Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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Dichtheit & Wahrung, XXIV. Lieferung

Sechs Folgen an einem Abend sind gar nichts: Wenn es um »West Wing« geht, entdecke ich Züge eines Suchtverhaltens an mir, als hätte man Paul Gascoigne über Nacht in einem Off-Licence eingeschlossen. Viel wäre zur sechsten Staffel zu sagen, aber ich unterschreibe einfach jeden Satz von C.J. Gröner hierzu, denn sie spricht wahr, und mir spart es Arbeit und Platz. Denn dieses Weblog, falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten, hat ein Platzproblem. Es hat keinen Platz mehr für mich.
[&]
Es gibt viele Arten, die Zeit totzuschlagen. Manche schnitzen Holzschuhe, andere können nicht ruhen, bevor sie nicht jeden Gegenstand ihres Hauses eingehäkelt haben, wieder andere schreiben, sobald nur etwas Gedankengang in ihrem Kopf einsetzt, ein Weblog voll, was den zumeist sporadischen Charakter neuer Beiträge erklärt. Bzzzzt. Ich wiederum habe in den letzten Monaten viel Zeit damit verbracht, in kleinem Kreise als a-capella-Stimmimitator berühmter Synthesizer-Sounds von »Living on a Prayer« (humpa-humpa-humpa) bis »Holiday Rap« (doüp-dip-dö-dö-dö-dö-doüp) zu reüssieren. Danach dann a-capella-Interpretationen von Bläsersätzen berühmter Soul- und Funk-Klassiker von »Move on up« bis »Soul Power«. Da-da-dap da-da-dadada-da-da-da...
[&]
Liebesbriefe in neuer Rechtschreibung schreiben ist doof.
[&]
Nachdem ich mich juristisch darüber aufklären lassen musste, dass es keine rechtliche Handhabe gegen die erhobene Behauptung gibt, ich hätte Edmund Stoiber einmal »voller Bewunderung« beobachtet, ist meine Karriere als notorischer Prozeßhansel leider noch schneller wieder beendet als sie beginnen konnte. Hmpf. Und sowas nennt sich nun Rechtsstaat!
[&]
Als ich noch ein junger Mann von geringem Verstand war, habe ich mich gelegentlich dazu hinreissen lassen, im Stadion lauthals den Rauswurf eines Trainers zu fordern. Aber auch als junger Mann habe ich mich gern gegen die Masse gestellt, und als der frühere Hannover-96-Trainer Peter Neururer in die Kritik kam und die Stadionmehrheit ihm den Rücken stärkte, habe ich mit meinem langjährigen Kompagnon Delle kontrapunktische »Peter raus!«-Rufe angestimmt. Das damalige Präsidium unter der Führung eines Immobilien-Hais und späteren Swinger-Club-Betreibers ist dieser Aufforderung nur allzu gern gefolgt. Das ist nun elf Jahre her, und seither hat sich Hannover 96 noch von vielen weiteren Trainern getrennt. Zuletzt und kürzlich von Ewald Lienen, dessen Paranoia-Fußball ich zwar nicht ertragen konnte, dessen Entlassung und deren Umstände ich jedoch für unangebracht halte. Aber in Hannover hat man traditionell kein Herz für die Gattung des Trainers, sie gilt dort als nachwachsende Ressource. Der ewige Kreislauf des Lebens. Am Sonntag wird nun sein Nachfolger auf der Trainerbank sitzen: Peter Neururer, und obwohl ich es besser weiß und schon damals besser wusste, freue ich mich darauf. Bislang, wenn unter Ewald Lienen mal ein Sieg erzittert werden konnte, hat man zur Feier des Tages eine Packung Knäckebrot aufgerissen. (Glücklicherweise hält sich Knäckebrot sehr lange.) Aber nun, unter Neururer, könnte man sich überlegen, vielleicht mal wieder verwegen an einem Pils zu nippen.






supatyp  |  Freitag, 18. November 2005, 08:23
was Sie noch nicht wußten:
Neururers Bruder ist Turnlehrer bei unserem Kind seine Schule. Echt wahr!


 
kutter  |  Freitag, 18. November 2005, 08:25
das
wusste ich nicht!







katatonik  |  Freitag, 18. November 2005, 08:45
Die zuletzt ausgestrahlte WW-Episode bestand, wie Sie sicherlich bereits wissen, in einer Live-Debatte der beiden Kandidaten. Ich überlege immer noch, warum sie einen schalen Geschmack bei mir hinterließ. Weil der gescriptete Charakter der Darstellung den dann vorgeblich ungescripteten Charakter der Debatte überlagerte? Weil man dann eben nicht wusste, ob dieses Zurückfallen in Kampagnenphrasen dem Kandidaten oder dem Schauspieler geschieht? Oder wäre das möglicherweise, etwas, wozu Menschen "spannend" sagen würden? Ich hoffe, Sie werden sich diesem Thema dereinst widmen, wenn die Zeit gekommen ist.


 
kutter  |  Freitag, 18. November 2005, 09:05
Ich hatte die Ankündigung zur Debatte (offenbar gab's wohl auch zwei Versionen?) gesehen und war von der Idee sehr geflasht. Sie haben das gesehen? Das hätte ich wissen müssen! Sie sind mir IMMER einen Schritt voraus! (Haben Sie das irgendwie vorliegen? Sie müssen nicht antworten, wenn Sie nicht für fünf Jahre in den Knast wollen!)


 
katatonik  |  Freitag, 18. November 2005, 09:17
(liegt vor, und für Sie gehe ich doch gerne in den knast. mailen Sie mir doch ihre postalische adresse, und wir prüfen die deutsche post aufs neue.)


 
kutter  |  Freitag, 18. November 2005, 09:23
((ich back Ihnen auch nen kuchen mit ner feile drin))







goetzeclan  |  Freitag, 18. November 2005, 08:48
Synthesizer? Sounds nachbauen? Ach ja, die Tischhupe von neulich!

Das erinnert mich daran, dass ich mal die Bläser am Anfang des Chariots-of-Fire-Themas von Vangelis nachbauen wollte, anno 85 des vorigen Jahrhunderts. Aus gut unterichteten Kreisen flüsterte es mir, dass der Grieche eine Sequential Circuits Prophete V dafür verwendet hat. Ich hatte einen ProOne aus dem gleichen Haus. Möge der Typ, der mir das Ding abgeschwatzt hat an einem seqeuntial circuit zugrunde gehen (und ich mit ihm, ich Doofkopp, wer tut den SOWAS?). Der ProOne ist baugleich mit dem Prophete V, aber monophon und nur mit 3-Oktav-Tastatur.

Ich also die CD eingelegt, eine Loop vorgegeben mit einem Ohr am Player, mit dem anderen an der PA und gedreht und geschraubt. Ging nicht. Der ProOne war nahe dran, aber deutlich "dreckiger" im Sound. Klang gar nicht übel, aber eben nicht wie auf der CD. Ich schob die Schuld auf diverse ExiterPhaserReverbCompressorLimiterDeesser-Stufen und gab es auf.

Ein paar Monate später lauschte ich einer privat HighEnd-Angeber-Vorführung. Auf den 17 kg schweren Plattenteller kam auch Vangelis. Das Thema klang durch den Raum. Und da war er wieder, der Dreck im Sound des Prophet V den ich aus meinem ProOne nicht rausbekam. Ich war glücklich.


 
kutter  |  Freitag, 18. November 2005, 09:02
ich verstehe ehrlich kein wort von dem, was Sie da schreiben. ich meinte: imitation mit der menschlichen stimme. hab das oben mal präzisiert.


 
goetzeclan  |  Montag, 21. November 2005, 09:29
ach so, ja dann
ziehe ich alles wieder zurück und behaupte das Gegenteil.













Hier schreibt der Kutter.


 

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