Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
Seit 16. Dezember 2001 und 5705 Tagen täglich fangfrisch. Außer manchmal.

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» im grunde isses skandalös
Beitrag von kleinzwolferl | 28.02.17 21:11
» Ich denke, dass das Bloggen...
Beitrag von gHack | 28.02.17 20:39
» Das stimmt. Ich habe es...
Beitrag von kutter | 27.02.17 17:57
» Hm.
Beitrag von gHack | 27.02.17 15:48
» Yay, das sieht sehr fein...
Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
» Very fab, Mr. Tobi, Sir.
Beitrag von gHack | 09.04.16 14:07
» Das mit den Zeilenlängen war...
Beitrag von tobi | 09.04.16 14:04
» OK, ich seh’s. Werd’s mir...
Beitrag von tobi | 08.04.16 23:35
» Teils, teils. Die Mac-Browser sind...
Beitrag von kutter | 08.04.16 11:39
» jeweils neueste Versionen von FF...
Beitrag von tobi | 04.04.16 15:35

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10 Jahre Kutter

Huch! Wenn ich heute morgen nicht einen improvisierten Geburtstagskuchen aus Milky Way-Riegeln mit zehn Partykerzen erhalten erhalten hätte, hätte ich vollkommen verpennt, dass ich heute mein zehnjähriges Blogger-Jubiläum habe!

Heute vor zehn Jahren war ich einem Hinweis des verehrten Sofa-Bloggers Peter Praschl gefolgt, hatte bei Antville einen Account eröffnet und meinen ersten Post veröffentlicht, der eher Testcharakter hatte (und den ich dann etwas später mit dem heutigen Motto dieses Blogs überschrieben habe). Im Januar ging's dann mit der regelmäßigen Befüllung los. Ich bin Antville-Blogger Nummer 347. Ich bin ein Veteran der zweiten Generation.

Im Laufe der Jahre wurde das Blog für mich ein überaus wichtiges Ausdrucks- und Austauschmittel. Es gab Jahre, in denen hat es mich vor dem Wahnsinn bewahrt. Es gab Jahre, da hatten meine Beiträge nicht nur eine ansehnliche Erscheinensdichte (es gab da mal den Claim "täglich fangfrisch, außer manchmal"), sondern durchaus auch ein ganz ansehnliches Niveau. Nicht unbedingt zu Beginn, und auch nicht unbedingt in den letzten zwei Jahren, in denen ich kaum noch dazu gekommen bin, etwas zu "kuttern" (dieser Begriff war durchaus mal ein sehr wichtiger in meinem aktiven Wortschatz).

Ich habe durch das Blog ganz erstaunliche und wunderbare Menschen kennengelernt, und einige von diesen sogar persönlich. Das beste am "Kutter" waren oft die Kommentare - und ich sage das nicht aus falscher Bescheidenheit, denn solche Kommentare bekommt man nicht einfach so. Dieses Blog war für mich immer ein Geschenk: als Ausdrucksform, deren technische Grundlagen die fabelhaften Antville-Boys einfach so für uns hingestellt hatten, aber auch als Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch oder ins Herumalbern zu kommen, die man sonst nie getroffen hätte.

Ich habe das Blog immer anonym betrieben, wofür es eine Weile lang gute Gründe gab, heute vermutlich eher weniger. Es gab gelegentlich Spekulationen und Recherchen, wer ich wohl sei, aber die Antwort "Niemand, den Ihr kennt" war nie kokett und nie falsch. Im Grunde bin ich die langweiligste Sau vom ganzen Internet.

Heute komme ich fast gar nicht mehr zum kuttern. Es ist nicht nur, aber auch ein Zeitproblem. Es ist vor allem aber ein Ermüdungsproblem: Muss man immer wieder die Beschissenheit der Dinge kommentieren, muss man immer wieder verspielt um die eigenen Befindlichkeiten herumtänzeln?

Das "Your Disco Needs You"-Gefühl ist auch nicht mehr so emergent. Bloggen ist heute anders als früher, und ich will gar nicht sagen, dass es früher besser war. Früher konnte ich nur mehr damit anfangen, und das liegt vermutlich mehr an mir als am Zustand der sog. Blogosphäre. Vielleicht aber auch nicht. Ich würde darüber schreiben, wenn es mich interessieren würde.

Manchmal denke ich mir, ich müsste mal wieder. Mal wieder etwas kuttern. Dann flammt hier wieder kurz was auf, und vielleicht wird es irgendwann auch wieder dauerhaft und regelmäßig sein.

Durch den Kutter gab es freundliche Angebote, anderswo attraktive Dinge zu tun. Dafür bin ich dankbar, obwohl ich die meisten Gelegenheiten habe verstreichen lassen. Auch aus einer gewissen Kraftlosigkeit heraus. Bloggen macht müde. Ich bin unendlich müde. Für's gelegentliche Twittern reicht's noch, das schafft ein halbwegs intelligenter Mensch auch im Halbschlaf oder beim Zähneputzen. Aber dieses Blog nehme ich ernster als das, was ich heute darin beitragen könnte.

In Geburtstagsansprachen kommt irgendwann immer der Ausruf: "Auf die nächsten xx Jahre!" Wird es in zehn Jahren den "Kutter" noch geben? Vielleicht nicht, vielleicht aber auch kraftvoller und schöner als je zuvor. Man weiß es nicht. Man weiß so wenig. Bis hierhin sage ich: Dankeschön. Das sollte man sowieso viel öfter sagen.

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In Joghurtgewittern —
Gefechtserfahrung im Golf-Krieg

Millionen männlicher Mitmenschen haben seit 1961 während ihres Zivildiensts sog. »wertvolle Erfahrungen« gesammelt, die sie »auf keinen Fall missen« möchten. Den meisten von ihnen wurde das allerdings erst hinterher klar. Heute nun werden in Deutschland die letzten Ersatzdienstleistenden in die Freiheit entlassen. Wie es sich für alte Zausel gehört, erzähle ich deshalb ein weiteres Mal von meinen schönsten Gefechtserlebnissen im zivilen Alltag, und aus Ermangelung eigener Enkel (oder gar Zivis!) müssen Sie nun als Publikum herhalten. Das mag Ihnen ungerecht erscheinen, aber meine damalige Kundschaft konnte sich mich auch nicht aussuchen.

Auf einmal ging alles sehr schnell. Der junge Kollege Bessmann hatte gerade den Wagen an der roten Ampel gestoppt, als sich plötzlich die Türen des vor uns stehenden Golfs öffneten. Zwei junge Männer sprangen heraus. Ich wusste gleich, was passieren würde.
   »Los, Zentralverriegelung!«, rief ich. Hektisch griff ich nach hinten und kramte im Rückraum des Wagens. Die Männer standen bereits vor uns. Sie holten aus und warfen zwei Yoghurt-Packungen auf unsere Windschutzscheibe, die sogleich zerplatzten.
   »Die Arschlöcher«, schrie Bessmann und schaltete den Scheibenwischer ein, der den Kleister kreuz und quer über die Scheibe schmierte. Als wir endlich wieder etwas erkennen konnten, waren die Angreifer längst wieder in ihren Wagen gesprungen und losgefahren. Die Ampel stand auf grün. Alle fuhren, bloß wir nicht. Ich hatte derweil gefunden, wonach ich gesucht hatte.
   »Hab' einen«, rief ich, »Bessmann, gib Gas!«

Bessmann ließ die Reifen quitschen. Es ging rauf auf die Hochstraße, und jetzt zahlte sich endlich einmal aus, dass wir die Überlandtour fuhren: Die Tour war unbeliebt, weil sie länger war als alle anderen, aber dafür hatten wir den Turbo-Diesel. Bessmann überholte spielend, während ich das Beifahrerfenster herunterkurbelte. Nur einen Augenblick später zerbarst ein Schoko-Pudding von Puddis, einer Marke, die wir seltsamerweise immer in kyrilischer Beschriftung geliefert bekamen, oben links auf der Windschutzscheibe des gegnerischen Golfs. Ein zweiter klatschte auf die Essen auf Rädern-Werbetafel.
   »Ja, noch einen!«, rief Bessmann, dessen Laune sich augenblicklich gebessert hatte.
   »Nix, wir hauen ab«, beschied ich, zufrieden mein Werk im Rückspiegel betrachtend. Schließlich wurde ich gern als Stimme der Vernunft den eher unverlässigen Fahrern zugeteilt. Aufgrund meines gesetzten Alters und eines abgeschlossenen Universitätsstudiums galt ich als Respektsperson. Die Kollegen im Golf hatten genug, entschied ich.

Wegen eines angeblichen Nierenschadens, den außer dem Kreiswehrersatzamt niemand (und später auch dieses selbst nicht mehr) wiederfinden konnte, gelangte ich erst mit etlichen Jahren Verspätung als Zivildienstleistender zu Essen auf Rädern. Was ich nicht wusste: Diese ruhmreiche Einrichtung, die sich den konsequenten Vitaminentzug unserer greisen Bevölkerung mittels Lieferung erkalteter Speisen auf die Fahnen geschrieben hat, ist die erste Anlaufstelle für die Autonarren (vulgo: die Bekloppten) unter den Kasernatsverweigerern. Was die einschlägigen, gewissen Gewissensgründe betrifft, die glaubhaft herangeführt werden mussten, um die Berechtigung für das Privileg eines extralangen Zwangsdienstes bescheinigt zu bekommen, bewiesen die Essenausfahrer jeden Tag aufs neue, dass sie keine moralischen Probleme damit hätten, mit einem Panzer ganze Dörfer plattzuwalzen, und seien es bewohnte. Eine These, die sich durch die eindrucksvolle innerbetriebliche Unfallstatistik jederzeit belegen ließ, von den Yoghurt-Schlachten auf offener Straße ganz zu schweigen. Diese wurden meist mit der kommerziellen Konkurrenz ausgetragen, doch manch ein Kollege geriet auch schon mal in »friendly fire«.

Vom Dienststellenleiter wurde ich nicht nur schnell als dufte Respektsperson, sondern auch als Intellektueller ausgemacht, was bedeutete, dass ich gelegentlich die festangestellten Kolleginnen im Büro unterstützen durfte. Dort beruhigte ich nicht nur alte Damen am Telefon, die sich Sorgen wegen der kyrillischen Zeichen auf dem Nachtisch machten (»Nein, Frau Wöhler, der Russe ist nicht da. Noch nicht!«), sondern nahm auch die regelmäßigen Beschwerden aufgebrachter Verkehrsteilnehmer entgegen und versprach, die gemeldeten Übeltäter (»ich wiederhole noch einmal das Kennzeichen, das Sie mir genannt haben, damit wir auch ja den richtigen erwischen!«) einer gerechten und vor allem harten Strafe zuzuführen. Erst der fortgesetzte Verzicht hierauf freilich begründete meinen Status als Respektsperson — dies und die Tatsache, dass ich den Schlüssel für die Tiefkühlkammer verwaltete, in der verbotene Extraportionen lockten sowie streng wissenschaftliche Panik-Experimente durchgeführt werden konnten.

Meine Golf-Kriegserlebnisse hatte ich beinahe vergessen, als ich vor einiger Zeit bei einem gesellschaftlichen Ereignis mittlerer Tragweite von einem Offizier der Reserve, der sich außerhalb der Kriegszeiten als hochrangiges Mitglied der deutschen Rechtsprechung durchschlagen muss, schneidig gefragt wurde, ob ich denn wohl jedient hätte. »Selbstverständlich«, antwortete ich zackig, »bei Essen auf Rädern!« Der damalige OLG-Präsident machte auf dem Absatz kehrt und würdigte mich keines weiteren Blickes. Ich bezweifle allerdings, dass seine Gefechtserfahrung nennenswert an meine heranreicht.

Heute nun werden in Deutschland die letzten Zivildienstleistenden in die Freiheit entlassen. Und die Frage muss erlaubt sein: Wie kann man das alles kommenden Generationen bloß vorenthalten?

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