Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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» im grunde isses skandalös
Beitrag von kleinzwolferl | 28.02.17 21:11
» Ich denke, dass das Bloggen...
Beitrag von gHack | 28.02.17 20:39
» Das stimmt. Ich habe es...
Beitrag von kutter | 27.02.17 17:57
» Hm.
Beitrag von gHack | 27.02.17 15:48
» Yay, das sieht sehr fein...
Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
» Very fab, Mr. Tobi, Sir.
Beitrag von gHack | 09.04.16 14:07
» Das mit den Zeilenlängen war...
Beitrag von tobi | 09.04.16 14:04
» OK, ich seh’s. Werd’s mir...
Beitrag von tobi | 08.04.16 23:35
» Teils, teils. Die Mac-Browser sind...
Beitrag von kutter | 08.04.16 11:39
» jeweils neueste Versionen von FF...
Beitrag von tobi | 04.04.16 15:35

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Kutter has left the building

Draußen in Outloggistan. Ende Januar geht's hier wohl weiter.

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Es ist die Liebe,
die uns auseinanderreisst

Notizen von den 50. Nordischen Filmtagen Lübeck

In diesem Beitrag werden Sie wenig über mein zugegebenermaßen gutes Aussehen erfahren, nur so viel: Ich war zu den 50. Nordischen Filmtagen Lübeck ohne besondere Absicht mit meinem Schatzkanzler-Anzug und einem Sechstagebart angereist, den ich mir zwei Tage später allerdings entnervt wieder abnahm, weil ich nicht länger mit Samuli Vauramo verwechselt werden wollte, der sich für eine finnische Fernsehserie gerade ebenfalls so eine Fliese hatte stehen lassen. (Das »ebenfalls« bezieht sich auf »Fliese«, nicht auf »Fernsehserie«. Ich mache keine Fernsehserien. Man bietet mir ja auch keine an.) Apropos Fernsehserien: Samulis Geschichte, wie er als Kind im finnischen Fernsehen mit unsynchronisierten Folgen von »Der Alte« Deutsch gelernt hat (»Was denken Sie, Herr Kommissar?«), war bei der dritten Wiederholung nicht mehr ganz so charmant wie vor zwei Jahren. Aber Fernsehserien geht’s ja nicht anders.

Zuvor hatte ich mir klugerweise schon die Haare abschneiden lassen, damit ich nicht auch noch mit Rolf Kristian Larsen verwechselt werde (der ja bekanntlich aussieht wie ein Jugendfoto von mir plus Zahnlücke). Ich weiß nicht, ob mit Erfolg, auf jeden Fall bin ich nicht mit »Hej Rolf!« angesprochen worden, sondern nur mit »Nein, die Glocke bedeutet bei uns nicht ›Last Orders‹, sondern ›Ende des Ausschanks‹!«. Darauf muss man ja auch erstmal kommen. Und Ausschank gab es so einigen: Eröffnungsempfang, Baltischer Empfang, Skandinavischer Empfang und Filmpreisnacht mussten gewissenhaft durchgearbeitet werden, mit allen Konsequenzen für die Konzentrationsfähigkeit für den nächstmorgendlichen 10-Uhr-Slot. Der Kutter wurde wie in jedem Jahr bei den Nordischen Filmtagen ausgestattet von der Galenus-Apotheke.

Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich mir in diesem Jahr keinen Dokumentarfilm angesehen, nicht einmal »Lotman's World«, den ich aber noch nachholen werde. (Dafür kannte ich aber immerhin schon »Punksters & Youngsters« und »Heima«.) Zu meiner eigenen Überraschung habe ich in diesem Jahr also ein reines Spielfilmpensum absolviert. Die Höhepunkte folgen im Schnelldurchlauf; Filme, die ich an anderem Ort gesehen habe (etwa »O'Horten« oder »Låt den rätte komma in« (»So finster die Nacht«), die jetzt in Deutschland anlaufen) sowie Filme, bei denen ich eingeschlafen bin oder denen ich sonstwie nicht folgen konnte (z.B. »Maria Larssons eviga ögonblick«), lasse ich außen vor, ohne dass damit eine Wertung vorgenommen sein soll. Sie wissen ja: Im Kino schlafen heißt dem Film vertrauen. Nicht vertraut, und dies meist zu Unrecht, habe ich folgenden Filmen:

»Mannen som elsket Yngve« (»Der Mann, der Yngve liebte«): eine schöne und vor allem tragische Coming-of-age- und Coming-out-Geschichte mit Rolf Kristian Larsen (sieht aus wie der junge Kutter mit Zahnlücke), der einen jungen Mann spielt, der Yngve liebt und ansonsten im Stavanger des Jahres 1989 mit seiner Punk-Combo herumlärmt. Gerölltrockener Humor, zu allem entschlossene junge Darsteller, phantastische Musik und ein Ende voll lakonischer Traurigkeit, das uns zeigt, dass es bekanntlich die Liebe ist, die uns auseinander reisst. Dass »Yngve« am Ende des Festivals mit dem NDR Filmpreis die Hauptauszeichnung erhielt, war eine – positive – Überraschung. Niemand hat es besser verstanden als die Skandinavier, dass die Familie der moderne Aggregatzustand der Hölle ist.Normalerweise gewinnen hier präzise, realistische Sozialdramen sowie Filme, die zeigen, dass die größte Hölle immer noch der eigenen Familie entspringt. Andererseits: Auch in »Yngve« wird Schuld auf sich geladen, und Schuld und Sühne sind schon seit jeher ein bedeutender Topos im skandinavischen Film.

»Dansen« (»Der Tanz«) aus Dänemark: Ein typischer NFL-Eröffnungsfilm im Spannungsfeld zwischen Liebe und Verdacht, Begehren und Misstrauen. Eine stolze Trine Dyrholm brilliert neben einem etwas naturtrüben Anders Berthelsen: Kann man einem Mann vertrauen, ihn gar lieben, der wegen Vergewaltigung im Gefängnis saß? Oder ist es doch erst wieder die Liebe, die uns auseinander reisst?

»Switch« aus Norwegen wurde treffend beschrieben als »Karate-Kid auf Snowboards«: Großstadt-Junge kommt in die Provinz, muss sich auf der neuen Schule gegen missgünstige Cliquen durchsetzen und das Herz der zuckersüßen Ida Elise Broch (spielt übrigens an anderer Stelle auch die Freundin eines gewissen Mannes, der Yngve liebte) und dafür wiederum einen Ernst-Deil-igen Snowboard-Contest gewinnen. Vorhersehbar, aber unterhaltsam, selbstironisch, rasant, witzig. Es ist die Liebe, die uns von der Schanze treibt. Unvergessliche Auftritte von Peter Stormare als Snowboard-Dude. Plus: Ein Deutschlehrer, der John Rambo und Franz Beckenbauer zitiert. Bessere Bus-Szenen als in »Speed«. Schöner Jugendfilm. Gut zum Wachwerden nach dem Eröffnungsempfang.

»Lønsj« (»Cold Lunch«): In Oslo braucht man nicht die Liebe, um auseinandergerissen zu werden. In dieser Stadt ist man auch in Gesellschaft einsam. Wie die Insassen einer Großstadt sich einander immer wieder mit traumwandlerischer Sicherheit Verletzungen und Demütigungen zufügen, davon erzählt Eva Sørhaugs kühl beobachtender und präzis komponierter Episodenfilm.

»Käsky« (»Die Unbeugsame«): Man könnte sagen: ein Kostümfilm von Aku Louhimies, dem Großstadt-Dostojewkij des finnischen Films, der in den vergangenen Jahren mit »Frozen Land« und »Frozen City« dem Lübecker Publikum ordentliche Schläge in die Magengrube versetzt hat. Hier erzählt er eine tragische Geschichte aus dem halb vergessenen, halb verdrängten finnischen Bürgerkrieg, in dem 1918 die ersten Soldaten des Landes von ihrer Ausbildung im deutschen Reich zurückgerufen wurden, um im Glauben, es gehe gegen russische Angreifer, ihre kommunistischen Mitbürger niederzukartätschen. Samuli Vauramo und Pihla Viitala stehen auf verschiedenen Seiten, so fängt es an. Sie belauern, umkreisen, begehren sich. Doch sie ist seine Gefangene, und er glaubt an das Kriegsrecht. Es ist die Liebe in Zeiten des Bürgerkriegs, der die beiden erst zusammenführt und dann wieder auseinanderreisst. Noch heute kann es passieren, dass man, wird man den Eltern der neuen Freundin vorgestellt, gefragt wird, ob man aus einer weißen oder roten Familie stammt, erzählt Samuli.

»Den du frygter« (»Wen Du fürchtest«): Niemand hat es besser verstanden als die Skandinavier, dass die Familie der moderne Aggregatzustand der Hölle ist. Ulrich Thomsen kämpft gegen Depressionen, und er entscheidet sich für die chemische Kriegsführung im Selbstversuch. Was wir sehen, ist eine Verwandlung, und zwar – hey, wir reden hier über skandinavisches Kino! – nicht zum besseren. Selten kam Sadismus so achselzuckend ins Haus geschlendert wie hier und lässt eine Familie zerbrechen. Denn letztlich ist es die Ehe, die uns auseinerreisst.

»Det som ingen ved...« (»Was niemand weiß«): Ein irgendwie routinierter, aber dann doch auch dramaturgisch recht halbherzig konstruierter dänischer Polit-Thriller über Geheimdienstverstrickungen, denen erst ein harmloser Puppenspieler auf die Spur kommen muss. Anders Berthelsen ist der größte, auf jeden Fall der hartnäckigste Hartnäckigkeitsdarsteller des dänischen Kinos. Der Kerl ist wirklich hartnäckig. Wenn Sie dem sagen, er solle aufhören, in der Angelegenheit weiter rumzubohren, kann es gut sein, dass er sich überhaupt nicht dran hält! (Sie wollen dänische Politthriller? Schauen Sie »Kongekabale« mit einem überaus hartnäckigen Anders Berthelsen.)

Sichtungsplan Nordische Filmtage Lübeck 2008

Dass die Nordischen Filmtage heuer zum 50. Mal ausgerichtet wurden, hatte die Veranstalter bereits im Verlauf des Jahres zu einigen schönen Aktionen animiert. Davon haben wir uns selbst überzeugt, etwa im Juni beim Open-Air-Kino-Picknick mit schwimmender Riesenleinwand auf dem Krähenteich oder im September bei einer Autokinonacht auf dem Marktplatz. Die Filmtage selbst bestachen dann wieder durch das, was sie jedes Jahr so angenehm macht: ein No-Bullshit-Festival, das mit Leidenschaft gemacht und vom Publikum gern in Besitz genommen wird. No Bullshit heißt: Man kann es sich leisten, auf rote Teppiche zu verzichten (hat aber trotzdem einen), die Empfänge sind sympathisch unprätentiös, die Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm wie der Drehbuch-Workshop sind uneitel und sachlich. Die Filmtage sind ein unaffektiertes, aber keineswegs unambitioniertes Festival, das selbst zum 50. Jubiläum angenehm bescheiden auftritt. Und diese norddeutsche Bescheidenheit kann man sich leisten in Lübeck, denn sie steht einem Festival, bei dem die Filme glänzen und nicht der Flohzirkus drumherum, ganz ausgezeichnet.

FRÜHERE NFL-BERICHTERSTATTUNG BEI DICHTHEIT & WAHRUNG:
(2006/2007) | 2005 | 2004 | 2003
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Dichtheit & Wahrung,
XXXI. Lieferung

Ob es nicht noch etwas zu früh sei für die Midlife Crisis, wurde ich gefragt, als ich von meinem Plan erzählte, wieder mit dem Skateboardfahren anzufangen. Die Midlife Crisis?, dachte ich. Gibt's da etwa nur eine? »Die Mitte des Lebens definiert sich notwendig aus dessen Gesamtdauer, und bei meinem Lebenswandel sollte man diese besser nicht zu spät ansetzen«, antwortete ich. Im Kopf verdoppelte ich mein momentanes Alter, Die Mitte des Lebens ergibt sich aus dessen Gesamtdauer. Man sollte sie nicht zu spät ansetzen.das sich irgendwann einmal in jenem öden Niemandsland zwischen Nochrechtjung und Altersack verfahren hatte. Ich erschrak und mixte mir sogleich noch einen Gintonic.

[ ¶ ]
Heute morgen Alina Pogostkina gehört, wie sie im Deutschlandfunk ihre liebste Musik spielte und nicht zuletzt: anmoderierte. Lange nicht mehr so fasziniert gewesen vom Klang einer sprechenden Stimme und von einer bestimmten Art und Weise zu sprechen. Sie echauffierte sich ein wenig über den Erfolg von Paul Potts, und ich schämte mich sofort ein wenig für den profanen Grund meines plötzlichen Interesses an ihr: der bezaubernden Stimme einer Geigerin. (Aber immerhin nicht die schlechten Zähne Glissandi eines Mobiltelefonverkäufers.) Kurz darauf spielte sie die Cello-Suite Nr.1 von Joh. S. Bach an, und ich erinnerte mich an ein sehr schönes, sehr unwirkliches Erlebnis, das ich vor einigen Jahren einmal im Intercity von Berlin nach Schwerin mit diesem Stück hatte und von dem ich hier bald erzählen werde, vermutlich aber nicht vor Februar, denn zwischenzeitlich werde ich auf einem einsamen, ebenen Stück Asphalt zwischen Markaryd und Hinneryd Skateboardfahren und mir die Arme und Beine brechen aufschürfen, und da draußen bin ich aber sowas von Outloggistan.

[ ¶ ]
Bericht von den Nordischen Filmtagen kommt auch noch. Entweder vor Weihnachten oder nach Januar.

[ ¶ ]
Meine neue Band wird Paul Potts & the Khmer Rouge heißen. Wir spielen Puccini auf kambodschanischen Nasenflöten, falls es solche gibt. (Klingt verrückt? Haben Sie mal Coconami gehört? Brotbackende Japaner, die auf Ukulelen Ramones-Cover und Wies'n-Musik spielen! Macht jedenfalls mehr Sinn als Pol Pot in der Royal Albert Hall.)

[ ¶ ]
Wie erbärmlich kann ein Leben sein? Habe dieses Jahr keine Zeit gehabt, Musik zu hören. Damit meine ich: Neue Musik zu entdecken. Schaffe es nicht mal, die monatlich beigelegten CD-Sampler der Spex durchzuhören. Hab mir jetzt in der Dezember-Ausgabe die Redaktions- und Leser-Charts angeschaut und lade alles runter, was irgendwie interessant klingt und besser nicht verpasst sein sollte. Und jetzt kommt's: Davon interessieren mich auch nur so ca. 3,5 Alben. Wir erbärmlich kann ein Leben sein?

[ ¶ ]
Sie ruft gelegentlich aus Washington an und stellt aufgeregt Fragen, weil sie mal den Vornamen eines anderen mit meinem Nachnamen verwechselt hat. Fucking funny German names. Blöd, wenn man sein Adressbuch nicht im Griff hat. Schön, wenn man so viele originelle Thesen auf Lager hat wie ich. Irgendwann wird sie was merken, "award-winning journalist" einer international renommierten Nachrichtenagentur.

[ ¶ ]
Konnte es nicht länger ertragen, dass Teile meines eh aus allen Nähten platzenden Bücherregals mit DVDs vollgestopft waren sowie dass weitere DVDs sich ringsherum bereits in hüfthohen Stapeln auftürmten. Jetzt alle DVDs in kleine Papiertaschen gesteckt und diese in so Ikea-CD-Aufbewahrungskartons verstaut, die original DVD-Plastikhüllen hingegen in den Müll gehauen (Gelber Sack, recycle this, Ihr Spacken!). Welche Erleichterung! Dann 200 VHS-Kassetten in Müllsäcke verstaut und nur eine kleine Auswahl von Filmen, die wirklich nie mehr im Fernsehen laufen und niemals als DVD veröffentlicht werden (z.B. »Little Murders« von Alan Arkin) über Festplattenrekorder auf DVDs gebracht und diese wiederum in die Kartons sortiert. Und jetzt kommt's: Kleine Klebeetiketten entworfen, auf die ich filmographische Daten eintragen kann, damit man beim Blättern in den Kartons auf den ersten Blick alle relevanten Informationen erfassen kann, und das ganze dann wieder intuitiv-thematisch-autobiographisch sortiert. Sie wissen ja: It's a Wissenschaft, Baby! Ihnen mag das zwar alles etwas analfixiert vorkommen. Kein aber.

[ ¶ ]
Apropos analfixiert, apropos Little Murders: Irgendso'n Furzknoten hat sich mal vor 'ner Weile beklagt, dass vereinzelte Unmenschen und so auch ich das unwahrscheinliche Verbrechen an der Menschkeit begangen hätten, ihre allerersten Blogeinträge nachträglich zu verändern. Möge mir die Hand abfaulen! In der Tat mag dieses schändliche Tun nachkommende Germanisten-Generationen, die eine historisch-kritische Werkausgabe des Kutters zu erstellen haben, vor ernsthafte Unfährnisse stellen, für die ich mich schon heute entschuldigen möchte. Euch armen Teufeln sei hiermit zugerufen: Dort, wo jetzt nur noch das simple Motto dieses Weblogs prangt, nämlich im ersten Eintrag aus dem Dezember 2001, hatte ich seinerseits testhalber das Filmplakat von Little Murders gepostet und ein paar belanglose Sätze zu dem Film geschrieben, um mal zu sehen, wie die Software funktioniert. Allen anderen wird es so egal sein wie mir.

[ ¶ ]
Hatte zwischenzeitlich echte Angst, dass achnaja (Rounders 2) mal wieder fischen gegangen ist und, so wie schon bei Rounders 1, alle Texte verloren gegangen sind. Aber er hatte nur ein Serverproblem und ist wieder da. Hab sicherheitshalber sogleich das gesamte Archiv auf die Platte gesaugt. Vielleicht bereite ich ja mal eine historisch-kritische Werkausgabe vor.

[ ¶ ]
Wer hier seit längerem vorbeischaut, wird festgestellt haben, dass der Kutter (heute: Dichtheit & Wahrung) immer wieder längere Pausen für seinen Schönheitsschlaf einschiebt. Da der Schlaf der Vernunft aber bekanntlich Monstren gebiert und wir uns hier seit jeher als jene scharf geschliffene Axt der Vernunft im Walde des Mythos (im Benjaminschen Sinne, darunter tun wir's nicht) vestehen, wollen wir nicht weiter verantwortlich sein für die Ungeheuer und Ungeheuerlichkeiten, die während unserer Abwesenheit ihr hässliches Haupt erhuben bzw. erheben. Werten Sie, wenn Sie möchten, diese Worte als ein Bekenntnis zu dem festen Willen, hier künftig wieder mehr Zinnober zu veranstalten. Aber erst nach nächstem Januar. Bis dahin ist Outloggistan. Danach kommt eventuell ein neuer Ko-Autor, wir verhandeln noch über die Ablöse. Oder auch nicht. Oder ich verhöker den ganzen Kahn hier an den Meistbietenden.

[ ¶ ]
Und vergessen Sie nie, wo Sie »Outloggistan« zum ersten Mal gelesen haben!

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Alte Liebe: Mr. Bad Guy

Okay, der ei-gent-liche Grund, warum ich regelmäßig (Dauerkarte, Block W17) zu Hannover 96 ins Niedersachsenstadion gehe, ist ja nicht die spielerische Qualität des auf dem Rasen Dargebotenen (ha, das kann einem nun keiner vorwerfen!), sondern weil im Refrain der Stadionhymne nach der titelgebenden Refrainzeile »Sechsundneunzihig, alte Liebe« ein schleifender Old-School-Synthie-Streicher-Sound einsetzt, den ich ansonsten überhaupt nur einmal und dann nie wieder gehört habe, und nämlich auf dem ersten Freddie-Mercury-Soloalbum »Mr. Bad Guy« von 1985, das ich damals ― junge Menschen aufgemerkt!― auf MC besaß.

Am Schlagzeug damals übrigens Curt Cress. Im Block W17 in der Reihe hinter mir übrigens Daisy Duck auf Speed.

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Jan Rosenthal: bester 96-Torwart seit Andrzej Kobylanski.

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Das hier beschreibt sehr genau meinen aktuellen Bewusstseinszustand. [VIA TXT]

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»Waltz with Bashir« ist ein Film, der zeigt, wie uns Verdrängung sehr wohl über Wasser hält. Dass man aber nicht ein Leben lang auf See bleiben kann, sondern immer irgendwann wieder an Land muss (um mal im Bild zu bleiben). Ein beeindruckendes Dokument über die Aufarbeitung von Kriegstraumata und Kriegsverbrechen, dass eine tiefe Melancholie Traurigkeit verströmt.

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Kafka, Käfer, Kater

Ich habe einige Zeit meines Lebens mit der Interpretation und mit Interpretationen von Kafkas »Verwandlung« zugebracht. Aber Kingsley Amis' Deutung, über die ich erst jetzt und zufällig und nur beiläufig gestolpert bin, wonach das alles die (bestgelungene) literarische Verarbeitung eines tüchtigen Katers (im veisalgisch-toxischen Sinne) sei, erscheint mir bei näherer (ich möchte nicht sagen: nüchterner) Betrachtung als zunehmend flüssschlüssig und kaum mehr abwaschweisbar.

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