Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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» Überall heißt es über Rösler...
Beitrag von schmerles | 21.01.13 10:37
» A = Das Land hat...
Beitrag von goncourt | 02.12.12 16:31
» Ich stehle mich einfach mal...
Beitrag von kutter | 23.11.12 08:34
» Ergänzend...
Beitrag von soen soensen | 23.11.12 04:39
» Benito
Beitrag von soen soensen | 23.11.12 04:31
» Das glaube ich auch.
Beitrag von kutter | 10.11.12 10:48
» Wenn ich ein bisschen
Beitrag von phaeake | 09.11.12 22:27
» Dass das Auszählungs- und Stimmengewichtungsverfahren...
Beitrag von kutter | 09.11.12 08:21
» US-Wahlsystem komplexer?
Beitrag von phaeake | 08.11.12 21:29
» "Bias":
Beitrag von boecker | 08.11.12 18:20


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Kutter lässt einen twittern,
XIII. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Wochen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

Titel der neuen "brand eins": "Es gibt intelligentes Leben im Konzern." Gegenbeweis: Jeder zählt sich selbst dazu.

In den Rossbreiten mit Jeffrey Foucault

Bob Dylan zum 70.: 70 Dylan-Cover-Versionen bei boogiewoogieflu.blogspot.com

Die 80er Jahre, Frühstyxradio. Kurt Krampmeier sagt, wie es ist: "DAS IST DOCH ALLES GURKENIDEOLOGIE!!"

Ich bin nicht als Kind in dem Bewusstsein aufgewachsen, jeden Tag in einem Atomkrieg verglühen zu können, um jetzt Angst vor GURKEN zu haben

"In Worten: Die Bilder". Unter michaelalthen.de entsteht gerade ein Online-Archiv der Texte von Michael Althen. Das ist toll.

Leute, die sich in der U-Bahn danach aufstellen, auf welcher Seite an ihrer Haltestelle die Türen aufgehen, sind die Spießer des Nahverkehrs

Immer wieder sehr meditativ und schön: verbrennendem Geld beim Knistern zuhören. bit.ly #stundenamkamin

Bin ein Strukturvertrieb für Ideen: Eigentlich wollen Sie eine gute Idee, aber als Beimischung verkaufe ich Ihnen noch vier schlechte dazu.

I put the edit in kredit. Hat der Mann von der Bank nicht verstanden, aber egal. Kohle kommt trotzdem. Die sind doch auch alle wahnsinnig!

Meine Nebenhöhlen sind so dicht wie ich damals am Abend der... naja, lange her.
Ich bin nicht als Kind in dem Bewusstsein aufgewachsen, jeden Tag in einem Atomkrieg verglühen zu können, um jetzt Angst vor GURKEN zu haben!
Bitte verzeihen Sie, dass ich den vorherigen Tweet dreimal gepostet habe. So gut war er nun auch wieder nicht.

Gestern im Fernseh den Spitzenkandidaten #Börnsen reden und gestikulieren gehört und gesehen. Dieser Mann ist Frank Elstner! #Bremen #Wahl

Burn-Zen

Nur zwei Prozent - trotz #servergate? Mobilisierung geht anders, #Piraten, solche Momente muss man nutzen. Vorne schießt man Tore!

Jetzt weiß ich wieder, warum ich kein Architekt geworden bin. Wegen Leuten wie mir.

"Die Situation ist voraussichtlich beherrschbar", sagt der Chef der Bundesnetzagentur. Na, da bin ich ja voraussichtlich beruhigt!

Wenn die #Piraten sich nicht ganz blöd anstellen, ist #servergate keine Beeinträchtigung, sondern eine vom Himmel geschickte Wahlkampfhilfe

Schüler krakelt Hausaufgaben im Stehen in der rüttelnden Straßenbahn. Schaue ihm über die Schulter, lese "des weiteren". #diejugendvonheute

Meine etwas verquere Leidenschaft für den VfL Bochum bringt mich gegenüber meinen Gladbachfanfreunden etwas in die Bredullje.

Daytrip to Schwerin. Ich hatte schon ganz vergessen, wie sehr ich Büchen hasse

Merke: Wenn man schon 'nen Wallander drehen will, dann besser nicht als Bremer #Tatort mit Postelmommsen!

Höhepunkte der deutschen Sprache: das Wort "Absetzmulde"

Entschlossen wie eine Horde deutscher Touristen fällt die Verwandtschaft in die Küche ein. Sie haben beschlossen, ein Glas Wasser zu trinken

Deutschland mit albertspeerscher Lichtdomästhetik #esc

Habe die moldawische Landestracht übergestreift und die kegelförmige schwarze Filzmütze aufgesetzt: #ESC kann losgehen!

Habe mir fünf Alben von Zdob şi Zdub besorgt und damit meine Vorbereitung auf das ESC-Finale abgeschlossen. #moldova #esc

Kernkompetenzen: das allmorgendliche Filetieren der Zeitungen

Seit die @PiratenHannover ihren Stammtisch nicht mehr in der Stammkneipe meines Hundes abhalten, ist die Partei für mich praktisch unwählbar

Ist die Merkelfigur auf Seehofers Eisenbahn nun aus Plastik oder aus Holz? Wir Wähler haben einen Anspruch darauf, dies zu erfahren!

Mein Gefühl gegenüber dem #ESC ist seit vielen Jahren, und dies gänzlich unironisch, am treffendsten wohl mit "Rührung" zu beschreiben

Estland schickt das Fähnlein Fieselschweif #esc

Für mich ist der #ESC soeben entschieden: MOLDOVA!

Johnny Logan sieht auch aus wie Klaus Wowereit. #esc

Ach du Scheiße. Michael Althen ist tot. www.faz.net

Meine Facebook-Freunde sterben wie die Fliegen. Bin schon gespannt, was #fb mir demnächst anbietet, um die Lücken aufzufüllen.

Sie sagte doch eben tatsächlich: "der redaktionelle Teil der Steuererklärung"

Ja! Altin Lala hat seinen Vertrag verlängert! Jetzt wird's dann aber auch langsam mal Zeit mit dem zweiten Treffer, nicht wahr? #h96

Gute Ideen killen und Spaß dabei!

Kommentar via Telefon. Wie bei HSV gegen Dinamo Tiflis, 1979. #esc
Jetzt hat Kloppo endlich mal was anderes gewonnen als nen Fernsehpreis.
Lindner, Bahr, Rösler. Das adäquate Adjektiv zur Beschreibung der FDP scheint mir derzeit zu sein: adrett

Heute mittag voll in die Currywurst-Falle getappt.

Heute morgen voll in die Rockismus-Falle getappt.

Am Samstag zweimal 2TB Festplattenkapazität für Backup-Zwecke gekauft. Wann verdammt nochmal ist dieser Datenwahnsinn so explodiert?!

Wenn ich den Kerl erwische, der hier dauernd meterweise Klopapier in die Toilette stopft und Fäkalienstrudel provoziert, gibts Backenfutter!

Hey, @supatyp! Bitte mehr #poptheorienbiszumabwinken! Das hat Potential für ne Serie!

Sätze vom Wochenende: "Da musste ich dann gar nicht rumtouretten."

Der Tag, an dem das Wort "töricht" in meinen aktiven Wortschatz zurückgekehrt ist.

[Wiedervorlage für 12.01.2012: Grünkohl ist der Spargel des Winters.]

Spargel ist der Grünkohl des Sommers.

Aus dem Leben eines Twitterers: Klopapier ist alle!

Heute ist #Marathon in #Hannover. You can run, but you can't hide!

Pimp your ecosystem

In meinem Schädel geht's grad zu, als würden sie da drinnen "World Invasion: Battle Los Angeles II" drehen.

Aha. Jetzt ist man also in dem Alter, in dem die weiblichen Gäste auf Parties aussehen wie Manuela Schwesig.

Partygespräche über DIN 45500.

Schon wieder Besuch in der Bude. Würde ich ein Hotel betreiben, hätte ich wenigstens mal Betriebsferien.

Viele Follower hab ich ja nicht. Aber solange man immer noch mehr Follower hat als man Leuten selbst folgt, ist ja wohl alles in Ordnung.

Ein deutsches WIRED als Beilage der GQ??!! Und ich beschwere mich immer, dass niemand mehr bereit ist, verlegerische Risiken einzugehen...

Halt, den deutschen "Atlantic" wollte W. Weimer ja schon mit "Cicero" erschaffen. Stattdessen wird der "Atlantic" zum amerikanischen "Focus"

Ich denke, es wird Zeit für einen deutschen "Atlantic". Als Beilage in "Fit for Fun"! Condé Nast, übernehmen Sie!

Ein deutsches WIRED als Beilage zur GQ?! Echt crazy drauf, die Tüpen bei Condé Nast. Fehlt bloß noch die Rückkehr von Vanity Fair! Oh, wait!

Wenn meine Bank erstmal merkt, dass ich keine Erben zeuge, die meine Schuldenlast weiter abtragen dürfen, muss sie Staatshilfen beantragen.

Schön, dass mein Finanzberater zu meinen Plänen sagt: "Geld ist genug da!" Für das Geld zahle ich ja auch ca. 250 Jahre lang Zinsen.

Wäre beim vorhergegangenen Tweet noch Platz gewesen, hätte ich den Hashtag #Pharisäer angefügt. Aber das #Eingangsfluchen war mir wichtiger.

Die ver&%*$§en IBM-Spacken, die mich derzeit zwingen, mit einen ThinkPad zu arbeiten, klappen bei Meetings was auf? Nagelneue MacBookPros!

Ich arbeite mit Menschen zusammen, die so jung sind, dass der Satz "Vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue" keinerlei Schrecken auslöst.

Als ob man ausgerechnet mit der Veröffentlichung von Fotos ausgerechnet Verschwörungstheoretikern begegnen könnte! (Und überhaupt: wozu?)

Mache heute mal was verrücktes und gucke Champions League. Langsam muss man ja mal anfangen, sich auf die nächste Saison vorzubereiten...

Sollte man sich vor dem Rausgehen eine Jacke anziehen? Sie checkt das Wetter auf dem Balkon, ich checke auf dem Klo die iPhone-Wetter-App.

It's all in the game... all in the game...

Bei Anna Järvinens "Uppåt framåt på finska" erscheint einem völlig schlüssig, dass das Chanson eine urschwedische Kunstform ist.

Als das Elfmeterschießen losging, stieg die Spannung daheim vor dem Fernseher ins Unerträgliche: bit.ly

Ich habe den Eindruck, seit dieser Hochzeit da neulich hält sich mein kleiner #Corgi irgendwie für was besseres.

Nennt mich Backsteinspießer, aber diese Energiesparnazis und Wärmedämmfaschisten wollen mir alles schön verschalen und verputzen!

Dem Bewegungsprofil meines iPhones zufolge war ich gar nicht in Hong Kong. Das macht meine VISA-Abrechnungen umso rätselhafter!

Das Bewegungsprofil meines iPhones zeigt mir, dass das Ding offenbar ein geheimes Eigenleben hat. ICH war jedenfalls noch NIE in Düsseldorf!

Bernd #Begemann hat den heutigen #Tatort schon vor Jahren vertont in dem Song "Sie werden wahnsinnig in diesen Häusern".

Berechenbarkeit im St.-Pauli-Shirt: die Hälfte von Axel Prahls Text besteht aus "Moinsen" und "Vattern!" #Tatort

So, so. Michel Houellebecq hat also auch einen Welsh #Corgi.

Jetzt hat Kloppo endlich mal was anderes gewonnen als nen Fernsehpreis. #Fußball #BVB

96 heute so schwach, dass man die Niederlage gegen die mäßigen Gladbacher nicht mal dem schlechten Schiedsrichter anhängen kann. #H96

Gladbach-Fans rufen schon wieder an.

Gladbach-Fans rufen dich an.
Frauenstimme in der Umkleide: "Das ist doch auch so 'ne Muschihose! Hinten sieht sie ja ganz gut aus, aber vorn ist das 'ne Muschihose!"
Die Songs von The Andersen Tapes habe alle ich geschrieben! Vor ca. 20 Jahren! Wo sind meine alten Demo-Tapes, wenn mein Anwalt sie braucht?

Eben im Deutschlandfunk: "Ich bin kein Psychologe." --- "Aber Sie sind Brite!" #royalwedding

Erst säuft mir der Besuch die halbe Hausbar leer (Journalisten!). Und dann kriege ICH auch noch Kopfschmerzen!

@malomalo Berlin ist mir zu egal, um ihm das anzutun. #kreuzkölln

Vollrausch in Stereo.

Scheiß auf Prinzipien: Noch fünf Tage, dann bin ich, so alles glatt geht, ein lupenreiner Gentrifizierer. Nächste Ausfahrt: Privatinsolvenz

Schicksal, Du Sau!

»Da krieg' ich so den Ball, und das ist ja immer mein Problem.« G. Asamoah

Kann man eigentlich auch ironisch faven?

I am *not* the fucking story!!

Mein Lieblingsfleischklopfer. Manchmal nehme ich ihn sogar mit auf Reisen. twitpic.com

Traditioneller Osterspargel mit Schnitzel in the making. Viele Menschen wissen gar nicht, dass ich drei verschiedene Fleischklopfer habe.

Der dritte Platz am 31. Spieltag wird heute beim Altenboitzener Osterfeuer hinreichend gefeiert. #Alkohol #Bratwurst #H96

Und wieder mal Platz 3... #H96

Frauenstimme in der Umkleide: "Das ist doch auch so 'ne Muschihose! Hinten sieht sie ja ganz gut aus, aber vorn ist das 'ne Muschihose!"

Bin jetzt auf bestem Wege, ein waschechter Gentrifizierer zu werden.

"Materie hat kein Wesen, Ingo!" #Dittsche

Zum Glück fällt der Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag in diesem Jahr auf einen Samstag. So krieg ich wenigstens meine Zeitungen.

Fun fact: Nicht jeder Mann, der aussieht wie Chief Wiggum, ist mein Hausarzt.
Immer wenn ich durch die Waschstraße fahre, fühle ich mich wie im Arsch von Grobi.
Nennt mich einen sentimentalen Sack, aber für den Rosi freut mich unser Gegentor sogar irgendwie ein bisschen. #H96

"Wohin mit dem Hass?" ist eine durchaus berechtigte Frage, "wohin mit dem Hund?" die durchaus interessantere.

Hey, dpa: "perfekt" ist kein Superlativ. Nichts zu danken.

I am not the story.

Dass die SPD Sarrazin nicht rausgeworfen hat, beraubt diesen zumindest der Gelegenheit, sich schon wieder als verfolgte Unschuld zu gerieren

Dache im ersten Moment, das Profilbild von @nurganzanders sei ein Detail aus einem Bild von #Hammershøi.

Horst Hrubesch, der Gunter Gabriel des Fußballs. Gunter Gabriel: der Horst Hrubesch des Country. #eviltwins

Und wieder einmal steht #Ostern vor der Tür. Die Zeit des Jahres, in der man Christen ans Kreuz nagelt. #Tradition #Folklore

Nachdem die SPD den Clement nicht rausgeschmissen hatte, ist der spaßeshalber einfach selbst ausgetreten. Aber Sarrazin ist kein Spaßtyp.

||: Europapokal, Vierschanzentournee :|| #H96

Immer wenn ich durch die Waschstraße fahre, fühle ich mich wie im Arsch von Grobi.

Ersetzen Sie bitte handschriftlich in meinem letzten Tweet "Donnerstag" durch "nächsten Freitag". #weltfremdheit

Denke darüber nach, mir für den Donnerstag frei zu nehmen, um auf vier Kanälen simultan Ausschau nach Corgis zu halten.

Ich leide - wir alle leiden - unter Corporate Alzheimer. (Aus meinen Notizen von vor drei Jahren. Hatte ich zwischenzeitlich vergessen.)

Auf dem Spiegel-Cover sind diese Woche lauter Leute, die ich nicht kenne - und ein #Corgi!!!!

@derkutter Selbstkorrektur: Dass das neue Art Brut-Album nicht so enervierend sloganistisch-deklamatorisch ist, macht es nicht so schlecht.


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Wie Thor Kunkel sich sinkend über Wasser hält

Glaubt man dem Waschzettel des Verlags, schreibt Thor Kunkel in seinem neuen Roman »Subs«:

»Mit der heutigen Gesellschaft verhält es sich wie mit einem sinkenden Schiff: Was den maroden Kahn über Wasser hält, ist allein die Verdrängung. Machen Sie sich das Leben nicht unnötig schwer.«

Mal abgesehen davon, dass wir hier auf dem Kutter, die wir von der Verdrängung bekanntermaßen seit 2001 über Wasser gehalten werden, literarische Verneigungen auch von einem wie Thor Kunkel so stoisch entgegennehmen wie die Queen, die an ihren Untertanen vorüberfährt, mal abgesehen davon fragen wir uns schon: Wie kann etwas sinken, das über Wasser gehalten wird? Wie kann etwas, das sich über Wasser hält, gleichzeitig sinken? *

Als »topaktuell, provozierend, subversiv« bewirbt der Verlag das Buch, und für alle, für die das zu deutlich oder nicht deutlich genug ist, schiebt er nach: »die deutsche Antwort auf Bret Easton Ellis und Michel Houllebecq«. Wowo ist die Frage auf die Antwort des Dada, sagte der hannoversche Wowoist Friedrich Kändler, aber welche Frage Houllebecq gestellt haben könnte, die nun durch einen wie Thor Kunkel tiptopaktuell beantwortet würde, will man lieber gar nicht wissen. Man möchte sich das Leben schließlich nicht unnötig schwer machen.

(* Wie schrieb Arnievanlent einmal so schön auf diesen Seiten? »Aussterbende Berufe: Scherenschleifer, Glasmacher, Lektor.«

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Als die Ultras streikten

Als die Ultras streikten, kam die Erinnerung daran zurück, wie es früher war, als sich die Stimmung im Stadion noch organisch aus dem Spiel heraus entwickelte, als die Vorgänge auf den Rängen noch in einer Verbindungen zu jenen auf dem Rasen standen, die mal rätselhaft war, meist aber auf der Hand lag. Wie Wellen schwollen die Gesänge, die Pfiffe, das Raunen und Murren, die brandende Begeisterung und die fiebrige Erregung an und ab, oder wie ein Schwarm Vögel, der sich plötzlich von der Wiese erhebt und in die Luft steigt. Damals war Stadion Magie, nicht Lärmtapete. Es war schön, als die Ultras heute streikten.

Als die Ultras nicht mehr streikten, war es aber auch ganz schön, es war laut, frenetisch, energetisch. Bis das Spiel dann längst vorbei war und die Stadionregie die Gesänge der Fans, die bis dahin sehr gut selbst mit ihrer Freude zurechtgekommen waren, mit Bumstechno überdröhnte. Schließlich war eine Party angekündigt worden, und dann gibt es kein Pardon, dann gibts nen Kessel Lautes. Aber direkt nach dem Abpfiff, als wir ganz bei uns waren, als wir unsere Lieder sangen, als die Mannschaft winkte und übermütig Bälle ins Publikum schoss, da konnte ich meinen Blick nicht vom Mittelkreis wenden, in dem vor gut eineinhalb Jahren ein einsamer Sarg stand. Damals war alles ganz leise. Heute war es ganz laut.

Und es war gut.

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Schicksal, Du Sau!

Im Jahre 1992 kämpfte sich ein blasser Zweitligist Runde für Runde durch den DFB-Pokal, schaltete im Halbfinale überraschend den Vorjahressieger Werder Bremen aus, schlug im Finale die stark favorisierte Mannschaft von Borussia Mönchengladbach ― und qualifizierte sich damit erstmals in der Vereinsgeschichte für einen europäischen Wettbewerb*, der damals und in diesem Falle noch den ruhmreichen Namen Europapokal der Pokalsieger trug. Der Zweitligist, dem dieses Fußballwunder gelang, hieß und heißt natürlich Hannover 96, und der Zufall wollte es, dass diesem Zweitligisten, der nun von Fahrten ins exotische Ausland träumte, in der ersten Runde des Europapokals als erster Gegner der automatisch wiederqualifizierte Vorjahressieger zugelost wurde: Werder Bremen. Wer auch nur etwas vom Schicksal versteht und vom traurigen Lauf der Dinge, der weiß, wie das Abenteuer Europa für Hannover 96 ausging. Man schied sang- und klanglos in der ersten Runde aus. Gegen Bremen. Der Europapokal führte die Mannschaft gerade einmal gute 100 Kilometer Luftlinie aus der eigenen Stadt heraus. So ist das, so war es immer mit Hannover 96, dem Verein, der vier Jahre später zu seinem hundertsten Geburtstag in die Bundesliga aufsteigen wollte und stattdessen in die dritte Liga abstieg.

Diese Geschichte kennt jeder, der in diesen euphorischen Tagen im Niedersachsenstadion das Lied »Europapokal, Vierschanzentournee« anstimmt. Neunzehn Jahre nach dem Bremen-Trauma ist eine Teilnahme an der Champions League nicht mehr gänzlich ausgeschlossen, ansonsten winkt die Europa League, und zwei Dinge weiß man in Hannover besonders zu schätzen: dass Werder Bremen mit allen diesen Wettbewerben nichts zu tun haben wird ― und dass man in der Champions League-Qualifikation nicht den Vorjahressieger zugelost bekommt. Selbst wenn der aus Gelsenkirchen käme.

Bitte betrachten Sie es vor diesem historischem Hintergrund nicht als Ausdruck banalen FC-Bayern-Hasses, wenn ich heute nachmittag der Eintracht Frankfurt beide Daumen drücke, sofern ich sie zwischenzeitlich nicht zur Betätigung der Leertaste benötige.

(* Korrektur: nicht erstmals, sondern erstmals seit 1969, seit Hannover 96 im sog. »Messepokal« gegen Ajax Amsterdam spielte.


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Kutter lässt einen twittern,
XII. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Wochen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

Charlie Brooker: How To Report The News (http://www.youtube.com/watch?v=YtGSXMuWMR4&NR=1&feature=fvwp)

Das neue Art Brut-Album gniedelt aber auch eher so lau vor sich hin. Die gute neue The Kills hingegen klingt fast ein bisschen gefährlich.

Das neue Spex-Layout sieht irgendwie nicht dolle aus. Eher so undoll.

Vielleicht wäre ich dieses Jahr ja auch zur republica gefahren. Aber ick trau mir nich, weil ich nur ein altes iPhone 3GS habe #rp11

Atombefürworter, oder wie man heute sagt: Atomausstiegsentschleuniger.

Sollten wir in die Champions League kommen, scheiden wir bestimmt in der ersten Runde gegen den Vorjahressieger aus. In Gelsenkirchen. #h96

||: Europapokal, Vierschanzentournee :||
Nichts sagt mehr aus über das Menschenbild bei Facebook als die Mails über nahende Geburtstage von Freunden: "Hilf ihnen beim Feiern!"
"Von meinem iPhone gesendet" --- "Von meinem Klo getwittert"

Meine derzeit meistgehassten Buchstaben: Q und A.

Ein Jarle Klepp reist alleine. Damit das mal klar ist!

Na toll: Die FDP ist #Westerwelle los, wir alle haben ihn weiterhin am Hals. Was wurde aus dem Satz: Erst das Land, dann die Partei?

Ich stehe kurz davor, aufregende Zukunftsentscheidungen zu treffen, die mich schon in wenigen Jahren in die Privatinsolvenz treiben werden.

Dan Mangan löst The Wooden Sky als Lieblingsalbumurheber 2010 ab. So oder so: Was für ein alter Sack bin ich eigentlich geworden?

Es musste erst April 2011 werden, bis ich mein Lieblingsalbum des Jahres 2010 gefunden hatte: Dan Mangan, "Nice, Nice, Very Nice".

ICH BRAUCHE MEHR DETAILS!

Ich stelle immer wieder fest, dass ich keine Refrains mehr mag (überraschender Befund von einem Mann, der früher "Chorus Boy" genannt wurde)

Kantine, heute. Ketchupspender vor mir explodiert. Blauer Anzug, weißes Hemd einmal diagonal rot bespritzt. Axtmörder-Look schafft Respekt.

Schröder holte Wahlverlierer Klimmt, Eichel ins Kabinett. Wird Mappus Atomminister, wenn Röttgen als Oppositionsführer nach NRW wechselt?

Klimmt, Gabriel, Beckstein, Ahlhaus, Mappus: Wer mitten in der Legislaturperiode als MP nachrückt, kackt ab. Demnächst: McAllister, Bouffier

Nichts sagt mehr aus über das Menschenbild bei Facebook als die Mails über nahende Geburtstage von Freunden: "Hilf ihnen beim Feiern!" #fb

Julia Klöckner guckt ergriffen wie eine Standesbeamtin mit Stockholmsyndrom

ICH BRAUCHE MEHR DETAILS!

Treffe heute einen Architekten. Mal sehen, vielleicht ist er danach *mein* Architekt. Das entscheidet dann wohl vor allem der Bankberater.

Firmennamen (authentisch): Sörgel & Bunsen. Wix & Liesenhoff. Dude & Kuhlmann. #derdeutschemittelstand

Die Rückkehr der Jogger. Die Rückkehr der Griller. 2:0 für die anderen.

Sind Nóra, Moddi, Einar Stray nun mit Zuckerguss fugendicht verspachtelter Kitsch, oder ist das alles von erhabener Schönheit? Wohl beides.

Netzpolitik: Durch die Verwendung des Linkschrumpfers bit.ly fortwährende Awareness für die schreckliche Situation in Libyen schaffen. #ly

Das Stadion singt ||: Europapokal, Vierschanzentournee :|| #h96

Keiner weiß warum, aber mein Patensohn hat mir heute ausrichten lassen: "Fleisch ist mein Hobby."

Heynckes wieder zu Bayern, Rangnick zu Schalke, Magath zu Wolfsburg - wann kommt eigentlich Neururer zurück zu #h96? Oder Lienen?

Die neue #Strokes-LP ist aber auch eher nur so mittel, oder? Eher Carport als Garage.

Die SZ AM WOCHENENDE fragt heute: "Are we Luhmann or are we dancers?"

Die Atomlobby traut sich nicht zu, das Stromnetz ohne Atomkraft stabil zu halten? Wie soll ich denen dann zutrauen, AKWs stabil zu halten?

Hubschrauber-Einsatz und Wasserwerfer: Jetzt gehen sie gegen ihre Reaktoren schon genauso vor wie seit jeher gegen die AtomkraftgegnerIch schlage mich durchs Leben mithilfe einer Vielzahl von Faustregeln. In ihrer Gesamtheit konstituieren sie gewissermaßen mein Faustrecht.

Mann auf dem Wochenmarkt: "Ich bin ja nicht so der Vollkorntyp."

Entscheidungen: releranwanzen, relerangewant vs. releranvanzen, relerangevanzt

Warte ja immer noch auf die BILD-Schlagzeile "Atomkraft nein danke - DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN!" Vielleicht morgen?

»Ich habe unter vier Augen eindringlich mit ihm geredet - aber viel gesagt hat er nicht. Er hat im Tee gerührt.« Tönnies über Magath

Ich weiß zwar nicht, wie alt sie ist, aber sie sieht angemessen alt für den Satz aus, für ihr Alter sehe sie immer noch total gut aus.

Entweder der Sicherheitsingenieur in Fukushima heißt Homer J. Simpson, oder aber er hat seinen Doktor in Atomgedöns in Bayreuth gemacht.

Bin ich eigentlich der einzige, der bei den ganzen irren Nachrichten aus Fukushima immer "Sektor 7G! Sektor 7G!" denken muss?

Im Wartezimmer des Arztes einen neuen persönlichen #Tetris-Rekord aufgestellt. Ich fürchte, meine wachsende Anspannung war nicht unauffällig

Mir gegenüber stehen drei Dosen Pripps Blå. Was war das noch mal, was der Apotheker über das Antibiotikum gesagt hatte?

Radio gehört, es lief "Simply the Best" von Tina Turner. Musste sofort an Reykjavik denken.

Die Rückkehr der alten Ordnung, endlich: nach den Banken sind nun wieder die Atomunternehmen die Schurken.

Seit der Islam an allem schuld ist, ist nicht mehr 68 an allem schuld.

Gibt es eigentlich einen Client, der (neben Twitter) mehrere Facebook-Accounts gleichzeitig bespielen kann? (Ich frage für meinen Hund.)

Liege seit vier Tagen krank im Bett. Kleiner Hund kommt dauernd angelaufen und legt Hundespielzeug wie Opfergaben davor ab. Gutes Omen?

Respekt: Während die Atomdebatte gerade neu ausbricht, setzt Sat1 mit der Ausstrahlung von "Monster AG" ein Zeichen für alternative Energien

War gerade mit kleiner Hund draußen und höre aus einem offenen Fenster eine... Schreibmaschine! Mechanisch! Tipp, tipp, tipp, bing - ritsch!

mich heute freudianisch blamiert, als ich vehement gegen eine "Verlängerung der Akkulaufzeiten" agitiert habe.

Irgendwie fühle ich mich auf die Bilder aus Japan seltsam vorbereitet. War das Godzilla-Filme-Gucken in meiner Jugend doch nicht umsonst.

Der Apotheker so: "Dass Sie zu Antibiotika keinen Alkohol nehmen sollten, das kennen Sie ja. Bei *diesem* Mittel ist das *wirklich* so!"

Ich schlage mich durchs Leben mithilfe einer Vielzahl von Faustregeln. In ihrer Gesamtheit konstituieren sie gewissermaßen mein Faustrecht.

N. Minkmar: "los wochos des Wahnsinns" www.faz.net

Koan Titel? Von wegen. Der FC Bayern kann immer noch Riestermeister werden! #fcb #h96

FC Bayern München: Abwehrleistung wie #Guttenberg. #h96

Ossy Pfeiffer und Dete Kuhlmann, der Thomas Anders und die Joy Flemming des Niedersachsenstadions. #h96

Hannover 96 - Bayern München. Eines dieser Spiele, bei denen man was für seine Tordifferenz tun kann... #h96

Müsste man einen deutschen Titel für "The Thick Of It" suchen, wäre es natürlich "Malcolm mittendrin"

Gibt es einen wissenschaftlichen Fachbegriff für die Angst vor großen Menschenansammlungen im Internet?

"Wir wolln unsern alten Kaiser Wilhelm wiederham!" Greinenden #Guttenberg-Fans begegnet man am besten mit einem beherzten: "Heul doch!"

Ich sehe mir all diese Leidensmanifestationen der #Guttenberg-Fans ja echt gerne an. Es ist erheiternd und befriedigt die Schadenfreude.

die vorstellung, dass guttenberg immer weiter gemacht hätte, war schlimm genug. aber die heiligsprechung, die jetzt kommt, wird furchtbar

Aus meinen Mails: "Besuche Facebook, um zu sehen, was mit deinen Freunden los ist." Ja, also DAS frage ich mich ja schon lange!

Für diesen Rücktritt, Freunde, werden wir noch teuer bezahlen.Meine Autobiographie wird heißen: »Meine Nächte mit Wulf Blitzer«

Zu Ehren meines Verteidigungsministers trage ich heute einen Cleptomanicx-Hoodie. #guttenberg

Zeitangaben meiner Mutter (2011): "So um zehn, viertel vor zehn, wenn das Fernsehprogramm vorbei ist..."

Die Kommunikationspolitik von #Guttenberg erinnert mich fatal an Christoph Daum: "Reines Gewissen!" - Haarprobe - "Hmm. War wohl 'n Fehler."

Ihrem Gegenstand vollauf angemessen ist die Tatsache, dass die ganze #Guttenberg -Häme im Internet ebenfalls dem Copy-Paste-Prinzip folgt.

»ehrgeizloses vor sich Hingelingen« (http://bit.ly/gASq3V, @knoerer): klingt wie die Verfilmung meines Lebens

Rührei (mit Creme fraiche, Sesam, gemahlenem Wasabi)

Meine Autobiographie wird heißen: "Meine Nächte mit Wolf Blitzer"

Heute sagte doch tatsächlich jemand zu mir: "Sie als Blattmacher...". Die Leute sind verrückt. Ich bin nicht mal eine Zahnarztfrau!

Sie kennen mich vielleicht auch als Murat Curtis.

Dass mir mittlerweile die Kraft für anständige Blogposts fehlt: okay. Dass mir mittlerweile die Kraft für 140-Zeichen-Tweets fehlt: scary!

Die Sarrazins als Familienfranchise. Demnächst erscheint das Buch von Sarrazins Hund. These: Mischlingshunde werden auch immer blöder!

Ich twittere derzeit nur deswegen nicht, weil ich Magen-Darm-Infekt habe und das Risiko nicht eingehen will, jemand von Euch anzustecken.


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Otto Mohl fühlt sich wohl am Pol ohne Atomstrom

Was schlimmer sei, fragt die FAZ den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel: der nukleare GAU oder die Klimakatastrophe? Gabriels Antwort: »Die Atomkraft ist dauerhaft das größte Risiko, weil wir sie im Fall eines Unfalls nicht beherrschen.« Man kann diese Priorisierung des Schreckens teilen oder auch nicht, man kann sich auch fragen, ob Gabriel womöglich meint, all die kleinen und großen Naturkatastrophen beherrschen zu können, die in ihrer Gesamtheit ja erst das ergeben, was wir der Einfachheit halber Klimakatastrophe nennen.

Aber der Fehler liegt eher in der Frage als in der Antwort, nämlich in der Behauptung eines scheinbar unvereinbaren Widerspruchs, der einen dann letztlich zur Entscheidung zwingt. Als Gedankenspiel ist die Frage dennoch interessant: Warum erscheint uns der Atomausstieg heute eigentlich wesentlich wichtiger als noch vor einigen Jahren, als wir mit Groll nach Kopenhagen schauten, weil »die Politik« einmal mehr die Rettung vor dem Klima-GAU versaubeutelt zu haben schien?

Atombefürworter, die uns heute als Atomausstiegsentschleuniger begegnen, haben dafür eine einfache Erklärung: Panik und Hysterie. Diese Erklärung deckt sich allerdings kaum mit dem, was ich in meinem Alltag erlebe. Könnte es statt dessen sein, dass wir heute dazu neigen, dem Ziel des möglichst raschen Atomausstiegs ― und um hier keine Zweifel aufkommen zu lassen: ich bin dafür ― auch deshalb höchste Priorität einzuräumen, weil uns Fukushima noch einmal die simple Tatsache verdeutlicht hat, dass der GAU diejenigen am härtesten trifft, in deren Nachbarschaft er passiert? Wohingegen die Auswirkungen der Klimakatastrophe unabhängig vom Sitz der Hauptverursacher zunächst einmal andere, ärmere, entferntere Teile der Welt in Mitleidenschaft ziehen, von wo aus sie uns dann schließlich als schockierende, aber letztlich auch beruhigend fremde Bilder erreichen, auf denen wir eine Natur wüten sehen, mit der wir nichts zu tun haben wollen?

Wer es sich leicht macht und sagt: Atomausstieg vor Klimaschutz, der trifft letztlich die bequeme Entscheidung, die katastrophalen Auswirkungen unverantwortlichen Handelns in möglichst entfernte Regionen abzuschieben. Und ähnlich unschön ist leider auch die umgekehrte Priorisierung: Klimaschutz vor Atomausstieg ― so als ob die kaum beherrschbare, ewig strahlenden Abfall produzierende Atomenergie ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Erderwärumung sein könnte.

Bei all den falschen Widersprüchen, die uns zwischen Pest und Cholera wählen lassen sollen, ist es nahezu schon wieder erhellend, dass die japanische Reaktorkatastrophe durch einen Tsunami ausgelöst wurde. Es ist zwar nicht unumstritten, aber auch keineswegs widerlegt, dass die Tsunamis der letzten Jahre beunruhigende Indikatoren eines sich verschärfenden Klimawandels sein können, und auch wenn gerade jener Tsunami, der für das Unglück von Fukushima verantwortlich war, durch ein kräftiges Erdbeben und nicht durch schleichende Erderwärumung ausgelöst wurde, so ist uns doch bewusster geworden, dass für Atomkatastrophen nicht nur Schlamperei auf dem Leitstand, mangelhafte Dichtungsringe oder ein Flugzeugabsturz, sondern sehr wohl auch Naturkatastrophen verantwortlich sein können. Schon deshalb macht es keinen Sinn, einen Widerspruch zwischen Atomausstieg und Klimaschutz zu konstruieren: weil die Klimakatastrophe atomare Katastrophen auslösen kann.

Aber höchstwahrscheinlich eben nicht bei uns. Deshalb diskutieren wir hier lieber über Dinge, die uns betreffen und von denen wir etwas verstehen: etwa den Strompreis.

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Badezimmer-Akustik

Wenn ich im Bad meinen Kopf in einem ganz bestimmten Winkel neige und mit der elektrischen Zahnbürste eine ganz bestimmte Bewegung vollführe, höre ich ganz leise Obertöne, die mich an mein altes 56k-Modem beim Einwählen erinnern.

Mein Elektrorasierer brummt in G.


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Fernsehwahlberichterstattungs-
nachlese

Okay, Ihr politischen Fernsehjournalisten und angeschlossenen Studiodesigner, Ihr habt da jetzt also endlich auch diese tollen Touchscreens wie die Kollegen vom Sport und könnt jetzt mit den Fingern auf den Schirmen rumwischen wie auf 'nem Riesen-iPad. Das ist echt toll. Wenn Ihr dann noch wissen möchtet, wie man daraus Mehrwert für die politische Analyse zieht statt nur stolz die neue Kulisse vorzuzeigen, indem man ein paar Fraktionsblöcke von links nach rechts zieht, dann schaut Euch vielleicht mal John King und seine "Magic Wall" bei CNN an. Was, so viele Daten kann man den Zuschauern nicht zumuten? Da habt Ihr wahrscheinlich recht. Nicht, wenn sie Gebühren zahlen.

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Die Erben

Was verbindet Reinhard Klimmt, Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück, Günther Beckstein, Christoph Ahlhaus und Stefan Mappus? Sie alle waren Ministerpräsidenten (oder wie Ahlhaus Erster Bürgermeister) eines Bundeslandes, und ihnen allen haftete der Makel an, sich nicht als Spitzenkandidat im öffentlichen Schlachtengetümmel eines Wahlkampfes durchgesetzt zu haben. Sie wurden ohne vorheriges Wählervotum innerhalb der Legislaturperiode aus der Mitte ihres Landtages zum Nachfolger eines zwischenzeitlich abhanden gekommenen Landesvaters bestimmt. Die Mehrheit, auf die sie sich beriefen und die sie ins Amt brachte, hatten sie nicht selbst errungen. Sie waren Erben.

Ist das tatsächlich ein Makel? Rechtlich gesehen natürlich nicht. Die jeweiligen Vorgänger – Lafontaine, Glogowski, Clement, Stoiber, von Beust, Oettinger – waren schließlich auch nicht direkt gewählt, sondern vom Parlament. Trotzdem ist es den Nachfolgern allesamt nicht gelungen, ihr Amt zu verteidigen, als sie sich in ihrem ersten Wahlkampf als Zugpferd und Spitzenkandidat bewähren mussten. Im Angesicht des Wählers scheiterten sie. Offenbar gilt der so genannte Amtsbonus nicht für jene, die in das Amt nachgerückt sind. Und möglicherweise muss man sogar von einem Amtsmalus sprechen.

Natürlich gibt es Gegenbeispiele zu dieser These. Zunächst einmal waren einige der genannten Vorgänger – Glogowski, Clement, Stoiber, Oettinger – selbst Erben. Und bis auf den tragischen Fall Glogowski, der nach Gerhard Schröders Wahl zum Bundeskanzler in die niedersächsische Staatskanzlei einzog und dann nicht einmal bis zur nächsten Landtagswahl durchhielt, haben sie zumindest ihren ersten eigenen Wahlkampf erfolgreich bestehen können.

Dann gibt es Kurt Beck, der sich als Nachfolger von Rudolf Scharping etablieren konnte und erst jetzt erste Schrammen abbekommen hat, ohne sein Amt zu verlieren. Oder Matthias Platzeck, der sein Amt von Manfred Stolpe übernahm und es verteidigen konnte, ebenso wie Heide Simonis, die auf Björn Engholm folgte. Stanislaw Tillich wurde von den sächsischen Wählern als Erbe des zurückgetretenen Georg Milbradt bestätigt, der zuvor bereits als Erbe des zurückgetretenen Kurt Biedenkopf bestätigt worden war. Nach dem Tod von Franz Josef Strauß wurde ein gewisser Max Streibl neuer Ministerpräsident und schaffte zwar die Wiederwahl, musste dann aber in der folgenden Legislaturperiode zurücktreten. Anders als Beck und Platzeck wurde Streibl nie zu einer prägenden Figur für sein Land. Erst Edmund Stoiber konnte aus Strauß’ Schatten treten. Damals hatte die CSU noch ein Abonnement auf die Macht, doch schon mit Stoibers Erben Beckstein trat der Amtsmalus des Nachrückers auch in Bayern in Erscheinung. Beckstein schaffte es zwar, die CSU mit Ach und Krach mehrheitsfähig zu halten. Sein Amt war er trotzdem los.

Auch kann man einwenden, Mappus habe nicht etwa mit einem Amtsmalus zu kämpfen gehabt, sondern als bekennender Atomkraftfan mit dem Fukushima-Trauma. Das ist richtig, aber sein Niedergang begann schon vorher. Beim Streit um Stuttgart21 handelte er im besten Falle glücklos. Er agierte sprunghaft und unglaubwürdig und taumelte dem Ende der Legislaturperiode schließlich ähnlich hilflos entgegen wie einst Sigmar Gabriel in Niedersachsen. Der war in kürzester Zeit verglüht wie eine Sternschnuppe.

Trotz einiger Gegenbeispiele ist die Häufung gescheiterter politischer Erben in den letzten Jahren auffällig. Und selbst wenn einem der Nachrücker die Titelverteidigung gelingt, scheint ein schmachvolles Ende, wie viele der Beispiele zeigen, nur aufgeschoben. Lange, ruhmreiche Karrieren winken den Erben eher nicht.

Warum fällt es den Nachrückern so schwer, aus dem Schatten ihrer Vorgänger zu treten? Oft haben sie nicht viel Zeit, um sich in der Fläche des Landes bekannt zu machen, wo die zweite Reihe, aus der sie hervorgetreten sind, weitgehend unbekannt ist. Diesen Nachteil haben allerdings auch die meisten Landespolitiker, die aus der Opposition heraus gegen einen Amtsinhaber antreten und nicht die Profilierungsmöglichkeiten nutzen können, die ein Regierungsamt mit sich bringt. Gerade deshalb spricht man ja vom Amtsbonus.

Auch fehlt den Nachrückern die Wahlkampferfahrung: Es ist etwas völlig anderes, sich als Spitzenkandidat in einem Landtagswahlkampf zu exponieren, als sich um ein Direktmandat im Wahlkreis Goslar zu bewerben. Die Hitze des Gefechts bekommt nicht jedem, der sonst eher Strippen im Hintergrund zog. Aber auch hier gilt: Das geht den meisten Herausforderern aus der Opposition nicht besser. Nicht jedem gewährt die eigene Partei gleich drei Anläufe wie einem Christian Wulff, der schon als Charlie Brown der niedersächsischen Landespolitik galt, bevor ihm als letzte Rettung der Erbe Sigmar Gabriel erschien.

Die genannten Beispiele zeigen, wie verbreitet die Vererbung von landespolitischer Macht geworden ist. Die Zahl der Ministerpräsidenten, die im Laufe der letzten Jahre ihr Amt während einer laufenden Legislaturperiode geerbt haben, ist beachtlich. Es stellt sich die Frage, inwieweit ein gewisser Politikverdruss und eine allgemein abnehmende Identifikation mit den demokratischen Verfahren und Institutionen in der Bevölkerung auch damit zusammenhängt, dass sich Bürger zunehmend mit einigermaßen unbekannten Landesvätern konfrontiert sehen, bei denen sie sich nicht daran erinnern können, für (oder gegen) diese gestimmt zu haben. Dem Eindruck, „die da oben“ würden die Pöstchen ja doch bloß hin- und hermauscheln, tritt man so nicht entgegen. Und wenn man denn seine Stimme schon – womöglich nicht ohne Absicht – für einen siegreichen Spitzenkandidaten abgegeben hat, würde man sich doch freuen, wenn dieser auch das Ende seiner gewählten Amtszeit erreicht statt auf halber Strecke skandalverschlissen ausgewechselt zu werden oder zwischenzeitlich dem Reiz alternativer Karriereoptionen zu erliegen und sich deshalb urplötzlich der politischen Qualitäten des Fraktionsvorsitzenden oder Innenministers (vulgo: "des Kronprinzen") zu erinnern.

Es wäre interessant zu untersuchen, inwieweit es ein verborgenes Unbehagen gegenüber jenen gibt, die die Macht nur geerbt statt sie sich im ehrlichen Kampfe Mann gegen Mann verdient haben. Tatsächlich hat ja der Erbe, „der Sohn“, in der Gesellschaft allgemein einen schweren Stand, er genießt nicht den gleichen Respekt wie der, der ein Erbe aus eigener Arbeit aufgebaut und weitergegeben hat. Den Erben sieht man gerne stolpern und scheitern, man spricht ihm die Legitimation seiner Privilegien ab, und womöglich spielt das auch in mancher Wahlentscheidung eine Rolle.

Das wären dann keine rosigen Aussichten für die nächste Erbengeneration in der Landespolitik: David McAllister in Niedersachsen und Volker Bouffier in Hessen. Beide erscheinen nicht gerade unschlagbar, haben aber bislang schwerwiegende Fehler der Mappus-Klasse oder planloses Irrlichtern à la Gabriel vermieden. [Nachtrag: den Ringstorff-Erben Erwin Sellering in Mecklenburg-Vorpommern habe ich bei der Abfassung vergessen.]

Nicht immer übrigens muss der Verlust der Macht im Land das Karriereende bedeuten. Gerhard Schröder holte Hans Eichel und Reinhard Klimmt (den Erben) nach verlorenen Landtagswahlen in sein Bundeskabinett. Ein halbes Jahr, nachdem er das schlechteste SPD-Ergebnis in Nordrhein-Westfalen einfuhr, rückte Peer Steinbrück (noch ein Erbe) ins Kabinett Merkel ein. Womöglich wird ja auch Stefan Mappus demnächst noch in Berlin gesichtet – vielleicht als neuer Atomminister, wenn Norbert Röttgen als neuer Oppositionsführer nach Düsseldorf wechselt. Vom Erbhof zum Gnadenhof, gewissermaßen.

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Die Formulierung, nach der ich fünfzehn Jahre vergeblich gesucht habe: »ehrgeizloses vor sich Hingelingen« (auch wenn ich mir bei der Groß-, Klein-, Zusammen- und Getrenntschreibung gerade sehr unsicher bin)

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Kurt-Schwitters-Stadt Hannover

Vor dem Spiel: Optimistische Hannover 96-Fans präsentieren eine unerwartete Hommage an den großen Sohn der Stadt, Kurt Schwitters, und treffen damit den richtigen Ton für einen gutgelaunten Tabellenzweiten.

Vorwärts nach weit. Hannover 96-Fans zitieren Kurt Schwitters

»Liest man aber Hannover von hinten, so ergibt sich die Zusammenstellung dreier Worte: ‚re von nah’. Das Wort ‚re’ kann man verschieden übersetzen: ‚rückwärts’ oder ‚zurück’. Ich schlage die Übersetzung ‚rückwärts’ vor. Dann ergibt sich also als Übersetzung des Wortes Hannover von hinten: ‚Rückwärts von nah’. Und das stimmt insofern, als dann die Übersetzung des Wortes Hannover von vorn lauten würde: ‚Vorwärts nach weit’. Das heißt also: Hannover strebt vorwärts, und zwar ins Unermessliche.«
Kurt Schwitters

Nach dem Spiel: Ich gratuliere einigen Schalke-Fans zur nunmehr unausweichlichen Meisterschaft des BVB, die die Schalker durch ihren heutigen Sieg gegen den ersten Verfolger der Dortmunder (Hannover 96) auch noch selbst perfekt gemacht haben. Die Strategie dahinter erschließt sich mir nun wirklich nicht. Als Anwort erhalte ich ein einsichtig-zerknirschtes »Schalalala«. Mit schlechten Gewissen wird außerdem ein »Auswärtssieg« eingeräumt. Dabei habe ich eindeutig eine tendenziell unnötige Heimniederlage gesehen. Komische Menschen.

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Kutter lässt einen twittern,
XI. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Wochen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

Der alte Fernseher ist kaputtgegangen. Das ist besonders schade, weil ich es immer besonders cool fand, einen Fernseher von Nokia zu haben.

Zwonull gewonnen. Und das alles sogar ohne Mike Hanke ihm seine Jokertore! #H96

Wer dereinst von Grönemeyer ihm seiner Alten stumm der "Ausgangstür" verwiesen wurde, kann ja mal an zu Knyphausens "Eingangstür" klopfen.

zur aktuellen Lage bei Hannover 96: "Wahrscheinlich machen die das alles nur, um hinterher die Preise zu erhöhen." bit.ly #h96

Bei Pascal Pinon hört man Blockflöten, die klingen, als hätte Console sie durch den Zick Zick Zyliss gehackt.

"Hannover counter-attack their way into the Bundesliga's rarefied spheres" ― guardian.co.uk ― bit.ly ― #H96

"Wir haben soeben [...] an Sie verschickt. Bitte halten Sie Ausschau."

Überall Piraten und Leaks: Warum ist das Internet eigentlich so seefahrtsfeindlich?

Mein Plan für heute abend: Auf meiner Satzschale im Niedersachsenstadion festfrieren, im März dann wieder abtauen und nach Hause gehen. #h96

Heute meinen Namen in einem Satz gelesen, der mit "Sodann wird" beginnt und mit "gebeten" endet. Sogleich geschmunzelt.

Verstehe ich das richtig und Julian Assange ist jetzt sowas wie der Che Guevara für die geknechtete Internetbevölkerung? #seufz

Ha! iTunes-Mediathek jetzt mit 99.996 Dateien. Die nächsten vier müssen wohlüberlegt sein!

Genauso hab ich mir das damals als pubertierender Vorstadt-Punk gedacht: Dass ich dereinst mal ein Ramones-Shirt bei Tschibo kaufen würde

Kurt Beck sagt, wir bräuchten eine Debatte. Wir müssten reden. Setzen Sie einfach irgendein aktuelles Thema ein, es wird schon stimmen.

Kabeln statt twittern!

... und überhaupt das Verb "kabeln"!

Es gibt Leute, die behaupten, ich würde iPhoto hassen, weil ich es nicht verstehe. Ich aber will eine Fotoverwaltung nicht verstehen müssen.

Niemand kann sich übrigens vorstellen, wie sehr ich iPhoto hasse hasse hasse. Zur Erläuterung: Ich hasse iPhoto wirklich sehr.

Gestern einen sehr seltsamen Likörschnaps getrunken. Den Namen vergessen, irgendwas wie "Kill the bitch". Wundersame Welt des Niederrheins

Auf der Hochzeit. 200 Borussen-Fans können mit dem 1:2 heute ganz gut leben. Aber 1992 in Berlin, das verzeihen die uns nie! #H96

Der Kutter. Auswärts seit neun Jahren ungeschlagen. #H96

Gladbach-Fans um uns herum reden über Heimniederlage. Dabei war das ein klarer Auswärtssieg! #H96

Mein erster Grünkohl mit Bregenwurst in diesem Jahr. Am Nachbartisch spinnt der Piraten-Stammtisch Parteitagsgarn. Geschäftsordnungs-Nerds.

Durchs weiße Schneegestöber stapfen, während die majestetisch schwebende Musik der Reykjaviker Band Nóra durch den Kopfhörer schwelgt: hach!

"Und du?" - "Ich bin in der Drittmittel-Branche tätig."

Ich sehe die Anti-JMStV-Kampagne schon vor mir: KEIN BLOG IST ILLEGAL! #jmstv

Wichtige Einschränkung: "Es gehe bei der kommenden Enthüllung um eine große US-amerikanische Bank, die noch existiert." #wikileaks

Dieses Jahr hat der "Glühwein mit Schuss" auf dem Weihnachtsmarkt irgendwie auch seine Unschuld verloren. #terroooooar!

Der Glaube, dass alles öffentlich werden muss, was geheim ist, bloß weil es geheim ist, ist ein ziemlich dummer Informationstotalitarismus.


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So, ich bin raus, ab geht's nach Outlogistan. Bis auf weiteres wünsche ich alles Gute für 2011 oder ein beliebiges anderes Jahr Ihrer Wahl. Falls Sie mit mir Kontakt aufnehmen wollen, können wir uns wieder auf dem Parkplatz des ICA-Marktes in Markaryd treffen.

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Das kuttersche Musikjahr 2010

Plattensammlungen sind wie Bäume, an ihren Jahresringen kann man die guten von den anderen Jahren unterscheiden. Bei mir hat sich die musikalische Prosperität über viele Jahre umgekehrt proportional zur ökonomischen entwickelt: Die meisten Platten habe ich in Zeiten gekauft, als ich sie mir eigentlich gar nicht leisten konnte. Je mehr Geld ich verdiente, desto weniger kam ich zum Musikhören, was mit einem leicht zeitversetzten Rückgang der Plattenkäufe einherging. In Fachkreisen spricht man hier von Verbürgerlichung oder auch, jedenfalls wenn man das Erklärungsmuster heranzieht, demzufolge die Musik früher einfach besser war, von Verspießerung. 2007 war der Tiefpunkt dieser Entwicklung, dieser Jahresring ist kaum noch sichtbar.

Wenn man seinen Musikbestand weitgehend in Programmen wie iTunes archiviert und ordentlich verdatenbankt hat (in Fachkreisen spricht man von Nerdismus; bitte erwarten Sie hierzu auch mein nahendes Standardwerk über Ordnungssysteme), kann man mit Scripten und Tools wie beatunes interessante Auswertungen vornehmen. Bei mir erkennt man dann im weitgehend linearen Niedergang meines Musikkonsums zwei heftige Ausschläge: Als Napster in seiner Blütephase war, habe ich für kurze Zeit wieder so viele Platten gekauft wie sonst nur in ärmsten Studententagen; man entdeckte einfach so viel faszinierende Dinge beim Stöbern in fremden Sammlungen, die man sogleich besitzen wollte. Als Napster starb, war es hiermit schnell wieder vorbei. Der zweite große Ausschlag begann im letzten Jahr und verstärkte sich in diesem in nahezu grotesker Weise, und das sogar unter weitgehendem Verzicht auf rechtlich anrüchige Beschaffungswege. Möglicherweise steht dieser Peak für eine Trendwende.

Wie wäre eine solche Trendwende zu erklären? Zum einen hat sie wohl etwas mit zunehmender Mobilität und den damit einhergehenden »toten Zeiten« zu tun, die für das Musikhören wie geschaffen sind. Diese Zeiten wollen gefüllt werden, sie gieren nach immer neuem Futter. Desweiteren profitiere ich aus naheliegenden Gründen von einer verlässlich fließenden Grundversorgung mit unabhängigen skandinavischen Musikprodukten. Das habe ich mir nicht ausgesucht, aber ich nehme es gerne so hin. Hinzu kommt schließlich ein nicht unerheblicher Mentalitätswandel dergestalt, dass ich ein MP3-Archiv (die sog. »iTunes-Mediathek«) mittlerweile als Fortschreibung der alten analogen Plattensammlung zu akzeptieren gelernt habe. Früher hatte ich immer auf einer haptisch greifbaren (und in den Wohnungen ausstellbaren) LP- und CD-Sammlung beharrt, zugleich aber den Kauf und die Lagerung von CDs zunehmend als umständlich und lästig empfunden. Mit der Umarmung des Mediathek-Prinzips hat sich dieses Unbehagen erledigt, die Online-Akquisition von Alben hat bei mir nun eine hohe Akzeptanz erlangt. (Diese Entwicklung wurde auch durch das Erscheinen feiner Auflegesoftware wie djay begünstigt, die sich mittlerweile sogar per iPhone bequem mit einem Drink in der Hand von der Bar aus steuern lässt.)

Jahresende ist Listenzeit. Das gilt erstmals seit neun Jahren auch für den Kutter, wo es das Musikjahr 2010 nun nicht zu verdrängen, sondern wissenschaftlich aufzuarbeiten gilt. Statt jedoch mit großem Aufwand eine Bestenliste mit Platzierungen auszutüfteln (hey, ich bin keine 19 mehr!), habe ich der Einfachheit halber alle Album- und EP-Neuerscheinungen des Musikjahres 2010, die ich meiner CD-, LP- oder MP3-Sammlung auf die eine oder andere Weise legal zugeführt habe, in alphabetischer Reihenfolge aus der iTunes-Datenbank ausgelesen und diese in vier Kategorien gruppiert, wobei die Zuordnung – abgesehen von der letzten Kategorie – nicht immer einfach, oft auch willkürlich war. An einem anderem Tag würde sie sehr wahrscheinlich ganz anders aussehen. (Stichtag ist der 22.12.2010. Alle folgenden Anschaffungen gehen ein in die Aufarbeitung des kommenden Jahres.)

Die bestaunenswerten 11 Alben für meine Top Ten:

Aloe Blacc: Good Things ― Edwyn Collins: Losing Sleep ― Nada Surf: If I Had A Hi-Fi ― The National: High Violet ― Nora: Er einhver að hlusta? ― Paul Smith: Margins ― Seabear: We Built A Fire ― Stars: The Five Ghosts ― The Tallest Man on Earth: The Wild Hunt ― Tokyo Police Club: Champ ― The Wooden Sky: If I Don't Come Home You'll Know I'm Gone (in alphabetischer Reihenfolge)


Die feinen Alben, die in der zweiten Reihe ungeduldig mit den Hufen scharren:

Die Aeronauten: Hallo Leidenschaft ― Alcoholic Faith Mission: Let This Be The Last Night We Care ― Ben L’Oncle Soul: Ben L’Oncle Soul ― The Beth Edges: The Complete First Season [4 EPs] ― Bombay Bicycle Club: Flaws ― Bonnie "Prince" Billy & The Cairo Gang: The Wonder Show of the World ― Broken Records: Let Me Come Home ― Bryan Ferry: Olympia ― Caribou: Swim ― Christian Kjellvander: The Rough And Rynge ― Christiane Rösinger: Songs Of L. And Hate ― Clem Snide: The Meat of Life ― Darwin Deez: Darwin Deez ― Eels: End Times ― Eels: Tomorrow Morning ― Fredrik: Trilogi ― The Gaslight Anthem: American Slang ― Gil Scott-Heron: I’m New Here ― Gisbert zu Knyphausen: Hurra! Hurra! So nicht ― I Am Kloot: Sky At Night ― I’m Kingfisher: Arctic ― Jenny and Johnny: I'm Having Fun Now ― John Legend: Wake Up! ― Junip: Fields ― Kanye West: My Beautiful Dark Twisted Fantasy ― Lady Of The Sunshine: Smoking Gun ― Lali Puna: Our Inventions ― Lloyd Cole: Broken Record ― Moddi: Rubbles (EP) ― New Young Pony Club: The Optimist ― Pascal Pinon: Pascal Pinon ― Pernice Brothers: Goodbye, Killer ― Sad Day For Puppets: Pale Silver And Shiny Gold ― Tocotronic: Schall & Wahn ― Weezer: Hurley (in alphabetischer Reihenfolge)


Das überwiegend respektable Mittelfeld, in dem sich noch einige Perlen, aber auch manche Graupen verstecken:

1000 Robota: UFO ― Adam Green: Minor Love ― Aeroplane: We Can't Fly ― Agnes Obel: Philharmonics ― The Album Leaf: A Chorus Of Storytellers ― Amiina: Puzzle ― Andreya Triana: Lost Where I Belong ― Anna Maria Blixt: Venus Jupiter And The Moon ― Antony And The Johnsons: Swanlights ― Arcade Fire: The Suburbs ― Beach House: Teen Dream ― Bedroom Eyes: The Long Wait Champion ― Belle and Sebastian: Belle and Sebastian Write About Love ― Ben Folds and Nick Hornby: Lonely Avenue ― Big Boi: Sir Lucious Left Foot - The Son of Chico Dusty ― Billie The Vision & The Dancers: From Burning Hell To Smile And Laughter ― The Black Keys: Brothers ― Black Mountain: Wilderness Heart ― Bob Dylan: The Witmark Demos: 1962-1964 ― Bobby and Blumm: A Little Big ― Bonaparte: My Horse Likes You ― Britta Persson: Current Affair Medium Rare ― Broken Bells: Broken Bells ― Broken Social Scene: Forgiveness Rock Record ― Bruce Springsteen: The Promise ― Calexico: Live in Nuremberg ― Cassandra Wilson: Silver Pony ― Cats on Fire: Dealing in Antiques ― Cee Lo Green: The Lady Killer ― Chiddy Bang: The Preview ― Clare And The Reasons: Arrow ― Color of Clouds: Satellite of Love ― The Concretes: WYWH ― Console: Herself ― The Coral: Butterfly House ― Cosmogramma: Flying Lotus ― Crookers: Tons Of Friends ― Daft Punk: Tron Legacy ― Danger Mouse & Sparklehorse: Dark Night of the Soul ― Das Racist: Sit Down, Man ― David Sylvian: Sleepwalkers ― The Dead Weather: Sea of Cowards ― Deerhunter: Halcyon Digest ― Devo: Something For Everybody ― Dirk Darmstaedter & Bernd Begemann: So geht das jede Nacht ― The Drums: The Drums ― Ed Harcourt: Lustre ― Ed Kowalczyk: Alive ― El Michels Affair: Walk On By (A Tribute To Isaac Hayes) ― The Electric Pop Group: Seconds ― Element of Crime: Fremde Federn ― Elvis Costello: National Ransom ― Erland and the Carnival: Erland and the Carnival ― Erykah Badu: New Amerykah Part Two (Return Of The Ankh) ― Evelyn Evelyn: Evelyn Evelyn ― The Fall: Your Future Our Clutter ― Fang Island: Fang Island ― The First Aid Kit: The Big Black & The Blue ― Forest Swords: Dagger Paths ― Four Tet: There Is Love In You ― Friska Viljor: Plague of Angels ― Get Well Soon: Vexations ― Gonjasufi: A Sufi And A Killer ― Cee Lo Green: The Lady Killer ― Gorillaz: Plastic Beach ― Hans Unstern: Kratz dich raus ― Harlem: Hippies ― Hjaltalín: Terminal ― Hot Chip: One Life Stand ― Hurts: Happiness ― I Was King: Old Friends ― Interpol: Interpol ― Isobel Campbell & Mark Lanegan: Hawk ― James Murphy (et al.): Greenberg (Soundtrack) ― Janelle Monáe: The ArchAndroid ― jj: jj n° 3 ― Joanna Newsom: Have One On Me ― Jochen Distelmeyer: Einfach so (Live) ― Joel Alme: Waiting For The Bells ― John Roberts: Glass Eights ― Jónsi: Go ― Jónsi: Go Live ― Josh Ritter: So Runs The World Away ― Junip: Rope and Summit (EP) ― Karen Elson: The Ghost Who Walks ― Kelley Stoltz: To Dreamers ― Kissaway Trail: Sleep Mountain ― Kristof Schreuf: Bourgeois With Guitar ― Kurt Vile: Square Shells ― Kurt Wagner & Cortney Tidwell: Invariable Heartache ― Last Days of April: Gooey ― Le Futur Pompiste: Le Futur Pompiste ― Lady & Bird: La ballade of Lady & Bird ― Lætitia Sadier: The Trip ― LCD Soundsystem: This Is Happening ― Lena: My Cassette Player ― Liars: Sisterworld ― Lissie: Catching A Tiger ― Luke Haines: 21st Century Man / Achtung Mutha ― M.I.A.: MAYA ― Marching Band: Pop Cycle ― Marina & The Diamonds: The Family Jewels ― Massive Attack: Heligoland ― Menomena: Mines ― MGMT: Congratulations ― Mogwai: Special Moves ― Monzano: By This Time Last Year Everything Will Seem Younger ― Mount Kimbie: Crooks & Lovers ― The New Pornographers: Together ― Nina Kinert: Red Dream Leader ― Northern Portrait: Criminal Art Lovers ― Now, Now: Neighbors (EP) ― Ólafur Arnalds: …And They Have Escaped The Weight Of Darkness ― Olof Arnalds: Innundir Skinni ― Our Broken Garden: Golden Sea ― Owen Pallett: Heartland ― Palpitation: Palpitation ― Pantha Du Prince: Black Noise ― Paul Weller: Wake Up The Nation ― Peter Gabriel: Scratch My Back ― Pieter Nooten: Here is Why ― Pony Pony Run Run: You Need Pony Pony Run Run ― The Radio Dept.: Clinging To A Scheme ― Robert Francis: Before Nightfall ― Robyn: Body Talk Pt. 1 ― Robyn: Body Talk Pt. 2 ― Robyn: Body Talk Pt. 3 ― Rökkuró: Í Annan Heim ― Rufus Wainwright: All Days Are Nights: Songs For Lulu ― RxRy: RxRy ― Ryan Adams: Orion ― Sam Prekop: Old Punch Card ― Sambassadeur: European ― Säkert!: Facit ― School Of Seven Bells: Disconnect From Desire ― Shelby Lynne: Tears, Lies & Alibis ― Shout Out Louds: Work ― Shugo Tokumaru: Port Entropy ― Skilla: Recall Tension ― Sky Sailing: An Airplane Carried Me to Bed ― Smoke Fairies: Through Low Light And Trees ― Sophie Hunger: 1983 ― Spoon: Transference ― Die Sterne: 24/7 ― The Strange Boys: Be Brave ― The Streets: Computers and Blues ― Sufjan Stevens: The Age Of Adz ― Sun Kil Moon: Admiral Fell Promises ― Sun Kil Moon: I'll Be There ― Susanne Sundfør: The Brothel ― Take That: Progress ― The Tallest Man on Earth: Sometimes The Blues Is Just A Passing Bird [EP] ― The Tarantula Waltz: Did Not Leave To Find But To Forget, To Leave Behind ― Teenage Fanclub: Shadows ― The Thermals: Personal Life ― These New Puritans: Hidden ― Timo Räisänen: The Anatomy of Timo Räisänen ― Tired Pony: The Place We Ran From ― Toro y Moi: Causers Of This ― Tunng: ... And Then We Saw Land ― Two Door Cinema Club: Tourist History ― Howling Bells: Missing Deadlines - Selected Remixes ― Vampire Weekend: Contra ― The Vaselines: Sex With An X ― Violens: Amoral ― The Walkmen: Lisbon ― Warpaint: The Fool ― Weezer: Death to False Metal ― Wolf Parade: Expo 86 ― Woven Hand: The Threshingfloor (in alphabetischer Reihenfolge)


Die beiden miesesten Alben des Jahres, die ich tatsächlich als einzige in dieser Liste als komplett hoffnungslose Fälle abtun möchte:

Kings of Leon: Come Around Sundown ― Neil Young: Le Noise (in alphabetischer Reihenfolge)


Eine Singles- oder Songliste lohnt sich bei mir nicht. Ich bin und war immer eine Albumband. Wenn Sie aber erraten möchten, welches Lied mir im vergangenen Jahr zuverlässig ein dummes glückliches Grinsen in mein mürrisches Gesicht gefräst hat, können Sie mit der »Enjoy the Silence«-Coverversion von Nada Surf nicht völlig schiefliegen.

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Nordische Filmtage 2010:
The Twitter Edition

Eine der wenigen Freizeitvergnügungen und kulturellen Ausgleichssportbeschäftigungen, die wir uns hier auf dem Kutter noch gönnen, ist die alljährliche Reise zu den höchst sympathischen und angenehmen Nordischen Filmtagen Lübeck.

FRÜHERE NFL-BERICHTERSTATTUNG BEI DICHTHEIT & WAHRUNG:
2009 | 2008 | 2006/2007 | 2005 | 2004 | 2003

Statt des angekündigten, aber leider nie fertig gewordenen Berichts für das Festivaljahr 2010 dokumentiere ich an dieser Stelle (ausnahmsweise in der unzulässigen, blogwidrigen chronologischen Reihenfolge von vorne nach hinten) nun noch einmal meine mehr oder minder wortgewandten Wasserstandsmeldungen, die ich exklusiv über Twitter von den NFL abgegeben habe (exklusiv, weil ich offenbar der einzige Twitterer auf dem ganzen verdammten Festival war. Hey, Lübeck, es ist 2010!!)

#NFL10: Alle Parties, alle Filme, bis auf die,
die ich verpasst habe


Es fährt ein Zug nach Lübeck. Nachher. Um den zu erwischen, nehme ich jetzt erstmal den Zug nach Hamburg. Nordische Filmtage Lübeck. #nfl10

Heute abend Eröffnung im Lübecker Kolosseum. Eröffnungsfilm Sound of Noise (SVE). Es wird geklöppelt & getrommelt. Wie überall... #nfl10

Auf dem Bahnsteig in Hamburg sehen mindestens drei Mitreisende aus wie skandinavische heavy drinker. Filmtage, wir kommen! #nfl10

Eröffnungsfilm: Sound of Noise. Ein Musikfilm. Guerilla-Drummer klöppeln und tippern überall rum, ein Polizist sehnt sich nach Stille #nfl10

Musikfilme sind wie Pornos. Handlung und Dramaturgie suchen vor allem immer nach der Rechtfertigung für den nächsten Akt bzw. Act. #nfl10

Sound of Noise würde @Batz wahrscheinlich an "The Sevillian Drummer" erinnern. Die Drummer sind Drumnerds. Aber arschcoole Drumnerds. #nfl10

Vier der sechs Drummer aus Sound of Noise waren gestern bei der Eröffnungsveranstaltung, drei haben getrommelt. Lärm war beträchtlich #nfl10

Steen Bille moderierte die Eröffnung wie immer höhepunktlos, aber höchst charmant. The kind of host you'd like to have a beer with #nfl10

Habe für heute ein enges Filmtage-Programm geplant. Mal sehen, wann der Schlendrian einsetzt. Überlege, den Morgen-Slot zu schwänzen. #nfl10

NFL ehren Pål Bang-Hansen und zeigen seinen Politthriller "Kronprinsen". #nfl10

"Er liebte die Gastronomie" (über Pål Bang-Hansen) #nfl10

Dieses Kino frisst Tweets. Dafür läuft hier Pheline Roggan mit einer FC St. Pauli-Tasche rum. Sensationeller Schokokuchen außerdem! #nfl10

Nächster Film: "R" aus DK (deutscher Titel: R. Englischer Titel: R). Ein Knastfilm.

Knastfilme haben irgendwie immer Längen. Muss in der Natur der Sache liegen... #nfl10

"R" dauert 90 Minuten, fühlt sich aber länger an. Für einen Knastfilm kein so schlechtes Zeichen. #nfl10

Oliver Perau rennt hier auch rum, und ich finde es empörend, dass er in den letzten zwanzig Jahren viel weniger gealtert ist als ich. #nfl10

Sie verramschen hier "Yella" für 9,90. Gestern noch Filmkunst, heute schon Ausschuss. Dabei war ich in "Yella" auf der Höhe meiner Kunst!

Die Schlange vor "En ganske snill mann" war fucking 30 Meter lang. Deshalb wird der Nachmittags-Slot jetzt geschwänzt. #nfl10

Aus der Reihe "Langweilige Fotos": das Kolosseum gestern Abend. twitpic.com

Ein Film, den ich bei den Filmtagen nicht sehen werde: "The Good Heart" von Dagur Kári. Weil ich ihn schon kenne. Er ist toll! #nfl10

Der Fotograph, der mich letztes Jahr hier andauernd abgelichtet hat, ignoriert mich dieses Jahr völlig. So schnell verblasst der Ruhm #nfl10

Eben als "Schlacks" bezeichnet worden. Das ist mir auch seit 15 Jahren nicht mehr passiert...

In meinem Hotel-WLAN haust eine Horde Pinguine. (Horde? Schwarm?? Man weiß so wenig...)

Der Regen hier in Lübeck ist ein gottverdammter Psychopath!

Och nu: Himlen är oskyldigt blå (Der Himmel ist unschuldig blau) #nfl10

Himmel unschuldig blau: Teenager-Sommer-Nostalgiedusche mit Drogen und psychedelischen Hemden. Nett. #nfl10

Regisseur Hannes Holm sagte vor der Vorführung, er hoffe, sein Filme benehme sich anständig. Ja. Ein höflicher Film. #nfl10

Danach war der skandinavische Empfang. Genauso höflich und überraschungsfrei. Aber ohne Drogen. Nur Kürbissuppe. Und Krombacher. #nfl10

Übrigens gabs letztes Jahr auf dem Skandiempfang erstmals Bockwurst. Ich verlange eine Wiederaufnahme dieser Tradition im Jahr 2011! #nfl10

Die Retrospektive würdigt den skandinavischen Sexfilm der 70er. Hätte ich das früher erwähnen sollen, um Ihr Interesse zu wecken? #nfl10

Vom Bahnhofskino in die Festivalretrospektive in nur 35 Jahren. #nfl10

Heute mal defensives Programm: 1045 Die Bilderhändler (FIN), 2000 Lappland-Odyssee (FIN). Dann Schuppenparty. Dazwischen Hüxshopping. #nfl10

Welche Rechnung auch immer der Regen gestern mit Lübeck noch offen hatte, sie scheint nun beglichen zu sein. Regen hat sich verpisst. #nfl10

Flüchtige Zählung ergibt: Habe mehr Haut- & Haarpflegeprodukte dabei als meine strahlende Begleiterin. Man versucht mitzuhalten. Vergeblich.

Für alle, die von dem ewigen Filmtagegeschnacke hier genervt sind: Sonntag ist damit schon wieder schluss. Nur noch zweimal schlafen! #nfl10

Lieber Freund, Respekt / Autumn Man / Die Bilderhändler: Three films about making ends meet draußen in the Hinterwälder #nfl10

Wer immer diese drei kurzen bzw. semikurzen Filme zu einem Screening zusammengespannt hat, versteht sein/ihr Geschäft. #nfl10

All diese freundlichen Menschen, die einen grüßen & in Gespräche verwickeln. Wer mich kennt, weiß, welche Höllenqualen ich hier leide #nfl10

So ein nettes, familiäres Festival ist einfach nichts für mürrische Soziopathen... #nfl10

Und wenn ich noch einmal höre "Ja, hallo und herzlich willkommen", werde ich mich heute Abend fürchterlich betrinken. (Safe bet) #nfl10

"Alting bliver godt igen" ("Alles wird gut"): ein recht blöder dänischer Politthriller mit Jens "Der Adler" Albinus. #nfl10

"Allting...": Das obligatorische Überraschende Ende ist nach 15 Minuten klar. Läuft bestimmt bald im dt. Fernseh. Weil ach so brisant #nfl10

"Allting...": Ein Film, der behäbig auf dem ausgelatschten Trampelpfad zwischen Verschwörung und Paranoia entlangtrottet. #nfl10

Und jetzt zu etwas gutem: "The Good Heart" vom superknuddeligen Isländer Dagur Kári (sprich: Kauri) ("The Dark Horse", "Noi Albinoi") #nfl10

"The Good Heart": jarmuscheske Ballade über zwei verschrobene Loser in/mit einer Bar in New York. Seltsam, aber super. #nfl10

"The Good Heart": ein Film, der uns lehrt, das Humanität nicht bei Enten enden darf ("We cannot kill a fellow duck!") #nfl10

Dänische Filme/Koproduktionen, in denen nicht Nicolas Bro auftaucht, sind als Fälschung zurückzuweisen. #nfl10

Als nächstes: "Lappland-Odyssee", ein finnisches Road Movie. Vermutlich mal wieder eine typisch skurrile Angelegenheit. #nfl10

"Napapiirin sankarit" (Lappland-Odyssee): Drei Freunde, ein Auto, eine Nacht, ein Ziel. Dazu Digitalreceiver, Russen, Killerlesben #nfl10

"Lappland-Odyssee" (FIN) ist ein bisschen wie "Absolute Giganten" am Polarkreis. Es passiert nur viel mehr in dieser Nacht... #nfl10

Ich hatte befürchtet, so ein finnisches Lappland-Roadmovie würde skurril werden. Ich hasse das. Es war nicht so. Großer Spaß, Leute! #nfl10

Und weiter zur Filmschuppen-Party im Schuppen 6. Hart trinken. Grundlage hab ich mir schon bei Sultan Palast angeeignet. #nfl10

Die verrückten schwedischen Drummer sind wieder da. Und zwar in meinem Schädel. Aua aua. #nfl10

Offizieller Ausrüster des Kutters bei den Nordischen Filmtagen Lübeck 2010: Galenus-Apotheke. #nfl10

"Armadillo": dänischer Dokfilm über junge Soldaten auf einen dänischen Truppenstützpunkt in Afghanistan. #nfl10

"Armadillo": kein sehr origineller Amsatz, aber ausgesprochen dicht erzählt und exzellent montiert #nfl10

"Armadillo" wirkt weniger wie Dokfilm, sondern wie low-budget-Spielfilm, der mit Handkamera auf pseudodokumentarisch getrimmt wurde #nfl10

"Armadillo": beklemmend nahe Kampfszenen, erstaunliche Einsatznachbesprechungen: Diskussionen wie im Kulturzentrum. Diese Dänen... #nfl10

Was ich unbedingt noch sehen wollte, aber wohl eher nicht mehr schaffe: "En ganske snill mann" und "Home for Christmas" (Bent Hamer). #nfl10

Heute Abend dann Filmpreisnacht im Stadttheater. Hey Arne, this is for you: Ich habe meinen drittbesten Anzug dabei! #nfl10

(zugegeben: nicht so schön wie Bernd Begemanns schöner Satz: "Ich habe meinen besten, einzigen Anzug an.")

Fuck Fuckity Fuck! Fuck! Dämmere gerade im Hotelbett und bemerke, dass ich gerade den Drehbuch-Talk verpenne! Grmpf! #nfl10

Wäre ich nicht heut nacht um fünf dazu übergegangen, die vielen Biere mit Gin Tonics abzulöschen, wäre alles noch viel schlimmer #nfl10

Das mit den Gin Tonics war sehr vorausschauend und hatte rein gar nichts damit zu tun, dass sie Hendrick's da hatten (mit Gurke)... #nfl10

Wer nicht versteht, warum es heißt "klein, aber fein", besuche in Lübeck die winzige Buchhandlung "maKULaTUR". Großartig. Trotz des Namens.

Stimmt das, dass es in Lübeck offenbar drei rivalisierende Veranstaltungsreihen mit Kurzfilm-Slams gibt? Was für eine Filmmetropole!

Vi ses på film pris natten! #nfl10

Filmpreisnacht. The stage is set. #nfl10 twitpic.com

NDR-Filmpreis am "Beyond", Publikumspreis für "The Good Heart". Den Rest schlagen Sie bitte in ihrem örtlichen Internet nach. #nfl10

Jetzt müssen wir nur noch die öden Norddeutschen Filmpreise hinter uns bringen, und dann wird das Buffet eröffnet. #nfl10

Letztes Jahr: Norddeutscher Filmpreis für bestes Drehbuch an Fatih Akin für "Soul Kitchen"

Dieses Jahr: Norddeutscher Filmpreis für besten Film an Fatih Akin für "Soul Kitchen"

Nächstes Jahr: Norddeutscher Filmpreis für Lebenswerk an Fatih Akin ("Soul Kitchen")

Die Kopplung des sog. "Norddeutschen Filmpreises" an die Nordischen Filmtage funktioniert nicht. War zum Glück das letzte Mal. #nfl10

Norddt. Filmpreis: das Kunststück, sich in inzestuöser Weise selbst auf die Schultern zu hauen in einer Familie, die es gar nicht gibt

Filmpreisnacht: das Geheimnis ist, nach jedem Bier ein stilles Wasser zu trinken, bevor man das nächste Bier ordert. #nfl10

Wieder mal ging der Hauptpreis an einen Film, den ich nicht auf meinem Sichtungszettel hatte. "Beyond" von Pernille August (Swe). #nfl10

Für mich sind die Filmtage nun vorbei. Jetzt gleich zum Zug. Heute 1530 spielt #H96 gegen den Tabellenführer! Ein Sieg wär nicht schlecht...

Für Euch da draußen an den Empfangsgeräten sind die NFL nun auch zu Ende. Höre ich da ein Aufatmen in der geschätzten Followerschaft? #nfl10


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Kutter lässt einen twittern,
X. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Wochen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

Wikileaks enthüllt: Merkel scheut Risiken, Westerwelle ist arrogant, Seehofer unberechenbar. Die Geschichte muss neu geschrieben werden.

State Department, as in: "stating the obvious" #wikileaks #geheimdepeschen

Steht eigentlich in den US-"Geheimdepeschen" irgendein Satz, der nicht zuvor schon jahrelang in Leitartikeln zu Tode georgelt worden ist?

Werde Sa. Hochzeitsfeier zwischendurch verlassen, um #h96-Spiel im nahen M'Gladbach zu besuchen. Interessant: Der Bräutigam macht's genauso!

Sebastian Balzter interviewte Christina Lindberg bei den Nordischen Filmtagen Lübeck: www.faz.net #nfl10

beatunes hat gerade vorgeschlagen, "Frank Sinatra" zu ändern in "Frank Zander"

Jetzt wird sogar schon das Flugreisen mit rohen Schnitzeln kriminalisiert.

aus dem Charles Tyrwhitt-Katalog: "Braune Schuhe - Wunderschön braun" - Darauf muss man als Texter ja auch erstmal kommen.

Die kältesten Orte der Welt: bit.ly. Hey, Ulaanbaatar auf Platz 9!

Meine Hanna of Donegal-Tweetmütze hat Ohrenklappen, wenn ich die runterklappe, sehe ich aus wie Goofy, sagt die Liebste. Süß oder töricht?

Weißer Flaum auf dem Park. Park sieht aus wie weißes Küken. Wie weißes Küken, das jemand platt ausgewalzt hat. Oder jedenfalls so ähnlich.

Schon ein wenig peinlich, wie der kleine Hund immer in Richtung Kneipe zerrt und gleich die Stufen hochhopst, selbst wenn man nur vorbeigeht

"Seine Arbeitsmoral würde ich als buddhistisch bezeichnen."

"Ich habe mich noch nicht entschieden, ob Ihr eine Hängeregistermappe bleibt oder ein Aktenordner werdet." #projekte #buerobuero

Ich komme jetzt in das Alter, in dem man kein schlechtes Gewissen mehr hat wenn sich das Gehalt gegenläufig zum eigenen Marktwert entwickelt

Das Faxgerät benutze ich eigentlich nur noch, um Rückantworten für Veranstaltungseinladungen zu verschicken. Also auch immer weniger.

Es schneit. Jetzt beginnt endlich wieder die Jahreszeit, in der ich mich in Deutschland heimisch fühlen kann.

Vermutlich bin ich nicht der erste, der das hier auf Twitter mitteilt, aber sicherheitshalber erwähne ich es trotzdem: Es schneit.

Habe diesem seltsamen Tag gerade mit Anlauf in den Arsch getreten, aber er lässt sich nichts anmerken, die Sau!

Der über viele Jahre bestangezogene Mann bei den Nordischen Filmtagen Lübeck (nach mir) ist nun Bischof in Hannover und Käßmann-Nachfolger.

Die Karten für das Auswärtsspiel in Gladbach sind da. Wir sehen uns in Block 10A! #h96

Warum Hannover 96 Meister wird: roterblog.haz.de #h96

Ich war heute in einer Weise produktiv, die meine Arbeitgeber zu der Frage veranlassen sollte: Kann der nicht immer so sein? (Ach so: Nein.)

Noch 15 Minuten, dann läuft mein Backup seit genau 24 Stunden. Gut drei Viertel sind schon durch. That's my way of Vorratsdatenspeicherung.

Auf dem SPIEGEL-Cover zwei Themen: Der Hetzer Joseph Goebbels. Und Terror-Alarm in Deutschland. Was wirklich hinter den Warnungen steckt.

Haben Sie mal versucht, eine 640GB große iTunes-Mediathek per WLAN auf eine TimeCapsule zu backuppen? Wie komme ich nur auf so einen Scheiß?

Die Liebste beendet eine Zugfahrt mit der SMS: "Der Bahnhof ist nicht explodiert." Glückwunsch!

Wer weiß, womit ich mich heute beschäftigt habe und wieviel ich dafür gezahlt bekomme, weiß, dass der Kapitalismus gar nicht überleben KANN.

In meiner Kneipe um die Ecke tagt neuerdings der "Piraten-Stammtisch". Nun sind Piraten aber so etwas wie der natürliche Feind von Kuttern!

Meinen Entfollowern, die sich still und heimlich davon machen, möchte ich versöhnlich hinterherrufen: Deserteure hat man früher erschossen!

Wenn ich unscharf verpixelte Straßenzüge sehen will, nehme ich beim Autofahren einfach die Brille ab und gebe Gas.

Endlich mal etwas, dass Stefan Raab und ich gemeinsam haben: Mettbrötchen nie mit Gürkchen!!

Quartal kommt von Qual

Hmmm. Habe ich gerade zweimal nahezu das gleiche getwittert, ohne es zu merken? Bizarr!

Seit Jahren redet mein Vermieter davon, dass die Fassade renoviert werden soll. Jetzt hat er sie wenigstens schon mal verpixeln lassen!

Mein Vermieter hat unsere Fassade nur deshalb verpixeln lassen, weil es ihm peinlich ist, dass überall der Putz abplatzt. #streetview

Der alte Sack mit der Hornbrille, der jeden Morgen an den beiden Repetitorien vorbeischlurft, ist mittlerweile alles andere als hübsch. #ich

Die Jurastudentinnen, die vor dem A+S Repetitorium rauchen, sind hübscher als die, die vor dem Hemmer-Repetitorium Coffee-to-go schlürfen

Früher hätte ich auf die Frage "Was hast Du gegen den HSV?" geantwortet: "Nichts was hilft." Heute aber sage ich: Pogo ist wieder fit! #H96

Was für ein Drama, als meine Eltern sich gestern entschieden, ihr Mobiltelefon mal wieder nach mehreren Monaten in Betrieb zu nehmen! #puk

Das mag bei einem Indie-Dude wie mir nicht auf der Hand liegen, aber Aloe Blacc "Good Things" könnte mein meistgespieltes Album 2010 werden

Beantrage die Umbenennung des Kampfnamens meines Vereins: von "Die Roten" in "Die Gelb-Roten". #h96

Busemann: "Castor-Gegner sollen Einsatzkosten zahlen." Grundrechte künftig nur noch gegen Gebühr? #castor

Und jetzt also Che. Langsam verstehe ich, warum mein Team "Die Roten" heißt... #h96

Eins, zwei, drei... Mainz! Hannover 96 zählt die Punkte. #h96

Ich fühle mich im Moment, als könnte ich Bäume ausreissen ― vorausgesetzt, es gäbe eine App dafür.

Und wieder so ein Morgen, an dem man missgelaunt im Großhirnrindenmulch herumstochert.

Und schon wieder eine rote Karte gegen Hannover 96. Kein Wunder bei dem Mannschaftsmotto: "Zehn Freunde sollt Ihr sein"... #H96

Deutet sich bei der Süddeutschen ein vorsichtiges Layout-Lifting an? Die Bayern-Seiten proben schon seit längerem eine neue Luftigkeit. #SZ

Statt den Castor durchzubringen, saß McAllister gestern drei Reihen vor mir im Stadion. Hat beim 0:4 gegen den BVB auch nichts gebracht #h96

An der FAZ-iPhone-App gefällt mir sehr die edle Oberflächenverarbeitung in Leder, schwarz, genoppt. Wie viele Tiere mussten dafür sterben?

Hier ein weiterer, leider hastig hingepfuschter Beitrag von mir bei Sad Don Draper: bit.ly

Netzteildarwinismus

Nehme mir jedes Mal aufs Neue vor, nicht mehr ohne Mehrfachsteckerleiste zu verreisen (sechs Netzteile, 2 freie Steckdosen im Hotelzimmer).

Übrigens: das Blau in meinem neuen Profilbild ist ein Detail aus dem Filmplakat von "Drei Farben: Blau". Kein Scheiß! Ich Cineast, ich!

Früher rief man mich (Seitenscheitel, schmale Anzüge) gelegentlich einen "Spießer". Heute heißt es, ich imitiere den Style von "Mad Men".

Pendler aus dem Umland erkennt man zuverlässig daran, dass sie das Rechts-stehen-Links-gehen-Gebot auf Rolltreppen nicht kapieren.

NFL-SONDERLIEFERUNG

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) während der Nordischen Filmtage Lübeck (3.-7. November 2010) auf meinem Twitter-Account ereignet hat. Teile davon werden Ihnen möglicherweise demnächst wiederbegegnen in einem noch zu erstellenden NFL-Bericht.

Für Euch da draußen an den Empfangsgeräten sind die NFL nun auch zu Ende. Höre ich da ein Aufatmen in der geschätzten Followerschaft? #nfl10

Für mich sind die Filmtage nun vorbei. Jetzt gleich zum Zug. Heute 1530 spielt #H96 gegen den Tabellenführer! Ein Sieg wär nicht schlecht...

Wieder mal ging der Hauptpreis an einen Film, den ich nicht auf meinem Sichtungszettel hatte. "Beyond" von Pernille August (Swe). #nfl10

Filmpreisnacht: das Geheimnis ist, nach jedem Bier ein stilles Wasser zu trinken, bevor man das nächste Bier ordert. #nfl10

Norddt. Filmpreis: das Kunststück, sich in inzestuöser Weise selbst auf die Schultern zu hauen in einer Familie, die es gar nicht gibt

Die Kopplung des sog. "Norddeutschen Filmpreises" an die Nordischen Filmtage funktioniert nicht. War zum Glück das letzte Mal. #nfl10

Nächstes Jahr: Norddeutscher Filmpreis für Lebenswerk an Fatih Akin ("Soul Kitchen")

Dieses Jahr: Norddeutscher Filmpreis für besten Film an Fatih Akin für "Soul Kitchen"

Letztes Jahr: Norddeutscher Filmpreis für bestes Drehbuch an Fatih Akin für "Soul Kitchen"

Jetzt müssen wir nur noch die öden Norddeutschen Filmpreise hinter uns bringen, und dann wird das Buffet eröffnet. #nfl10

NDR-Filmpreis am "Beyond", Publikumspreis für "The Good Heart". Den Rest schlagen Sie bitte in ihrem örtlichen Internet nach. #nfl10

Filmpreisnacht. The stage is set. #nfl10 twitpic.com

Vi ses på film pris natten! #nfl10

Stimmt das, dass es in Lübeck offenbar drei rivalisierende Veranstaltungsreihen mit Kurzfilm-Slams gibt? Was für eine Filmmetropole!

Wer nicht versteht, warum es heißt "klein, aber fein", besuche in Lübeck die winzige Buchhandlung "maKULaTUR". Großartig. Trotz des Namens.

Das mit den Gin Tonics war sehr vorausschauend und hatte rein gar nichts damit zu tun, dass sie Hendrick's da hatten (mit Gurke)... #nfl10

Wäre ich nicht heut nacht um fünf dazu übergegangen, die vielen Biere mit Gin Tonics abzulöschen, wäre alles noch viel schlimmer #nfl10

Fuck Fuckity Fuck! Fuck! Dämmere gerade im Hotelbett und bemerke, dass ich gerade den Drehbuch-Talk verpenne! Grmpf! #nfl10

(zugegeben: nicht so schön wie Bernd Begemanns schöner Satz: "Ich habe meinen besten, einzigen Anzug an.")

Heute Abend dann Filmpreisnacht im Stadttheater. Hey Arne, this is for you: Ich habe meinen drittbesten Anzug dabei! #nfl10

Was ich unbedingt noch sehen wollte, aber wohl eher nicht mehr schaffe: "En ganske snill mann" und "Home for Christmas" (Bent Hamer). #nfl10

"Armadillo": beklemmend nahe Kampfszenen, erstaunliche Einsatznachbesprechungen: Diskussionen wie im Kulturzentrum. Diese Dänen... #nfl10

"Armadillo" wirkt weniger wie Dokfilm, sondern wie low-budget-Spielfilm, der mit Handkamera auf pseudodokumentarisch getrimmt wurde #nfl10

"Armadillo": kein sehr origineller Amsatz, aber ausgesprochen dicht erzählt und exzellent montiert #nfl10

"Armadillo": dänischer Dokfilm über junge Soldaten auf einen dänischen Truppenstützpunkt in Afghanistan. #nfl10

Offizieller Ausrüster des Kutters bei den Nordischen Filmtagen Lübeck 2010: Galenus-Apotheke. #nfl10

Die verrückten schwedischen Drummer sind wieder da. Und zwar in meinem Schädel. Aua aua. #nfl10

Und weiter zur Filmschuppen-Party im Schuppen 6. Hart trinken. Grundlage hab ich mir schon bei Sultan Palast angeeignet. #nfl10

Ich hatte befürchtet, so ein finnisches Lappland-Roadmovie würde skurril werden. Ich hasse das. Es war nicht so. Großer Spaß, Leute! #nfl10

"Lappland-Odyssee" (FIN) ist ein bisschen wie "Absolute Giganten" am Polarkreis. Es passiert nur viel mehr in dieser Nacht... #nfl10

"Napapiirin sankarit" (Lappland-Odyssee): Drei Freunde, ein Auto, eine Nacht, ein Ziel. Dazu Digitalreceiver, Russen, Killerlesben #nfl10

Als nächstes: "Lappland-Odyssee", ein finnisches Road Movie. Vermutlich mal wieder eine typisch skurile Angelegenheit. #nfl10

Dänische Filme/Koproduktionen, in denen nicht Nicolas Bro auftaucht, sind als Fälschung zurückzuweisen. #nfl10

"The Good Heart": ein Film, der uns lehrt, das Humanität nicht bei Enten enden darf ("We cannot kill a fellow duck!") #nfl10

"The Good Heart": jarmuscheske Ballade über zwei verschrobene Loser in/mit einer Bar in New York. Seltsam, aber super. #nfl10

Und jetzt zu etwas gutem: "The Good Heart" vom superknuddeligen Isländer Dagur Kári (sprich: Kauri) ("The Dark Horse", "Noi Albinoi") #nfl10

"Allting...": Ein Film, der behäbig auf dem ausgelatschten Trampelpfad zwischen Verschwörung und Paranoia entlangtrottet. #nfl10

"Allting...": Das obligatorische Überraschende Ende ist nach 15 Minuten klar. Läuft bestimmt bald im dt. Fernseh. Weil ach so brisant #nfl10

"Alting bliver godt igen" ("Alles wird gut"): ein recht blöder dänischer Politthriller mit Jens "Der Adler" Albinus. #nfl10

Und wenn ich noch einmal höre "Ja, hallo und herzlich willkommen", werde ich mich heute Abend fürchterlich betrinken. (Safe bet) #nfl10

So ein nettes, familiäres Festival ist einfach nichts für mürrische Soziopathen... #nfl10

All diese freundlichen Menschen, die einen grüßen & in Gespräche verwickeln. Wer mich kennt, weiß, welche Höllenqualen ich hier leide #nfl10

Wer immer diese drei kurzen bzw. semikurzen Filme zu einem Screening zusammengespannt hat, versteht sein/ihr Geschäft. #nfl10

Lieber Freund, Respekt / Autumn Man / Die Bilderhändler: Three films about making ends meet draußen in the Hinterwälder #nfl10

Für alle, die von dem ewigen Filmtagegeschnacke hier genervt sind: Sonntag ist damit schon wieder schluss. Nur noch zweimal schlafen! #nfl10

Flüchtige Zählung ergibt: Habe mehr Haut- & Haarpflegeprodukte dabei als meine strahlende Begleiterin. Man versucht mitzuhalten. Vergeblich.

Welche Rechnung auch immer der Regen gestern mit Lübeck noch offen hatte, sie scheint nun beglichen zu sein. Regen hat sich verpisst. #nfl10

Heute mal defensives Programm: 1045 Die Bilderhändler (FIN), 2000 Lappland-Odyssee (FIN). Dann Schuppenparty. Dazwischen Hüxshopping. #nfl10

Vom Bahnhofskino in die Festivalretrospektive in nur 35 Jahren. #nfl10

Die Retrospektive würdigt den skandinavischen Sexfilm der 70er. Hätte ich das früher erwähnen sollen, um Ihr Interesse zu wecken? #nfl10

Übrigens gabs letztes Jahr auf dem Skandiempfang erstmals Bockwurst. Ich verlange eine Wiederaufnahme dieser Tradition im Jahr 2011! #nfl10

Danach war der skandinavische Empfang. Genauso höflich und überraschungsfrei. Aber ohne Drogen. Nur Kürbissuppe. Und Krombacher. #nfl10

Regisseur Hannes Holm sagte vor der Vorführung, er hoffe, sein Filme benehme sich anständig. Ja. Ein höflicher Film. #nfl10

Himmel unschuldig blau: Teenager-Sommer-Nostalgiedusche mit Drogen und psychedelischen Hemden. Nett. #nfl10

Och nu: Himlen är oskyldigt blå (Der Himmel ist unschuldig blau) #nfl10

Der Regen hier in Lübeck ist ein gottverdammter Psychopath!

In meinem Hotel-WLAN haust eine Horde Pinguine. (Horde? Schwarm?? Man weiß so wenig...)

Eben als "Schlacks" bezeichnet worden. Das ist mir auch seit 15 Jahren nicht mehr passiert...

Der Fotograph, der mich letztes Jahr hier andauernd abgelichtet hat, ignoriert mich dieses Jahr völlig. So schnell verblasst der Ruhm #nfl10

Ein Film, den ich bei den Filmtagen nicht sehen werde: "The Good Heart" von Dagur Kári. Weil ich ihn schon kenne. Er ist toll! #nfl10

Aus der Reihe "Langweilige Fotos": das Kolosseum gestern Abend. twitpic.com

Die Schlange vor "En ganske snill mann" war fucking 30 Meter lang. Deshalb wird der Nachmittags-Slot jetzt geschwänzt. #nfl10

Sie verramschen hier "Yella" für 9,90. Gestern noch Filmkunst, heute schon Ausschuss. Dabei war ich in "Yella" auf der Höhe meiner Kunst!

Oliver Perau rennt hier auch rum, und ich finde es empörend, dass er in den letzten zwanzig Jahren viel weniger gealtert ist als ich. #nfl10

"R" dauert 90 Minuten, fühlt sich aber länger an. Für einen Knastfilm kein so schlechtes Zeichen. #nfl10

Knastfilme haben irgendwie immer Längen. Muss in der Natur der Sache liegen... #nfl10

Nächster Film: "R" aus DK (deutscher Titel: R. Englischer Titel: R). Ein Knastfilm.

Dieses Kino frisst Tweets. Dafür läuft hier Pheline Roggan mit einer FC St. Pauli-Tasche rum. Sensationeller Schokokuchen außerdem! #nfl10

"Er liebte die Gastronomie" (über Pål Bang-Hansen) #nfl10

NFL ehren Pål Bang-Hansen und zeigen seinen Politthriller "Kronprinsen". #nfl10

Habe für heute ein enges Filmtage-Programm geplant. Mal sehen, wann der Schlendrian einsetzt. Überlege, den Morgen-Slot zu schwänzen. #nfl10

Steen Bille moderierte die Eröffnung wie immer höhepunktlos, aber höchst charmant. The kind of host you'd like to have a beer with #nfl10

Vier der sechs Drummer aus Sound of Noise waren gestern bei der Eröffnungsveranstaltung, drei haben getrommelt. Lärm war beträchtlich #nfl10

Sound of Noise würde @Batz wahrscheinlich an "The Sevillian Drummer" erinnern. Die Drummer sind Drumnerds. Aber arschcoole Drumnerds. #nfl10

Musikfilme sind wie Pornos. Handlung und Dramaturgie suchen vor allem immer nach der Rechtfertigung für den nächsten Akt bzw. Act. #nfl10

Eröffnungsfilm: Sound of Noise. Ein Musikfilm. Guerilla-Drummer klöppeln und tippern überall rum, ein Polizist sehnt sich nach Stille #nfl10

Auf dem Bahnsteig in Hamburg sehen mindestens drei Mitreisende aus wie skandinavische heavy drinker. Filmtage, wir kommen! #nfl10

Heute abend Eröffnung im Lübecker Kolosseum. Eröffnungsfilm Sound of Noise (SVE). Es wird geklöppelt & getrommelt. Wie überall... #nfl10

Es fährt ein Zug nach Lübeck. Nachher. Um den zu erwischen, nehme ich jetzt erstmal den Zug nach Hamburg. Nordische Filmtage Lübeck. #nfl10


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Nothing but fear itself

Hey! Ihr habt mich und meine Generation in dem Bewusstsein aufwachsen lassen, dass wir früher oder später sowieso alle in einem allumfassenden atomaren Feuerball ausgelöscht werden. Wenn Ihr uns heute Angst machen wollt, müsst Ihr Euch also schon was besseres einfallen lassen als diesen Kinderkram hier!

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Wir über uns

Ach so, die meisten von den wenigen hier noch verbliebenen Restlesern wird es nicht interessieren, aber drüben bei Twitter gebe ich meiner Handvoll "Follower" dieser Tage meine aktuellen Erlebnisse auf den Nordischen Filmtagen Lübeck 2010 zu Protokoll.

Nachtrag 13.11.: Ausführlicher Blogbericht über die Nordischen Filmtage ist in Arbeit. Schon zwei von elf Filmen besprochen. Wenn ich dieses Tempo aufrecht erhalte, bin ich noch vor Weihnachten fertig!

FRÜHERE NFL-BERICHTERSTATTUNG BEI DICHTHEIT & WAHRUNG:
2009 | 2008 | 2006/2007 | 2005 | 2004 | 2003


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Kutter lässt einen twittern,
IX. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Wochen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

Herzlich willkommen in der Mitte des ersten Tages der Woche der Nordischen Filmtage Lübeck! Sehen wir uns Mittwoch bei der Eröffnung? #nfl10

Calenberger Pfannenschlag, yeah! Ich liebe das internationale Flair in unserer Kantine.

Sehen Sie hier meinen bescheidenen Beitrag auf Sad Don Draper (http://saddondraper.tumblr.com/): bit.ly

Laut Twitter ist keiner wie ich. Außer @bov.

Ich finde, ich habe mittlerweile ein Alter erreicht, in dem ich verlangen kann, im Büro nicht mehr mit Eishockey-Pucks beschossen zu werden.

Ankündigung: vom 3. bis 7. November wird hier live von den Nordischen Filmtagen Lübeck getwittert. Alle Filme, alle Parties. Hashtag #NFL10

Ich begrüße die in meiner Schweigensphase hinzugekommenen neuen Follower und hoffe, dass sie sich nun nicht wieder abwenden.

Die Menschheit kann aufatmen, künftige Germanisten-Generationen haben wieder eine gesicherte Quellenlage: Meine alten Tweets sind wieder da!

Dass alle meine Tweets einfach so verschwunden sind, ist laut Twitter ein "known issue". Wie könnte ich da widersprechen?

Würde gern von den Nordischen Filmtagen Lübeck twittern. Aber nur, wenn die bei Twitter bis dahin meine verlorenen Tweets wiederfinden!

Braver Hund! Wenn er kotzt, dann nur nach Bio-Futter.

Dass man nach Schalke, L'kusen und Bremen mal sagen würde: Jetzt kommen die schweren Spiele: Lautern und St. Pauli... verrückte Zeit. #H96

How To Write A Bestseller? Am besten verkauft sich Märchen- und Fantasykram: Vampirquatsch. Harry Potter. Thilo Sarrazin.

Wieder einer dieser Tage, an denen ich alle Elektrogeräte in der Wohnung auf Volllast drehe und dann meditativ auf den Stromzähler starre

Edwyn Collins. Was für eine seltsame Platte. Was für eine gute Platte.

Ich hoffe, man wird diesen Satz nicht irgendwann in strafrechtlich relevanter Weise gegen mich verwenden, aber für Sanbitter würde ich töten


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Hall Monitor

Es ist richtig, dass The Spinal Tap auf Gitarrenverstärkern spielten, deren Lautstärkeregler sich nicht wie üblich nur bis »10« drehen ließen, sondern bis »11«. Es ist allerdings auch richtig, dass Bryan Ferry (aktuelles Album: »Olympia«) über einen Hall-Generator verfügt, der sich mindestens bis »12« drehen lässt.

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Diplomaten

Die Berichterstattung (etwa gestern in der FAS, heute im Spiegel) über die Erkenntnisse der Historikerkommission, die die Rolle des Außenministeriums im Dritten Reich sowie die Fortsetzung vieler diplomatischer Karrieren im Auswärtigen Amt der jungen Bundesrepublik untersucht hat, erinnert mich an den sehr gelungenen Roman »Webers Protokoll« von Nora Bossong, den ich Anfang des Jahres eher zufällig gelesen habe und hiermit uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen möchte.

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Sad Don Draper

Sad Don Draper at the Diner (Detail)
Kuttward Hopper, Sad Don Draper at the Diner (Detail). [click for the whole picture]

Mein bescheidener Beitrag auf Sad Don Draper.

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Aus meinen Referrern

Suchanfragen, die Google etwas ratlos auf mich verweisen lassen und selbst mich neugierig machen: "günter hack jiu jitsu samurai kottingbrunn"

Herr Hack, können Sie dem/der Suchenden helfen?

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Statistisch unwahrscheinlich

Ein aus anderem Anlass (Mauerfallgedenken) geschriebener Text aus dem letzten Jahr darüber, wie ich 9/11 erlebte: Wie statistisch unwahrscheinlich ist das denn bitte?

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Kutter lässt einen twittern,
VIII. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Tagen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

»Wir erwarten Respekt, Anstand und Benehmen!« (Guido Winkmann) Und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Der feine Guido Winkmann entwickelt sich für mich gerade zu dem, was Dr. Albert Brettermeier für Kurt Krampmeier war. #H96

Schiedsrichter Winkmann oder: Für einen Kofferraum voll Aspirin #H96

Dete Kuhlmann ist die Joy Flemming des Niedersachsenstadions. #H96

Was wurde eigentlich aus den »Workgroups« (as in »Windows for Workgroups«)?

Möwenbeobachtung: Heute gelernt, dass Chevrons gar nicht auch Guillemets, sondern dass im Gegenteil Guillemets auch Chevrons genannt werden

Straßenbahn: Balonseiden-Russe schaut halbe Minute einer Frau über die Schulter, die ein Sudoku löst, und erklärt ihr dann alle ihre Fehler.

Heute von jemand als »Schindluder« bezeichnet worden. Pah. Das alte Schandmaul...

Sitze gerade beim Zollamt rum, um ein kleines Päckchen aus den USA auszulösen. Inhalt: vier Kaffeebecher. Globalisierung rockt das Haus.

Die Follower-Zahlen gehen nach oben, seit ich weniger twittere. Diese geheimnisvolle, schweigsame Aura ist einfach damn sexy

Der Job von Mirko "Gonzo" Slomka sollte jetzt eigentlich mindestens für die kommende Woche einigermaßen sicher sein. #H96

Lustig: Ein Pseudonym droht gerade meinem Pseudonym rechtliche Schritte an. Fehlen nur noch Undercover-Anwälte und ein anonymer Richter

Ich twittere zur Zeit eher selten. Vermutlich, weil mich das hohe Abstraktionsniveau bei @peter_kruse so einschüchtert

Ich twittere zur Zeit übrigens eher selten. Es fällt mir gerade unendlich schwer, vollständige Sätze zu... - na, dings! Ihr wisst schon...

Wenn im KreuWo bei "Insekt, selten geworden" über neun Buchstabenfelder verteilt das Wort "Kacke" steht, kann Alzheimer sogar lustig sein.

Wörter mit AA: Klimaanlage

Noch nicht mal halb acht, und ich könnte den Tag schon jetzt bei den Schultern packen und kräftig durchschütteln. #worklifebalance

Mein Hund hat Augen wie David Bowie, Brusthaar wie Thomas Magnum, zieht 'ne Fresse wie Gordon Shumway und fiepst wie R2D2: 80er-Jahre-Party!

Ich habe meinen Hund auf Satzzeichen trainiert. Immer wenn ich "Komma!" rufe, kommt er. Interaktion durch Interpunktion!

R2D2, Gelenkbus, Schnüffelstück. David Bowie, Thomas Magnum, Gordon Shumway. Türstopper, Rennkartoffel, Torpedohund. #hundehaltermadness

Monotronic rocken Entenhausen: bit.ly

Gibt es eigentlich ein neues Gesetz, dass Devid Striesow jeden Tag im Fernseh zu sehen sein muss?

Fortschrittsbalken sind in Wirklichkeit Fenster in ein Paralleluniversum, in dem die Zeit viel zäher verläuft als hier. "01:47 verbleibend

Wenn der kleine Hund um Aufmerksamkeit heischt, stößt er Geräusche aus, die ihm einen neuen Spitznamen eingebracht haben: R2D2

Und morgens immer diese Mettaugen.

"I'm a doer, not a sayer" ist eine lustige Textzeile für einen Hiphopper. Ansonsten sind Cadence Weapon übrigens dufte.

Nach Migräne-Attacken brauche ich Unmengen an Glutamat. Da werden Pringles plötzlich zur Verheißung.

Die Eklatanz des Ephemeren

"Der Kutter. Ein Leben zwischen Eskapismus und Exkapaden" Ffm 2034

Wenn einer das kann, dann doch wohl die Chinesen! #diegegenwartmussweg!

Ich bräuchte einen Filter, der alle Nachrichten, Meldungen, Blogbeiträge, Kommentare, Tweets &c., die jünger als 48 Stunden sind, ausblendet

Aber wie bekommt man es hin, das Internet mit zwei Tagen Verzögerung zu lesen?

Die Tageszeitung mit zwei Tagen Verzögerung zu lesen, hat etwas ungemein meditatives. Es versöhnt einen mit der Welt

Wie die FAZ ihren Lesern vorgestern in einem Leitartikel mitteilte, ist Tanzen "auf Partys eine gebräuchliche Art, um Kontakte anzubahnen."

Anonyme Mail bekommen: "Ich weiß, wer Du bist!" Leider sonst keine näheren Hinweise erhalten. Dabei beschäftigt mich die Frage schon lange.

"To survive war you must become war." (J. Rambo) Wir sehen uns dann morgen im Büro!

Drei Apps runtergeladen, die amerikanische Militärbegriffe und -abkürzungen erklären, um "Generation Kill" zu verstehen. Copy that.

Fies: Bekomme jetzt den Kater immer schon _vor_ dem Trinken. Vorteil: Beim Trinken is dann eh egal

Mein Multifunktionshund betätigt sich jetzt auch als Türstopper.

Gegenüber Eltern den beabsichtigten Kauf neuer Matratzen erwähnt. Die schallende Antwort: "Wir haben 'Schlaraffia'!!"

Habe fünf Titel gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass das I-Am-Kloot-Album vorbei ist und iTunes zu Ian Brown weitergezogen ist.

Ein Amerikaner wird neuer BP-CEO. Uncle Duke hat bereits vor einem Monat ganze Arbeit geleistet: bit.ly | bit.ly

@goncourt "Der Markt" ist was für Amateure, Kleinanleger und das mittlere Management. Wir Vollprofis und Arglosen sprechen von "den Märkten"

Meine Sammlung von Emirates-Schlafbrillen ist bei plötzlichen Migräne-Attacken sehr hilfreich.

Dass ausgerechnet eine christliche Partei auf Plebiszite setzt, ist schon recht erstaunlich angesichts des Präzedenzfalls Jesus vs. Barnabas

Sorkin will beim John-Edwards-Film erstmals selbst Regie führen. Konsequent: Seine bisherigen Filme waren alle eher skript- als regiegeprägt

Be(un-)ruhigende Erkenntnis: Ich vertrage Gin Tonic besser als Bier. Ich vertrage sogar viel Gin Tonic besser als wenig Bier!

Keith Colquhoun † www.economist.com

Da recherchiert man tagelang über Gravitationssenken, um dann eines Morgens festzustellen: Mein eigenes Bett ist eine!

Mein neues, oberflächliches Halbwissen über Gravitationssenken erfüllt mich mit einer unbestimmbaren Traurigkeit. bit.ly

Galaxy 15 hat sich selbständig gemacht, ein Satellit geht seinen eigenen Weg. Wird der in einer Gravitationssenke enden? Was sagt Lena dazu?

Erst Gauck, dann NRW: Die Linke ist die neue Partei der Enthaltsamkeit. (Früher waren sie noch für das Recht auf Rausch.)

Ha! Titelfoto der heutigen FAZ: Befüllungsstutzen eines Düsenjäger-Betankungsflugzeugs. "Armee de l'air"-Schriftzug in: (na?) Microgramma!

Microgramma: en.wikipedia.org. Derzeit beispielsweise zu sehen in "Moon".

Abgefahren, dass die Microgramma immer noch eine Standardschrift für SciFi-Filme ist. Klassiker für Raumschiffnamen und Deckbeschriftungen.

Das Wetter ist völlig außer Rand und Band. Würde ICH meinen Job so machen, hätte man mich längst auf ein Work-Life-Balance-Seminar geschickt

Hat Martina Gedeck eigentlich schon gehört, ob Joachim Löw weitermacht?


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Hundstage

Ich habe mir übrigens fest vorgenommen, zu diesem ganzen Sarrazin-Quatsch nichts zu sagen oder zu schreiben. Keinen Satz, kein Wort, keine Silbe. Einmal reicht. Bin ich etwa ein pawlowscher Hund, der jedesmal anfängt zu sabbern, nur weil wieder einer auf die Klingel drückt?

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Lehren aus der Causa Barnabas

Dass sich in Hamburg ausgerechnet eine christliche Partei einem Plebiszit aussetzt, muss angesichts ihres kulturellen Erbes schon erstaunen. Schließlich hatte bereits die Causa Jesus vs. Barnabas, die man seinerzeit einer wankelmütigen Menge zur Entscheidung vorgelegt hatte, nach landläufiger Meinung in christlich orientierten Kreisen zu keinem erbaulichen Ende geführt.

Andererseits ist zu bedenken, dass ohne diese basisdemokratische Episode und ihren bekannten Ausgang vermutlich das ganze Christentum erst gar nicht entstanden wäre. Die Auswirkungen auf die uns bekannte Geschichte wären vermutlich beträchtlich. Insofern kann es sich die Hamburger CDU auch erlauben, in Sachen Barnabas nicht weiter nachtragend zu sein, sondern nach 2K Jahren eine gewisse Altersmilde walten zu lassen, die sie vor nicht allzu langer Zeit schon dadurch hinlänglich zur Schau gestellt hat, indem sie gemeinsam mit einem ebensolchen Barnabas eine schillernde Regierung formte. Der Rücktritt des hierfür wie heute zuständigen Bürgermeisters mag uns als späte Genugtuung dienen.

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Kutter lässt einen twittern,
VII. Lieferung

Lesen Sie hier, was sich (in der gewohnten umgekehrten chronologischen Reihenfolge) in den letzten Tagen auf meinem Twitter-Account ereignet hat, oder besser noch: lassen Sie es bleiben.

Diese Unschuld des Tages am Morgen, wenn er selbst noch nicht so genau weiß, was er heute für Dich aushecken soll.

Ach, Robert. Das wäre Deine WM gewesen.

Und dann empfand ich plötzlich Mitleid mit dem T20.

Der Hosenträgermann ist mein Lieblingskollege. Als er von der ICE-Klima-Panne hörte, war er voller Mitgefühl: "Etwa auch in der 1. Klasse?!"

Wenn der Jogi sich jetzt wirklich für ein paar Tage zum Nachdenken zurückzieht, sagt dem Hansi ja keiner mehr, was er anziehen soll

Laufe übrigens seit zwei Wochen mit einer verschleppten Erkältung rum. Als Keynes-Schüler habe ich antizyklisches Verhalten verinnerlicht.

In meinem Büro fühlt es sich an wie in einem ICE-Wagon: knallheiß, und man kommt nie pünktlich nach Hause. Allerdings gibt's Telefonempfang.

Soso, die deutsche Nationalmannschaft hört also Bushido in der Kabine. Und die Holländer? "Everybody Was Kung-Fu Fighting"?

Wenn Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden. Heute: "Nachts ist es kälter als draußen." Schön wär's.

Bela Rethy: "Verlängerung in Sucker City!" Klar, da wo Du Deinen Erstwohnsitz hast.

RT @bov: Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Per, kein Basti, kein Jerome …

Ich hasse es, so ausgewogene, faire und zutreffende Sätze zu sagen wie: "Der Sieg der Spanier war verdient."

Ich gelte als Exzentriker, weil ich die Außenjalousien meines Büros ganzjährig geschlossen halte. Pah! Früher hatte ich eine Axt im Büro!

Die Kollegin im Nebenbüro hat für jeden eingespeicherten Kontakt einen eigenen Klingelton. Ich nenne sie "La Jukebox".

Ich habe die weltweit größte Sammlung an Fotos der Straßenecke Hillier St. / Mercer St. / Bonham Strand. #altersvorsorge

Ich würde gerne mehr twittern, aber ich finde in meiner Timeline kaum noch Lücken, um dazwischenzustoßen. Elendes Geschnatter allenthalben!

Einer der Gründe, warum ich mal die SZ abonniert habe: Ich wollte Kurt-Kister-Texte lesen. Kommt der jetzt überhaupt noch zum Schreiben?

Tja. Mario Adorf kann vielleicht Kaufhäuser sanieren. Aber als argentinischer Nationaltrainer steht ihm heute offenbar ein harter Tag bevor. [nach dem 1:0 der Deutschen gegen Argentininen]

Alles rot. Wenn man sich die Wetterkarte anschaut, könnte man meinen, die Kommunisten hätten gewonnen.

In Deutschland scheint es lt. Twitter recht heiß zu sein. Aber ernsthaft: Die Luftfeuchtigkeit ist doch 'n Witz! Alles unter 80% ist albern!

Vor Wochen in einem australischen Internetforum gelesen, Jeffrey vom 3-Store am HK-Airport sei "awesome". Und was soll ich sagen? Es stimmt!

Wäre ich 20 Jahre jünger, schlank, hübsch und eine Frau, wäre ich hier mit meinen Tretorn-Gummistiefeln ganz weit vorn. Bin aber nur hübsch.

Geht man eigentlich auch anderswo als in Hong Kong als coole Hipster-Prinzessin durch, wenn man zum kurzen Sommerkleid Gummistiefel trägt?

Gysi: Haben Jochimsen "so aufrichtig und ehrlich wie möglich" gedankt. [Bundesversammlung]

Die ARD meldet soeben, dass Oskar Lafontaine "mal eine gewisse Örtlichkeit" habe aufsuchen müssen. Hallelujah! Wenn jetzt weißer Rauch... [Bundesversammlung]

Scheiße, total vergessen, dass ich ja heut zur Bundesversammlung muss! Geht auch noch Briefwahl? Kann ich meine Stimme per Twitter abgeben?

Wow, heute waren wir die ersten Gäste in der Feather Boa. Freie Platzwahl! Man sieht tatsächlich die Sessel!

Wie kann ein Label wie "A Bathing Ape" so angesagt sein, wenn die Typographie so mies ist? Ich meine: Ein T-Shirt in „Kids Sans“?? Holy Cow!

Seit drei Tagen regnet es, als wollte Gott diese verdammte Stadt vom Angesicht der Erde spülen. Obwohl es ihn gar nicht gibt. Scary.

Kein Autocorso in Hong Kong. [nach dem Spiel gegen England]

Ich bin jetzt so betrunken, dass ich einem Engländer gerade luzide erklärt habe, warum Deutschland Weltmeister wird. (luzide? liquide? wtf!) [nach dem Spiel gegen England]

3 beers, 6 Gin Tonics later: die briten haben alle brav gratuliert ("guhtess spill!"), wir kondoliert. True sportsmen! [nach dem Englandspiel]

Irgendein Fucker hat meinen Regenschirm aus dem Press Room mitgehen lassen. Jetzt läuft er Werbung für Hannover 96 in Hong Kong. #h96

Ich schaue diese Woche nur Filme, deren Hauptfigur Roy Miller heißt. Gestern: "Knight and Day". Heute: "Green Zone"

Als Einziger im Kino gelacht, als in "Knight and Day" das Schild auftauchte: "Hamburg 821 km". #unter_chinesen

Beim Italiener: "Zweimal Pizza Endstazione, bitte!" (alter Spitzenwitz von Greser/Lenz)

So ein herbeigezwungenes 1:0 ist mir ja eine innere Bundesdelegiertenkonferenz #ger #gha

#SunWorldCupHeadlines : "Löw will tear us apart"

Jogi: "Heute will ich mal die Kimonos!" Hansi: "Dann aber die weißen Stehkragenhemden drunter!" Jogi: "Deal" #akribische-Vorbereitung #GER

Langsam, aber stetig steigt die Anspannung: Was werden der Jogi und der Hansi wohl heute anziehen?

Banken-Bailout ist der neue Jäger '90. (aus der Reihe: Tweets, die mindestens ein Jahr zu spät kommen)

Fotografiere jetzt seit vier Tagen zu allen Tages- und Nachtzeiten an der gleichen Straßenkreuzung. Bisher 570 Bilder. Serieller Irrsinn.

Eiweißschock! Ich wusste gar nicht, dass es so etwas wie Sushi-Kater gibt. Lerne: Maßlosigkeit zahlt sich offenbar nicht immer aus.

Kein Scheiß: In der Sportbar spielen sie in den Halbzeiten zu den Bildern der chinesischen Werbespots immer brettlaut Justin Bieber #shazam

Inflation und Inflatulenz. 2 Bde. Frankfurt/Main: stw

Heute: der Gewaltmarsch von Sha Tin, gefolgt von der Todesfahrt nach Wong Shek. Sieht aus wie in Norwegen.

Hätten Sie's gewusst? Tap Mun wird auch "die Grasinsel" genannt.

Die Vorstellung, dass sich zwei erwachsene Männer absprechen, was sie anziehen sollen (e.g. Cardigans, V-Necks), ist zutiefst lächerlich.

Als 96er im St.Pauli-Shirt mit Australiern, Chinesen und Schotten in einer nepalesischen Bar in Hong Kong die WM in Südafrika gucken

RT @Zonal_Marking All these bloody goals, what's wrong with the 1-0s?

Habe ich eigentlich Jet Lag, oder ist mein Biorhythmus nur gerade sehr bohème drauf?

Drachenbootrennen am Stanley Main Beach: Scheiß auf Finanzkrise, die Banken sind alle noch da. Gute Körper in Corporate Team Wear.

Die Spannung steigt. Und ab und zu denke ich: Mensch, Robert. Das wäre deine WM gewesen.

Na, super. Das GER-GHA-Spiel beginnt hier nachts um halb drei. Aber dafür immerhin GER-SER abends um halb acht. Comfy!

Neben Gauck kann ich mir Wulff irgendwie nur noch in kurzen Hosen vorstellen.

Es gibt diese alte Karikatur von John Major, die gescheiteltes Haar und eine Brille zeigt. Und ansonsten das Gesicht als leere Fläche #wulff

Margot Käßmann sagt, niemand könne tiefer fallen als in Gottes Hand. Aber sie sagt nicht, welche. Und was Gott derweil mit der anderen macht

Ich diskutiere nicht mit Leuten, die David Miliband nicht von Ed Miliband unterscheiden können.

Ich diskutiere nicht mit Leuten, die John G Hardy nicht von Ed Hardy unterscheiden können.

Wochenende, Schuhputzzeit. Meditatives Innehalten, Wegbürsten all der unterwöchigen Nerverei. Polieren der eigenen Existenz.

Habe einen "Kümmere-ich-mich-später-drum"-Stapel auf meinem Schreibtisch. Wenn er zu hoch wird, nehme ich die untere Hälfte & werfe sie weg.


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»Snack smartly (...) Do not snack for the sake of snacking«: Hong Kong Government Health Tips for World Cup Fans.

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Das Hannover in jedem von uns

Der nächste Bundespräsident kommt vermutlich aus der gleichen Stadt, die schon Lena Meyer-Landrut von der Leine ließ. Was ist da los? Wo soll das alles enden?

Hannover ist aus seiner Mitte gefallen. Die Begeisterung, mit der 40.000 Insassen dieser Stadt Lena Meyer-Landruts Rückkehr aus Oslo feierten, hatte tumulthafte Züge. Noch im November hatte sich eine ähnlich große Menschenmasse versammelt, um gemeinsam und schweigend den Freitod Robert Enkes zu verarbeiten. Für eine Stadt wie Hannover, die eigentlich als norddeutsch-nüchtern, ruhig und unerschütterlich gilt, sind das erstaunlich extreme Ausschläge auf der Emotionsskala. »Sturmfest und erdverwachsen« hat man hier zu sein, folgt man dem traditionellen Niedersachsen-Lied.

Bislang funktionierte Hannover vor allem als Klischee. Man kann aus Wanne-Eickel kommen oder aus Gera. Aber wenn man aus Hannover kommt, ist man automatisch Botschafter für ein Bündel ewig gleicher Zuschreibungen. Auch in der bundesweiten Lena-Berichterstattung tauchten die üblichen Verdächtigen wieder reflexhaft auf, ohne dass sie etwas mit der Sache zu tun hatten: Der Currywurst-Kanzler. Die Scorpions. Das reinste Hochdeutsch. Die Messe. Auch wer noch nie in dieser Stadt war, meint sie zu kennen. Denn Langeweile kennen wir doch alle.

Der Hannoveraner ist stolz auf seine Stadt, fühlt sich aber immer unter Rechtfertigungsdruck: Für eine Stadt dieser Größenordnung sei das kulturelle Angebot nun wirklich herausragend! Die kurzen Wege! Das viele Grün! Die hohe Lebensqualität! Der ausgezeichnete öffentliche Personennahverkehr! Überhaupt die guten Verkehrsanbindungen! Und erst der Zoo! Alles richtig. Und alles egal. Denn jenseits des Ortschilds steht Hannover für Langeweile, Biederkeit und Provinzialität. Und wie überall in der Provinz wird das, was die Auswärtigen sagen, allemal wichtiger genommen als das eigene Empfinden.

Nirgendwo kann man besser sehen, dass die Zukunft ihre beste Zeit schon hinter sich hat

Insofern kann vieles, was in dieser Stadt geschieht, als Kompensation eines Minderwertigkeits-Komplexes verstanden werden: Die »erste Weltausstellung auf deutschem Boden«. Die Management-Hochschule. Das Hirnforschungszentrum. Natürlich immer alles Exzellenz im Weltmaßstab – so wie die Scorpions (und letztere sogar mit einem auskömmlichen Geschäftsmodell). »Hannover hat ein neues Selbstbewusstsein entwickelt«, erklärt der niedersächsische Noch-Ministerpräsident Christian Wulff, wenn er auf die Spätfolgen der Expo 2000 angesprochen wird. Über das alte Selbstbewusstsein sagt das erst mal nichts Gutes. Und überhaupt: Wer selbstbewusst ist, redet nicht drüber.

Nirgendwo kann man besser sehen, dass die Zukunft ihre beste Zeit schon hinter sich hat, als auf dem Expo-Gelände, das sich zu einer charmanten Mischung aus Gewerbegebiet und Geisterstadt gemausert hat. »Es sieht aus wie der ausgeträumte Traum vom Kapitalismus«, berichtet Christian Petzold, der wesentliche Teile seines Gespensterfilms »Yella« hier gedreht hat, »so futuristisch wie Brasilia, so künstlich, so unendlich weit entfernt von jedem Zentrum«, dass Zinedine Zidane vermutlich hier »die Idee zu seinem Kopfstoß« gehabt habe. Wer hat vergleichbares schon einmal über Berlin gehört?

Noch heute gedenkt man der wartezeitenintensiven Weltausstellung gelegentlich durch rituelles Schlangestehen ― allerdings nicht mehr auf dem Expo-Gelände, sondern vor der Marktkirche mitten im Epizentrum hannoverscher Stadtlichkeit. Nämlich dann, wenn Margot Käßmann wieder einmal predigt, dass niemand tiefer fallen könne als in Gottes Hand. Was im Falle Hannovers (55 Meter über dem Meeresspiegel) nicht gerade von einer stolzen Fallhöhe zeugt ― und ansonsten leider offen lässt, was Gott derweil mit seiner anderen Hand treibt.

Hannover war aber nicht nur Austragungsort der Expo, sondern einer weiteren Veranstaltung von internationalem Renommee: der Chaostage, eines buntscheckigen, von Tom Clancy zum literarischen Topos geadelten Punktertreffens, das zumeist feucht-friedlich verlief, manchmal aber eben nicht. Als während der gewaltsamen Ausschreitungen des 1995er Jahrgangs ein schon etwas angeschickerter Punk von Journalisten gefragt wurde, warum man ausgerechnet diese Stadt in Schutt und Asche legen wolle, erklärte dieser nach einigem Insistieren: Hannover sei scheiße, denn es könnte überall sein.

Hannover ist tatsächlich überall. Der Wille, der eigenen Provinzialität zu entrinnen, indem man Investitionsruinen in die Landschaft stellt, ist ja kein niedersächsisches Alleinstellungsmerkmal. Das Desaster am Nürburgring, die Kongresszentrums-Posse in Bonn und die potemkinsche Hauptstadtkulisse, die sich Berlin hingeklotzt hat: Alle diese putzigen und zugleich kosteninvensiven Versuche, dem Fluch der Peripherie zu entkommen, kamen auch ohne Hilfe aus Hannover zustande. Und selbst die stolzen Hamburger übernehmen sich gerade mit einer Elbphilharmonie.

Mehr sein zu wollen, als die anderen in einem sehen: Diese Sehnsucht ist nur allzu menschlich, und insofern steckt Hannover in jedem von uns. In Hannover ist Deutschland ganz bei sich. Insofern ist es auch kein Zufall, dass mit Gottfried Wilhelm Leibniz der letzte Universalgelehrte ausgerechnet in Hannover wirkte. Und genauso wenig ist es ein Zufall ist, dass die notorischsten Hannover-Spötter aus mürben Siedlungen mit Namen wie Nürtingen kommen. Wenn irgendwo Hannover durch den Kakao gezogen wird, arbeitet sich meist bloß wieder jemand an seiner Jugend zwischen den Reihenhauskolonnen einer Berufspendlersiedlung im Einzugsbereich einer regionalen Mittelmetropole mit angrenzendem Naherholungsgebiet ab.

Und so ist auch die Liebe der Hannoveraner zu Robert Enke nicht nur mit seinen sportlichen Leistungen zu erklären. Sondern auch mit einem etwas ungläubigen Stolz darauf, dass »so einer« tatsächlich seine Zelte in Hannover aufgeschlagen hat, ohne bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit gleich weiterzuziehen. Enke war nicht nur eine Identifikationsfigur, sondern auch ein Ausweis dafür, dass man mehr als nur Mittelmaß vorzuweisen habe.

Nach Enkes Tod wirkte die ganze Stadt wie betäubt, und tatsächlich scheint sich in jenen Tagen, die von vielen als hysterisch empfunden wurden, ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt zu haben, das über die Trauerreden der offiziellen Repräsentanten hinausweist. Das hat sich im dramatischen Kampf von Hannover 96 um den Bundesliga-Klassenerhalt gezeigt, beim Gewinn der Eishockey-Meisterschaft durch die Hannover Scorpions (ja, die Scorpions sind allgegenwärtig) – und nun eben beim Grand-Prix-Triumph von Lena Meyer-Landrut.

Wir können alles – außer Berlinmitte!

Heute ist der Hannoveraner bereit, sich selbst zu feiern. Schwierig zu sagen, ob das ein Fortschritt ist. Aber noch während der Expo war das gänzlich anders, als beispielsweise die kritische Berichterstattung über verfehlte Ziele und mäßigen Unterhaltungswert dieser Veranstaltung heftigst beköhlert wurde als heimtückische Verschwörung hämischer Hannover-Hasser, die der Stadt nichts Gutes gönnen würden.

Doch wirklich im Reinen ist der Hannoveraner mit sich selbst und seinem Hannoversein auch heute noch nicht. Sonst würde er nicht ebenso langweilig wie vergeblich gegen das übermächtige Langeweile-Image anreden, sondern es selbstbewusst umarmen und damit endlich bei sich selbst ankommen: Überall ist Krise und Kuddelmuddel – hier ist es ruhig! Wir können alles – außer Berlinmitte! Das Beste an Hannover sei die Nähe zu Hamburg? Fast: Noch besser ist, dass sich trotz der Nähe kaum je ein Hamburger nach Hannover verirrt.

Wer sich jedoch nach Hannover verirrt, berichtet bisweilen seltsames. Ein weitgereister Mann antwortete einmal auf die Frage, was Hannover einzigartig mache: Dass die Menschen hier auch dann noch unbeirrbar aus dem Fenster starren, wenn die U-Bahn längst in den Tunnel gefahren ist. Man bleibt unbehelligt in dieser Stadt, und wenn mal wieder Messe ist, übergibt man einfach die Schlüssel den Gästen.

Was das alles mit Christian Wulff zu tun hat? Nichts. Der kommt aus Osnabrück.

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