Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
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Wie ich Frank Schirrmacher nicht kennenlernte

Im Mai 2003 erhielt ich die erste Mail von einer etwas rätselhaft klingenden Absenderadresse. Ein Dr. Frank Schirrmacher gab sich darin als regelmäßiger Leser dieses Weblogs aus und fragte an, ob die FAZ wohl eine Idee aus dem »Kutter« übernehmen könne. Zugleich gab er mir noch einen leichten Klaps auf den Hinterkopf für einige belanglose und eher bemühte Scherze, die ich einige Zeit davor auf seine Kosten geschrieben hatte. Das Beunruhigende daran war, dass das einzig Witzige an diesen Scherzen seine Reaktion darauf war.

Er meldete sich danach über die Jahre hinweg immer wieder mal, meist nachts und von irgendwo unterwegs, und lobte dieses und jenes. Der Mann schien viel zu reisen und das nicht ohne Blackberry. Es waren spontane kurze Nachrichten, mit deren freundlich-fröhlichem Überschwang ich als protestantisch-nordischer Sturschädel oft nicht so recht umzugehen wusste. Ich kannte den Mann doch gar nicht! Einige Formulierungen waren so over the top, dass ich mich manchmal fragte, ob ich hier womöglich auf den Arm genommen würde. Mit seiner Begeisterung ging er jedenfalls nicht zimperlich um. Damit musste man erstmal klarkommen.

Gelegentlich fanden kleine Spielereien aus meinem Blog ihren Weg in seine Zeitung, zum Beispiel die »Kritische Meteorologie«. Mich machte das stolz. Nicht so sehr wegen des Abdrucks selbst; ich hatte auch vorher schon hier und da mein Zeugs veröffentlicht, und das Blog hatte keinerlei journalistische oder feuilletonistische Ambitionen. Sondern stolz vor allem wegen Schirrmachers unwiderstehlicher Art (um nicht zu sagen: Kunst) der Anfrage ― obwohl schon auch erkennbar war, dass Schirrmacher sehr genau wusste, wie man jemanden stolz macht. Seine Kolleginnen und Kollegen beschreiben ihn in ihren Nachrufen in der heutigen FAS unter anderem als ein Genie der Ermunterung und Ermutigung.

Wer weiß, wie wichtig mir dieses Blog einmal war, versteht vielleicht, warum ich das ― womöglich etwas wichtigtuerisch erscheinende ― Bedürfnis habe, an dieser mittlerweile eher privaten Stelle ein paar Zeilen zu Schirrmachers Tod zu hinterlassen. Mit einem bisweilen unheimlichen Timing kamen einige seiner unverhofften enthusiastischen Mails in solchen Phasen bei mir an, in denen ich kurz davor stand, diesen Laden hier aus Frustration über dieses oder jenes einfach dicht zu machen. Wie auch immer man zu ihm stand: Es war unmöglich, von Schirrmacher gelangweilt zu sein.Weblog-Ekel, die Älteren werden sich erinnern. Mit seinem späteren Vorschlag, ein FAZ-Blog zu schreiben, wurde ich daher auch nicht richtig warm.

Abgesehen von einem längeren Text in »Bilder und Zeiten« kam es zu den verschiedenen Formen der freien Mitarbeit, die Schirrmacher anregte, letztlich nie, weil meine Erwerbssituation und Arbeitsbelastung das nicht zuließen (so sah ich das jedenfalls) und weil es mir an Entschlossenheit fehlte, an diesen Umständen etwas zu ändern. Aus den gleichen Gründen schlief dann auch dieses Blog mehr und mehr ein ― und zugleich auch der Kontakt. Ich hatte Schirrmachers Komplimenten nichts mehr entgegenzusetzen, was diese gerechtfertigt hätte. Zu einem Treffen, das wir uns einmal vorgenommen hatten, kam es ― wie so oft bei Internetbekanntschaften ― nicht mehr.

Nach dem Snowden-Schock hatte ich mir überlegt, mal wieder von mir hören zu lassen, vielleicht ein Aufsehen erregendes Traktat über die Freiheit als notwendige Voraussetzung von Überwachung anzubieten. Private Unbill brachte mich von diesem Vorhaben wieder ab, aber es wäre lustig gewesen: Ein Running Gag unserer ersten Mails war, dass ich anhand von IP-Adressen Schirrmachers jeweiligen Standort lokalisieren konnte. (Meist nicht erfolgreich: Einmal vermutete ich ihn in einem US-Krankenhaus, während er auf Mauritius war. Der NSA wird dies heute besser gelingen.)

In diesen Tagen kann man viele Nachrufe lesen, in denen ausführlich Schirrmachers Bedeutung für den Journalismus und die Gesellschaft gewürdigt wird. Mein Lieblingstext von ihm ist kein alarmistisches Epochenbild, sondern die unglaublich elegant gebaute, erst witzige, dann berührende Besprechung der Verfilmung von Reich-Ranickis »Mein Leben«, die einen Bogen von Schirrmachers Büro über Google Earth bis zu Czesław Miłosz und dem Warschauer Getto schlägt. Das muss man erst mal können. Wie auch immer man zu Schirrmacher stand: Es war jedenfalls unmöglich, von ihm gelangweilt zu sein.

Manche Nachrufe auf Schirrmacher lesen sich wie Heiligsprechungen. Mir persönlich bleibt er weniger als Großfeuilletonist, Thesenmaschine, Debattenanzettler oder Ausnahmezustands-Apokalyptiker in Erinnerung, sondern als jemand, dem die Entdeckung abseitiger Adressen diebische Freude bereitete und dem seine Begeisterung auch für kleine Albernheiten nicht zu schade war.














Quelle: http://Kutter.dev.antville.org/

 
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