannten Gründe dafür nicht so beschissen wären. Aber freuen muss ich mich trotzdem: achnaja. Ging irgendwann einfach fischen und kam fünf Jahre nicht wieder, der Hund. Die meisten, die heute Weblog lesen oder schreiben oder erklären, wissen ja gar nicht, was für ein Gigant, was für ein Killer der mal war und also ist und bleibt. (Aber damit will ich eigentlich nur damit prahlen, dass ich auch schon etwas länger dabei bin.) Rome von Rounders. Einer, gegen den fast alles spricht ― außer, dass er besser ist als alle anderen.

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Upcoming: the Obama Primaries

In diesen Tagen finden sieben weitere relevante demokratische Primaries und Caucuses statt: Louisiana, Nebraska und Washington State (sowie die Virgin Islands) heute nacht, am Sonntag dann Maine, am Dienstag schließlich Washington D.C., Maryland, Virginia. Insgesamt sind rund 360 Delegierte in der Verlosung.

Alle Rennen unterscheiden sich: einige sind Primaries, andere Caucuses, manche sind offen, manche geschlossen. Die demographischen Strukturen sind unterschiedlich, was Hautfarbe, Herkunft, Diversität, Bildung und Einkommen betrifft. Die Rennen haben aber auch zwei große Gemeinsamkeiten: Es liegen keine ernstzunehmenden aktuellen Umfragen vor (mit Ausnahme von Washington, wo Obama derzeit ein Vorsprung von 5 bis 13 Prozent vorhergesagt wird), und überall gilt aus unterschiedlichen Gründen Obama als mehr oder weniger deutlicher Favorit. Auch ich sehe für Hillary allenfalls Chancen in Maine, eventuell in Virginia und Washington. Mein Tipp für heute Nacht: dreimal Obama, zu den Virgin Islands fällt mir nichts ein.

The Big Mo: Wird Obama seiner Favoritenrolle gerecht, wird er an kritischer Masse weiter zulegen und Schubkraft für die späteren, knapperen Rennen gewinnen. Hillarys Kampagne spielt bereits jetzt die Erwartungen deutlich herunter. Die proportionale Delegiertenverteilung wird allerdings - vorausgesetzt, dass es keine ernsthaften Einbrüche gibt - verhindern, dass sich ein Kandidat allzuweit vom Konkurrenten absetzen kann. Im Gegenteil: das Rennen wird knapper.

Und New Mexico zählt immer noch.

Zu den Republikanern: Keine Zeit. Zu langweilig.

Für Freunde des gepflegten Tippspiels: meine Scorecard (PDF, 85 KB) für das weitere demokratische Rennen bis zum großen Parteitag.

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A new level, ach Quatsch, eine whole new dimension of pathos and Obamania (but I like it natürlich, ich rührseliger Sack, ich): Yes We Can, Teile der New Hampshire Concession Speech als Musikvideo. (Die Rede als Video und Transkript.)

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Super-Tuesday-Selbstkritik

New Mexico, immer wieder New Mexico. In New Mexico zählen sie immer noch, und bei den Demokraten ist das Rennen so knapp, dass sich noch immer kein Sieger feststellen lässt. Ansonsten aber ist die Super-Tuesday-Bilanz klar, und damit wir auch hier einen Schlusstrich ziehen können, gebe ich NM - dank des aktuellen, vorwiegend im 2. Congressional District herausgefahrenen 1.100-Stimmen-Vorsprungs, jetzt einfach an Hillary. So wird das gemacht, CNN!

40 Rennen wurden hier getippt: 21 demokratische und 19 republikanische Vorwahlen und Caucuses. Exakt 30 Prognosen waren richtig, 10 waren falsch. Das bedeutet eine Trefferquote von 75 Prozent - kein schlechtes, aber auch kein besonders gutes Ergebnis. Mehr Mittelmaß als wir hier zu akzeptieren bereit sind. Womöglich muss also weitergetippt werden, um die Quote aufzuhübschen. Wie konnte das passieren? 3 Gründe:

(1) Sechs demokratische Rennen wurden falsch getippt. Fünf davon hatte ich Hillary zugeschlagen, gingen aber am Ende zugunsten von Obama aus. Schwacher Trost: Drei davon hatte ich zuvor als äußerst knapp eingeschätzt, eines nur geraten - aber dennoch. Ich habe Obama nach Iowa nicht über- und nach New Hampshire nicht unterschätzt. Aber vor dem Super Tuesday habe ich ihn deutlich unterschätzt, insbesondere seine Fähigkeit, in allen Ecken des Landes Mehrheiten zu gewinnen. Ich war mir sicher, dass er aufgrund der proportionalen Delegiertenverteilung mit einer Reihe achtbarer zweiter Plätze im Rennen bleiben würde. Gleiches gilt nun für Hillary. In einem wichtigen Punkt habe ich Obama aber überschätzt:

(2) In Kalifornien hatte ich ein knappes Rennen vorhergesehen und auf Obama gesetzt, obwohl ich es irgendwie besser wusste. Alle Erfahrung sprach eigentlich für Hillary, aber ich witterte eine Sensation. Eine Bauchentscheidung, aber nicht nur: Fast überall war ein knappes Rennen prognostiziert worden, nur war es am Ende alles andere als das. Hier ging wohl das Wunschdenken mit mir durch. Nun könnte man sagen: War ja nur ein Staat, einer von 21. Aber es war der wichtigste Staat, den man gewinnen oder verlieren konnte. Schmerzlich für Obama, so wie der Sieg Hillarys in Massachusetts süß war. Da lag ich wenigstens mal richtig.

(3) Bei den Republikanern habe ich - analog zu Obama - Mike Huckabee unterschätzt. Mehr als Arkansas hatte ich ihm nicht zugetraut. Drei meiner vier falsch prognostizierten republikanischen Rennen waren Huckabee-Siege gegen den von mir gesetzten McCain.

Was das Rennen um die Delegierten angeht, liegt Hillary knapp, aber nicht uneinholbar vorn. Es gibt unterschiedliche Zählweisen, was grob gesagt auf komplizierte Verteilungsschlüssel und sogenannte Superdelegierte zurückzuführen ist, die dem Wählervotum nicht unterworfen sind. Trotz der Schlappe in Kalifornien steht Obama besser denn je im Rennen. Während er Fundraising-Rekorde aufstellt (und ausposaunen lässt), schießt Hillary nun privates Geld in ihre Kampagne. Ich hätte eigentlich erwartet, dass das Privatvermögen der Eheleute Clinton für Anwälte draufgegangen ist, aber wer weiß. Die Staaten, die jetzt in die Verlosung kommen, sind offen in beide Richtungen, in einigen finden Caucusses statt, was Obama liegt. Es wird spannend zu beobachten, welche Dynamik das Rennen nimmt. Momentum, diesen großen Fetisch und Götzen der amerikanischen Politik, können beide, Obama wie Clinton, für sich beanspruchen. Gewinner des Expectation Games ist aber eindeutig Obama. Er ist der Mann für die Überraschungen im Rennen und hat nun auch seine Electability unter Beweis gestellt.

Delegate
Count
Clinton
Obama

CNN
823
741
CQ Politics
872
793
New York Times
892
716
Los Angeles Times
1045
960
ABC
1069
988
CBS
1066
996

Bei den Republikanern liegt die Spannung im Rennen um Platz 2. Romney würde ich noch nicht abschreiben, aber nach meinen Erfahrungen mit Huckabee wäre ich jetzt mittlerweile vorsichtig, überhaupt noch irgendwen abzuschreiben. Wer weiß, vielleicht kommt ja noch Ron Paul? Scherz. <<Nachtrag: Und schon schmeißt Romney die Brocken hin.>> Spannender ist da schon eher die Frage, wen McCain als Running Mate auswählt. Die Entscheidung wird noch eine Weile auf sich warten lassen, und inwiefern er sich dabei am Ausgang der Primaries orientieren wird, ist offen. Ich würde den Einfluss nicht überschätzen. Allerdings hat er nach der Convention auch noch eine Partei zu einen.

Weiteres Ergebnis der Wahlnacht: Twitter saugt. Ich kann damit nichts anfangen. Ich find ja schon Bloggen seltsam, immer noch nach all den Jahren. Aber twittern? Liegt mir nicht.

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Die-Super-Duper-Kutter-Super- Tuesday-Super-Prognose (super!)

Auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Umfragen (die meisten davon über diese Links auffindbar), eigener Berechnungen unter Berücksichtigung soziodemographischer Daten und der politischen Vorgeschichte einzelner Staaten, lokaler Berichterstattung, anekdotischer Evidenzen und nicht zuletzt etwas happy guessing sind dies meine Vorhersagen für den Tsunami Tuesday.

STATE
DEM
GOP

Alabama
BO#
McC!
Arizona
HC
McC!
Arkansas
HC!
MH!
California
BO#*
McC#
Colorado
BO
MR!
Connecticut
HC#
McC
Delaware
HC
McC
Georgia
BO!
McC#
Idaho
?(BO)
May 27
Illinois
BO!
McC!
Kansas
?(HC)
Feb 9
Massachusetts
HC!
MR!
Minnesota
HC
McC!
Missouri
HC#
McC#
Montana
June 3
?(MR)
New Jersey
HC#
McC!
New Mexico
?(HC)
June 3
New York
HC!
McC!
North Dakota
?(HC)
?(MR)
Oklahoma
HC!
McC!
Tenneesee
HC!
McC#
Utah
BO!
MR!!

HC = Hillary Clinton, BO = Barack Obama
McC = John McCain, MR = Mitt Romney, MH = Mike Huckabee, RP = Ron Paul
# = wird ein enges Rennen
! = ist 'ne bombensichere Sache
?( ) = keine Ahnung, Gewinner mehr geraten als geschätzt
* = Oh Gott, ich glaub, ich lieg falsch. Wunschdenken? Egal, jetzt bleib ich dabei. Obama gewinnt CA. Ich muss verrückt sein! Oder? Oder doch nicht???


In Kalifornien fällt es schwer, sich festzulegen. Bei den Demokraten spricht alles für Hillary: Monatelang stabiler Vorsprung, exzellente Vernetzung, potente Geldgeber, vor allem aber die ausgezeichnete Bodenorganisation (wichtig für's GOTV). Dennoch hat die Aufholjagd Obamas in den Umfragen zum Patt geführt, alles scheint möglich. Mein Verstand sagt mir: Hillary wird's machen. Mein Instinkt sagt mir, dass es Zeit ist für einen Außenseitertipp: Obama. (Oder doch nicht?)

Ähnlich eng ist es in Kalifornien auch bei den Republikanern: Die Umfragen widersprechen sich, schlagen mal für Romney, mal für McCain aus. Huckabee wird Romney in Kalifornien nicht entscheidend schwächen, das Schwarzenegger-Endorsement für McCain sollte man wiederum auch nicht überbewerten. Seine Wirtschaftsorientierung wird Romney mehr helfen als ihm seine religiöse Herkunft schadet. Dennoch: Ich lege mich fest auf McCain.

Kalifornien stellt bekanntlich die meisten Delegierten (DEM: 441, GOP: 173), aber auch woanders wird gewählt, und auch woanders gibt es knappe Rennen: Alabama, Connecticut, Missouri und New Jersey bei den Demokraten, Delaware, Georgia, Missouri und Tennesee bei den Republikanern. Manche behaupten, bei den Demokraten könnte selbst NY knapp werden - aber das glaube ich nicht. Anyway, was bringt der Super Tuesday unterm Strich?

Beachtet man die Delegiertenkontingente der einzelnen Staaten sowie die jeweiligen Verteilungsschlüssel, würde die obige Prognose bedeuten, dass bei den Republikanern (wie allgemein vorhergesagt) John McCain das Rennen machen wird. Huckabee traue ich außer in Arkansas und vielleicht in Montana keine Siege zu. Romney wird die Mobilisierung des konservativen Partei-Establishments nicht ausreichend helfen können.

Bei den Demokraten wird sich das Rennen weiter verdichten und der Super Tuesday noch keine Entscheidung bringen. Gerade hier sind die Verteilungsmodalitäten aber so fieselig und von Staat zu Staat unterschiedlich, dass ich hier keine Delegiertenhochrechnung abgeben möchte - zumal ja auch noch die PLEO-Superdelegierten und ungebundene Delegierte eine Rolle spielen, und in diesem Geschäft habe ich nun wirklich keine Aktien. Wenn Hillary Kalifornien gewinnt, wird Obama weiterhin und noch ziemlich lange hinter ihr herlaufen. Gewinnt Obama, muss ich meine Herztropfen nehmen. Und mir vor allem erstmal welche verschreiben lassen!

Es wird spät werden, bis man etwas sagen kann, und bevor Kalifornien nicht ausgezählt ist, kann man eigentlich gar nichts sagen. Manche sagen, eine besonders hohe Wahlbeteiligung deute auf ein gutes Abschneiden von Obama hin, weil er in besonderem Maße Nichtwähler mobilisiert. Das stimmt zwar. Aber als ich während der New-Hampshire-Primary hörte, dass der Andrang auf die Wahllokale alle Rekorde sprenge, ging ich beruhigt zu Bett. Am nächsten Morgen war dann Hillary die Siegerin.

Was für ein Rennen! Bei den Demokraten in einer so frühen Phase nur noch zwei Kandidaten im Rennen (naja, wir wollen nicht Mike Gravel unterschlagen) und kein klarer Front Runner zu sehen, Hillary wird immer inspirierender, Obama wird immer staatstragender. Bei den Republikanern ist Rudys Resterampe am Start: der Early Bird hat sich an Florida verschluckt, dazu die Wiederaufstehung McCains (Phoenix liegt nicht umsonst in Arizona), die gegenseitige Neutralisierung Romneys und Huckabees, und wo ist eigentlich die Christian Coalition abgeblieben? Das alles sind tolle Geschichten im großartigsten Vorwahlkampf seit 1992 - aber da bin ich befangen.

Bald schließen die ersten Wahllokale. Thank God, it's Tuesday!

Meine Super Tuesday Scorecards als PDF-Download: super tuesday 2008 scorecards

(application/pdf, 179 KB)



Bitte beachten Sie auch die Vorhersagen von Dr. Bierkrug.

Ich weiß noch nicht, ob ich nachher Lust und Zeit habe, aber eventuell, sofern die Internet-Verbindung hier stabil bleibt, twittere ich heute nacht die Super-Tuesday-Ergebnisse. Falls ja, wäre das meine Twitter-Premiere! (Eventuell erzähle ich hier demnächst auch von einer anderen, allerdings gescheiterten Premiere: Meinem ersten Versuch nämlich, einen Klingelton herunterzuladen.)

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Prime Resources

Primary Sources. Linkliste anl&auml;sslich der US-Pr&auml;sidentschaftswahlen 2008

Policy wonks, pundits and poll junkies, track the race, day and night, at your desk or on the go: Primary Sources, meine Survival-Liste mit nützlichen Links zu den US-Präsidentschafts(vor)wahlen 2008, auf nullfachen Wunsch jetzt auf dem Kutter. Bzw. was früher mal der Kutter war.

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Stockholm Syndrom. An manchen Tagen sind mir meine beinahe zärtlichen Gefühle für Wolf Blitzer dann selbst schon wieder peinlich.

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Primary Sources

Wer hier schon etwas länger mitliest, weiß, dass ich in ohne Rest durch 4 teilbaren Jahren weitgehend durch die amerikanischen Präsidentschaftswahlen konsumiert und für andere Themen nur noch bedingt ansprechbar bin. Ich erinnere bloß daran, beim letzten Mal das Endergebnis auf lächerliche fünf Wahlmänner genau vorhergesagt zu haben. (Okay, ich gebe zu, diese Geschichte wäre glaubhafter, hätte ich damals meine Prognose vorab veröffentlicht. Ebenso wie meine diesjährige Vorhersage, dass — egal wer die Caucuses in Iowa gewinnt, und ich hatte hier auf Obama gesetzt — weder Obama noch Clinton den zweiten Platz machen würden, sondern der, der es dann auch tat.)

Eine gute Übersicht der grundlegenden Fakten (auch zu Details des Wahlsystems) und bisherigen Ergebnisse bieten das Election Center von CNN und der Election Guide der New York Times. Eine gute Presseschau gibt es bei Real Clear Politics nebst eigener Umfrage-Sektion.

It's the numbers, stupid! Da Umfragen der Treibstoff sind, der den Motor der amerikanischen Politik befeuert — und hier sollte man sich nie darauf verlassen, was deutsche Medien darüber berichten —, erhält man umfassende aktuelle Daten nebst gelegentlich süffisanter Kommentierung beim Votemaster von Electoral Vote. Für solche Seiten wurde das Internet erfunden: kein professionelles Angebot, sondern die exzellente, enthusiastische (allerdings nicht unbedingt schön gestaltete) Arbeit des Informatikers Andrew Tanenbaum, der auch mal darauf hinweist, wo Umfragen an ihre Grenzen stoßen. Beispielsweise in New Hampshire.

Noch tiefer in die Demographie eingraben kann man sich bei Political Artihmetik und bei pollster.com. Denn es ist ja nicht immer die gute alte Sonntagsfrage auch die entscheidende. Ständige Begleiter durch die Berichterstattung und die Umfragenmeteorologie sind außerdem das Campaign Desk der Columbia Journalism Review oder Teagan Goddards Political Wire, Kommentierungen aus dem Betrieb gibt es bei Politico von Capitol News, The Hill oder auf der Website des Magazins Campaigns and Elections. Und natürlich gibt es tausende von Blogs, die ich allerdings weitgehend meide, weil ich um die Sogwirkung dieses ganzen Irrsinns nur allzu gut weiß. Ein gutes Journalisten-Blog (ich glaub ja immer noch, dass das geht) schreibt Marc Ambinder für den Atlantic (wo im Dezember übrigens zwei exzellente Stücke über Barack Obama und Hillary Clinton erschienen sind: 1 | 2). <Nachtrag: Und was ich noch vergessen hatte zu erwähnen: die Blogs auf RealClearPolitics: Jay Costs HorseRaceBlog, Reid Wilsons Politics Nation und das RCP Blog sowie eine praktische Blog-Rundschau.>

Mit dieser — unrepräsentativen und etwas willkürlichen — Erst- und Grundausstattung ist man erst einmal recht unabhängig von den Meinungen und Deinungen deutscher USA-Korrespondenten, deren Analyse selten der politischen Dynamik, ja oft kaum den Gegebenheiten des Wahlsystems gerecht wird. Die beschreiben sehr schön das echte oder falsche Lächeln der Kandiaten und interviewen ansonsten reihenweise freiwillige Wahlhelfer oder obskure Politikprofessoren (weil die entscheidenden Repräsentanten der Kampagnen sich meist nur Zeit für die wahlentscheidenden US-Medien nehmen, von den Kandidaten ganz zu schweigen.) Das sorgt für nettes Kolorit, aber eben auch nicht für sehr viel mehr. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn nach Iowa plötzlich Obama als neuer Favorit der Demokraten ausgerufen wird. Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Berichterstattung amerikanischer Medien nicht weniger hypegetrieben ist und damit nicht dazu beiträgt, das ganze Geschäft berechenbarer zu machen. Und einräumen muss man fairerweise auch, dass die politische Dynamik der primary season so immens ist, dass allein die Zeitverschiebung in entscheidenden Phasen zu beachtlichen Aktualitätsverlusten führen kann.

Im Grunde ist eh alles egal: Time hat das ganze Rennen gerade für unberechenbar erklärt. Schuld seien die Wähler: Die machten einfach, was sie wollen. Das mag schon sein. Aber mal ehrlich: Unter Dick Morris oder Karl Rove wäre das nicht passiert!

<Nachtrag: Meine Linkliste Primary Sources>

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O Wort! Das neue gro&szlig;e Ding: Zw&ouml;lftonbloggen!

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Barack Obama ist Matt Santos 2.0

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William Shakespeare, Sonnet 76

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Das große Glitschen

Früher, als ich noch ein Weblog führte, war ich glücklich, wusste es aber noch nicht. Heute, wenn ich mal Gedankengang habe oder etwas passiert, glimmt da gelegentlich dieser Impuls auf: Wenn ich jetzt ein Weblog hätte, ich würde das aufschreiben.

Jedoch: Versuchen Sie mal einen klaren Gedanken zu fassen oder gar zu formulieren, wenn Ihnen morgens um 7 Uhr einer den großen Absaugschlauch ans Hinterkopfgewinde anschließt und mit Verweis auf gewisse vertragliche Vereinbarungen damit anfängt, alles, was da so sprudelt und gluckert, abzupumpen, so dass Ihnen abends um 23 Uhr, wenn der Schlauch wieder abgeschraubt und eingerollt wird, nichts anderes übrig bleibt, als vom Nachhall des Pumpenaggregats betäubt in einen unruhigen Schlaf zu schrammen.

Das ist wahrlich kein Spaß, denke ich mir, es ist mir aber eigentlich gleich, weil ich hier natürlich nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann. Ich lebe ja insgesamt und insbesondere ein arg beschauliches Leben und beschäftige mich vornehmlich mit Dingen, von denen meine Mutter einst sehr zutreffend sagte, dass das ja nun wahrlich keine richtige Arbeit sei. Vor allem wenn man bedenkt, dass Arbeit heute ganz offensichtlich darin besteht, sich mit einem Notebook in einer Kaffeebrutzelbude einzurichten und den Studentinnen hinterherzugucken. Wahlweise nennt man das auch Projekt, habe ich mir sagen lassen. Ich hingegen habe mein Notebook das letzte Mal im Frühjahr 2005 vom Schreibtisch weggenommen, als ich damals umgezogen bin.

Kürzlich bin ich mit ausgewählten Teilen der Anverwandtschaft für einige Tage in ein Hotel verschwunden. Es war empfohlen, im Internet hinreichend beschaut und anschließend gebucht worden. Die Route war geplant, ein Stapel Stullen geschmiert und die Reise begonnen worden. Dann bogen wir am Zielort um die Ecke, ich sah das Hotel von weitem, und da wurde mir schlaggleich klar: Ich war hier schon mal. Drei Jahre vorher. Ich hatte keine Erinnerung mehr daran gehabt, diesen Landstrich, diesen Ort, dieses Hotel je betreten zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt des neuerlichen Eintreffens, als mir einfiel, dass ich mir damals ein Prospekt eingesteckt hatte, weil ich dachte: Dies ist der perfekte Ort, um mit Teilen der Anverwandtschaft mal für einige Tage zu verschwinden. Nach der Rückkehr fand ich das Prospekt wie erwartet im Hängeregister "Reisen".

Was will ich damit sagen? Was ich damit sagen will, ist dies: Es glitscht uns alles zwischen den Fingern weg. Wir können zwar versuchen, das irgendwie aufzuhalten. Es gibt Gemüse, das die Soße vom Teller aufnimmt, damit das Fett nicht über die Spülmaschine ins Grundwasser gelangt. Die Menschen werden immer dicker, weil so viel Fett im Grundwasser ist. Und es gibt Weblogs, in die wir Dinge schreiben, damit diese Dinge kein anderweitiges Eigenleben entwickeln, von dem keiner sagen kann, wo es hinführt. Denn die Dinge, und das ist das einzige von Belang, was ich (neben dem Begriff Wupptizität) je gelernt habe, sind unberechenbar in jeder außer in dieser einen Hinsicht: Letztlich glitscht einem immer alles weg. Nehmen Sie's nicht zu persönlich, es hat nichts mit Ihnen zu tun. Wie Sie dazu stehen, ist dingperspektivisch betrachtet vollkommen wumpe.

Das ist es, verehrte Entitäten, geschätzte Umstehende, liebe Mitlesende, was ich Ihnen in all den Jahren mit auf den Weg geben wollte. Es wird Ihnen nicht immer klar gewesen sein. Das lag dann an meinem eigenen beträchtlichen Unvermögen, mich hier begreiflich zu machen. Es ist auch mir nicht immer klar gewesen, und das würde ich dann im Gegenzug gern Ihrem Unvermögen anlasten. Machen Sie sich nichts daraus: Auch das ist dingperspektivisch gesehen letztlich vollumfänglich wumpe. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. Sagen Sie nicht, ich hätte es Ihnen nicht gesagt.

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Die Bourne Situation

Vier Jahre später, ein Leck, ein Verrat, was auch immer. Irgendetwas ist entsetzlich schief gelaufen in der Agency, und jetzt kann nur noch einer von außen helfen. Der Beste. Vielleicht hängt es mit seiner Vergangenheit zusammen, ein loses Ende, das immer noch im Wind flatterte und sich nun irgendwo verknotet hat. Also bekommt Jason Bourne unerwarteten Besuch von Agent Pamela Landy, mittlerweile Vizedirektorin, aber schon wieder schwer unter Druck, die ihn zu überreden versucht, noch einmal zurückzukommen und die Sache zu Ende zu bringen. Im Interesse der nationalen Sicherheit. In seinem eigenen Interesse. Bourne hat versucht, seine Vergangenheit abzustreifen, eine bürgerliche Existenz aufzubauen, eine Familie zu gründen. Er will nicht. Er will den Kindern seiner neuen Lebensgefährtin morgens das Frühstück machen und sie zur Schule fahren. Doch er hat keine Wahl. Landy kann ihm etwas geben, das ihn einem normalen Leben ohne das ständige Versteckspielen näherbringt. Oder etwas tilgen, das ihn davon fernhält. Vielleicht muss er seine neue Familie schützen. Er wird zurückkommen, ein allerletztes Mal, und wieder wird alles sehr schnell und sehr laut werden. Aber auch ein bisschen selbstironisch. Es wird heißen: »Bourne Again«. Oder »Re:Bourne«. Deutscher Verleihtitel: s.o.

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Dass Ingo Schulze genauso aussieht wie Andrea Nahles, das ist ja allgemein bekannt. Aber wie heißt nochmal der Hund in der Muppet Show, der das Klavier spielt?

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Dichtheit & Wahrung,
XXX. Lieferung

Gott ist mein Kunde.
[&]
Endlich, am Ende eines langen Abends, begriff er, was es mit Mama Sue wirklich auf sich hatte.
[&]
Ey, Alder! Mama Sue hiääh!
[&]
Die sich abzeichnende Einigung zwischen DFB und Adidas ist eine Katastrophe. Die Adidas-Teamausstattung ist seit Jahrzehnten ein ästhetischer Todeskuss. Peinliche Biederkeit vor allem in den Momenten versuchter Modernität. All diese schlimmen Gimmicks mit Belüftungsschlitzen und Heckspoilern, das fiese Graphikdesign mit verspielten schwarz-rot-gelb-Mustern und vor allem diese traditionell grundbeschissene Typographie machte die deutsche Nationalmannschaft schon immer zur hässlichsten des Planeten. Ich habe den Verdacht, dass sich in Zeiten von Berti Vogts, Erich Ribbeck und Rudi Völler das Design der Trikots auf die Rückpass-Spielweise der Mannschaft übertragen hat, so kongenial grauenvoll war das alles. Man hätte es jetzt ändern können. Es wird sich nicht ändern.
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Ich begrüße die Leserinnen und Leser von haz.de. Ende 2001 ging dieses Weblog als erstes (und für geraume Zeit einziges) in Hannover an den Start, Anfang 2002 dann in Serie, und kaum fünfeinhalb Jahre später (oder auch eineinhalb Jahre nach seinem sanften Entschlafen) registriert dies auch die zuständige Lokalzeitung. Ich würde ja nicht drauf rumreiten, man steht da ja drüber, wenn ich den geschätzten Kollegen eco nicht an zentraler Stelle korrigieren müsste: Dieses Weblog heißt nicht »Dichtung & Wahrheit«. Das wäre selbst mir zu langweilig. (Übrigens: Die besten Zeiten hatte dieses Weblog zwischen 2003 und 2005. Heute ist es selbst mir zu langweilig. Seien Sie froh, dass Sie es nur lesen müssen — ich muss den ganzen Schlonz auch noch schreiben!)

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Dichtheit & Wahrung,
XXIX. Lieferung

Ich bin da natürlich befangen, aber die jetzt als Buch veröffentlichten Auszüge aus den Alastair-Campbell-Tagebüchern sind wirklich eine sehr vergnügliche Lektüre. Wenn man mal von den Ankündigungen absieht, dass er den ganzen Wust auch nochmal ungekürzt in x Volumes veröffentlichen und der Wissenschaft zur Verfügung stellen will... eine höchst vergnügliche Lektüre. Es gibt ja nicht wenig Menschen, die meinen, er sollte lieber seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen, und das besser heute als morgen. Vielleicht werde ich hier gelegentlich Passagen kommentieren.
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Die derzeitige Verfassung der internationalen Finanzmärkte ließ mich heut nacht unruhig schlafen. Ich träumte immer wieder vom Domino Day auf RTL. Klickaklickaklicka.
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Subprime-Krise erreicht Kanada. Wie ein Virus, hochansteckend. Marktwirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie? Die anderen 50 sind Pandemie.
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Noch vor einem Jahr wurde ich belächelt, wenn ich sagte: Und die Strickkrawatte kommt wieder! Und jetzt? Überall tragen sie Strickkrawatten! Und es werden immer mehr. Mode ist zu 50 % Psychologie, 50% Pandemie.

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Weil mir kein Klischee zu blöd ist, heute morgen mit dem Reservekanister und verkatertem Kopp durch die Stadt zur Tanke und zurück marschiert. Die Leute schauen einen an, als käme man von einem anderen Planeten. Dabei würde ich, käme ich von einem anderen Planeten, wohl kaum hier auf der Erde tanken!

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Dichtheit & Wahrung,
XXVIII. Lieferung

Vertigo. Then and now. [VIA GONCOURONSENS BEI BOV]
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Jetzt überall Hamsterkäufe wegen steigender Milchpreise. Verstehe den Zusammenhang nicht, aber das wird natürlich zu steigenden Hamsterpreisen führen. (Note to self: Schon jetzt ins Frettchengeschäft einsteigen für den Fall von demnächst zu erwartenden Hamsterengpässen.) Und das alles bloß, damit der Wohlstandsmitteleuropäer weiterhin seinen Latte Macchiato trinken kann. Verrückter Hamsterrad-Kapitalismus!
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»Mehr Courage!«, rief der ältere kleine Herr mit den streng zurückgekämmten Haaren beim Herrenausstatter, als ich den Burberry-Mantel dann doch nicht gekauft hatte,Schon jetzt ins Frettchengeschäft einsteigen! von dem er mir am Telefon berichtet hatte, sondern nur ein Paar Manschettenknöpfe, und er mir darauf ein Glas Dalwhinney angeboten hatte, den bzw das ich dankend mit dem lahmen Hinweis ablehnte, dafür sei es jetzt doch noch etwas früh am Tage, obwohl eine verführerische Mittagssonne die Flüssigkeit in der Flasche gülden gleissen ließ: »Mehr Courage!« Und überhaupt, hatte er mich zuvor belehrt, »wenn ich jetzt auch noch darauf achten soll, ob die Manschettenknöpfe zum Hemd passen, also da hört es ja wohl wirklich auf! Hier«, er nahm ein froschgrün leuchtendes Exemplar, steckte es in die Manschette seines weiß-blau gestreiften Hemdes und hob triumphierend den Arm, »das passt nicht! Aber es sieht doch gut aus!« Und das sah es.
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Neues vom Hosenträgermann: Mit durchaus anklagendem Unterton auf die Gefahren des Passivrauchens angesprochen, antwortete er lässig wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn, der Maß genommen hat und nun aufs Gas tritt: »Wenn wir Raucher schon früher sterben müssen als ihr, wollen wir wenigstens so viele wie möglich von Euch mitnehmen.« »Wenn wir Raucher schon früher sterben müssen, wollen wir so viele wie möglich von Euch mitnehmen.«Der Raucher als Selbstmordattentäter, das hatte mal Glam, und zum ersten Mal in meinem Leben wollte ich mir sogleich eine Zigarette anstecken.
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Natürlich fühle ich mich, als Nichtraucher zumal, gelegentlich belästigt von Zigarettenrauch, aber als moderner Mensch weiß ich, dass letztlich das ganze Leben eine einzige Belästigung ist, und als Stadtbewohner ohnehin.
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Zeit für eine Liebeserklärung. Nachdem wir nicht mehr länger bereit waren, die fortwährenden Impertinenzen und Eigenmächtigkeiten hinzunehmen, die sich die mittlerweile vollkommen unbeherrschbar gewordene Textentartungs-Software Word herausnimmt, sind wir vor ca. drei Jahren auf das kleine, feine Tool Ulysses umgestiegen. Es eignet sich für viele Dinge nicht: Wer einen Text schön setzen will, kann dies anderswo besser tun. Aber dafür gibt's ja schließlich InDesign oder irgendwas anderes. Auch beim Briefeschreiben oder bei der Fußnoten-Verwaltung ist Ulysses keine Offenbarung. Als moderner Mensch weiß ich: Das ganze Leben ist eine Belästigung.Wer aber mit umfangreichen, komplex strukturierten oder gar unstrukturierten Textmassen arbeitet und diese samt Notizen und Kommentaren beherrschen will, wird von diesem Programm sehr gut behandelt. Seine Reduktion aufs Elementare geht mir dabei manchmal ein bisschen weit, ein klein wenig mehr Luxus dürfte die Software schon gönnen. Aber die Grundidee, die konsequent und mit Zen-hafter Selbstbeschränkung (keine Ahnung, wovon ich hier rede) durchgehalten wird, ist bestechend. Ulysses ist eine Textverarbeitung mit Respekt vor dem Text. (Disclaimer: Dieser Text wurde nicht bezahlt.)
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Save the date: Nordische Filmtage Lübeck vom 31.10. bis 4.11. Ich werde da sein. (Muss ja.)
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Habe jetzt 'ne halbe Stunde an so 'nem Hamster rumgeknibbelt, aber er gibt einfach keine Milch!

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Brot statt Böll

»Wo ist Böll?«, fragt das Zeitmagazin Leben auf seinem Titel, und mein erster Impuls ist: Dafür braucht es nun nicht gerade investigativen Journalismus, schaut doch einfach mal in Bornheim-Merten nach. (Für embedded journalism in dieser Sache hätte ich allerdings noch einige Vorschläge.) Da das Magazin aber einen Doppeltitel hat, wird erklärend nachgelegt: »Die Deutschen haben ihren Nobelpreisträger vergessen.« Okay, Hermann Hesse sollte man auch tunlichst vergessen, und überhaupt: Das kann doch mal passieren! Wenn ich morgens aufwache, habe ich manchmal noch ganz andere Dinge vergessen. Kürzlich, als ich den Tag in wechselnden Lokalitäten beschlossen hatte, musste ich am nächsten Morgen in diesem Blog nachschauen, um mich an meinen Namen zu erinnern. Was für ein Ärger, wenn man dann erkennen muss, dass man ja ein anonymes Blog führt! Was nun den Herrn Böll und seinem Platz im Kleinhirn der Nation betrifft, halte es ich zunächst einmal für kein schlechtes Zeichen, wenn »die Deutschen« nicht fortwährend auf einem Deutsch-für-die-Mittelstufe-Niveau verharren. Vielleicht bin ich da aber auch voreingenommen, weil mein erster in der Mittelstufe gelesene Böll-Text die heillose »Catcher in the Rye«-Übersetzung gewesen ist. Die kann ich niemals vergessen, niemals verzeihen. (Oder war das »Whiskey in the Jar«?) Dass »die Deutschen« statt ihrem Hobelpreisträger nun alle einen Langstreckenschwätzer wie Frank Schwärming schätzen, mag zwar noch kein Schritt nach vorn sein. Der allerdings schreibt wenigstens die Ortsnamen aus. Und überhaupt: Wer ist so böll blöd und wandert nach Spanien? Heute kann man doch so billig fliegen!

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Gnade und Brand

Jan Simak, der Begnadete, spielt in der kommenden Saison für Jena in der zweiten Liga, nicht für St. Pauli, was mich mehr gefreut hätte, aber vermutlich ist es besser so für ihn. Aus diesem Anlass liest man derzeit in den Zeitungen wieder häufiger über das Burn-out-Syndrom bei Fußballern, dem das tragische, das unvollendete Genie Jan Simak einst in Hannover zum Opfer fiel, und ich frage mich: Warum schreibt eigentlich niemand über das Burn-out-Syndrom bei Bloggern? Ich wollte mich erst selbst dransetzen, aber ich fühle mich irgendwie so unfassbar müde.

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Klowände der Informationsgesellschaft

Vor immerhin schon über zwei Jahren, nämlich am 9. Mai 2005 verklappte ich in diesem Weblog folgende kleine Notiz (die kurz darauf auch von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als »Worte der Woche« akkreditiert wurde):

Informationsgesellschaft ist, wenn per Instant Messaging die Nachricht auf dem Desktop aufpoppt: »Bin gerade aufm klo im flughafen coventry.« []

Heute nun erhielt ich von einer der wenigen verbliebenen Leserinnen dieses Weblogs eine SMS, die mit folgenden Worten schließt:

Live vom klo in Maasholm, nicht in Coventry

Ich frage mich mehr denn je, wie die Menschen vor der Erfindung dieser ganzen Technologien leben konnten.

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Feldpost aus Kabul.

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1000 digitale Meisterwerke: Norman E. Mailer (was für ein Name!) analysiert den News-Room der Welt-Gruppe in Berlin. [VIA STEFAN NIGGEMEIER]

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KUTTER'S PRIMARY PREDICTIONS

Super Tuesday: 40 races
... 30 correct, 10 false ///
LA, NE, WA: 3 Obama
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ME: Obama ... correct ///
DC, MD, VA: 3 Obama
... 3 correct, 0 false ///
HI, WI: 2 Obama, 2 McCain
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OH, RI: 2 Clinton, 2 McCain
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TX, VT: 2 Obama/ 2 McCain
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WY: Obama ... correct ///
MS: Obama ... correct ///
PA: Clinton ... correct ///
IN: Clinton ... correct ///
NC: Obama ... correct ///
WV: Clinton

Interim track record:
53 of 64 predictions accurate, strike rate 82,8%

Hier schreibt der Kutter.


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