Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
Seit 16. Dezember 2001 und 6521 Tagen täglich fangfrisch. Außer manchmal.

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» kein Hund erwähnt
Beitrag von bubo | 15.08.18 16:31
» Ich denke, dass das Bloggen...
Beitrag von gHack | 28.02.17 20:39
» Das stimmt. Ich habe es...
Beitrag von kutter | 27.02.17 17:57
» Hm.
Beitrag von gHack | 27.02.17 15:48
» Yay, das sieht sehr fein...
Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
» Very fab, Mr. Tobi, Sir.
Beitrag von gHack | 09.04.16 14:07
» Das mit den Zeilenlängen war...
Beitrag von tobi | 09.04.16 14:04
» OK, ich seh’s. Werd’s mir...
Beitrag von tobi | 08.04.16 23:35
» Teils, teils. Die Mac-Browser sind...
Beitrag von kutter | 08.04.16 11:39
» jeweils neueste Versionen von FF...
Beitrag von tobi | 04.04.16 15:35

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Freitag, 4. August 1995.
Heute vor sieben Jahren zieht Kutter nach Hannover.

Chaostage 1995 in Hannover

Schwere Schritte auf Asphalt, etwa zehn Vermummte laufen unter unserem Balkon von links nach rechts die Straße hinunter, gefolgt von einer Gruppe Polizisten, wohl ebenfalls zehn Mann in schweren grünen Kampfanzügen, jeder mit einer großen "62" auf dem Helm. Es ist ein lauer Sommerabend, ich habe einen Kasten Bier mitgebracht, meine neuen Mitbewohner und ich stoßen auf meinen Einzug an. Ein aufregender Tag scheint sich langsam zu beruhigen. Mein erster Tag in der neuen Stadt. Doch dann schallen wieder schwere Schritte durch den Straßenzug. Die Polizisten kommen zurückgelaufen, von rechts nach links und diesmal getrieben von etwa zwanzig Vermummten. Der Müllcontainer vor dem Haus glimmt leicht vor sich hin, heute nachmittag hatte sein Lodern noch das Aufbruchsignal für meine Umzugshelfer gegeben. Wenn Passanten unter unserem Balkon entlanggehen, knirschen Scherben leise auf dem Gehsteig.

Wehmütige Musik dringt aus dem Inneren der Wohnung, ich meine mich zu erinnern, es sei Madredeus gewesen, und die Vermummten, eben noch in der Überzahl, flüchten plötzlich wieder von links nach rechts. Der nachsetzende Polizeitrupp ist auf etwa dreißig Mann angewachsen. Kein Stein fliegt, kein Schlagstock schwingt, es herrscht körperloses Spiel, offense—defense, offense—defense. Hohe taktische Disziplin auf beiden Seiten. Und wir haben Logenplätze.

Wir machen neue Flaschen auf und stoßen an, als wiederum der Polizeitrupp ungeordnet von rechts nach links zurückrennt. Es wird lauter in der Straße. Etwa fünzig Vermummte johlen und treiben die Polizisten vor sich her. Jetzt fliegen Steine. Nachdem das Ensemble aus unserem Sichtfeld verschwunden ist, kehrt langsam wieder Ruhe ein. Aber nur für kurze Zeit: Die Vermummten kommen wieder, von links nach rechts, und diesmal sind sie wirklich schnell. Ein Knirschen und Rattern schwillt an, bis ein Wasserwerfer ins Bild fährt. Heute nachmittag hatte ich zum ersten Mal direkt neben einem solchen Ungetüm gestanden. Die bloße Höhe hatte mich beeindruckt. Jetzt wird der Sommerabend kühler, wir gehen zurück in die Wohnung. Es ist eine schöne Wohnung, eine nette große Altbau-WG.

Vielleicht war es keine gute Idee, am 4. August nach Hannover zu ziehen, während der Chaos-Tage 1995, in die Nordstadt, jenen schönen und armen, von Studenten und Punks bevölkerten Stadteil, der mit seinen sternförmig auf den Lutherkirchen-Platz zufliehenden Straßen an anderen Tagen ein idyllisches kleinstädtisches Flair verbreiten kann. Ein Viertel, in dem man spät nachts immer von jemandem geweckt werden kann, der die Internationale singend durch die Straßen torkelt. Direkt um die Ecke meiner neuen Wohnung liegt das Sprengel-Gelände und ein Penny-Markt, der noch in der selben Nacht in seltener Eintracht von alteingesessenen Bürgern und Punks geplündert werden und damit nationale Berühmtheit erlangen wird. Nur etwa hundert Meter die Straße rauf und dann links eskalierte am Nachmittag der Versuch der Polizei, eine Straßenbarrikade zu räumen; es entwickelte sich eine erbitterte Straßenschlacht mit Autonomen und Punks, während ein paar Freunde und ich ungewohnt diszipliniert und schnell den Umzugswagen ausräumten.

Kriegserinnerungen für die Enkel. Jedem sein eigenes Vietnamtrauma. Ein besonderer Gruß geht heute an die Kutter-Leserinnen und -Leser in München. Ich vermisse die Nordstadt noch heute.




Quelle: http://Kutter.dev.antville.org/

elkit  |  5. August 2002 07:53:03 MESZ

War wohl nix ...

... ich hatte es auch ganz vergessen, aber die Chaos-Tage sind eh ausgefallen. Die Süddeutsche berichtet etwas ausführlicher.


 
kutter  |  5. August 2002 13:20:48 MESZ

Die Münchner

haben nichts verpasst, glaub mir. Nicht, dass hier noch der Eindruck entsteht, ich würde das Gekloppe verklären.

Sehr treffend aber ist die Erklärung Karl Nagels in dem von Dir gelinkten Artikel: Man braucht keine Punks für Chaos-Tage. 300 Journalisten und 5000 Polizisten, die sich auf den Füßen stehen, reichen vollkommen. Denn die Chaos-Tage sind immer und meist auch vor allem ein Medien-Phänomen.















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