Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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» im grunde isses skandalös
Beitrag von kleinzwolferl | 28.02.17 21:11
» Ich denke, dass das Bloggen...
Beitrag von gHack | 28.02.17 20:39
» Das stimmt. Ich habe es...
Beitrag von kutter | 27.02.17 17:57
» Hm.
Beitrag von gHack | 27.02.17 15:48
» Yay, das sieht sehr fein...
Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
» Very fab, Mr. Tobi, Sir.
Beitrag von gHack | 09.04.16 14:07
» Das mit den Zeilenlängen war...
Beitrag von tobi | 09.04.16 14:04
» OK, ich seh’s. Werd’s mir...
Beitrag von tobi | 08.04.16 23:35
» Teils, teils. Die Mac-Browser sind...
Beitrag von kutter | 08.04.16 11:39
» jeweils neueste Versionen von FF...
Beitrag von tobi | 04.04.16 15:35

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Wir waren schon mal besser

Das sehe ich ja jetzt erst: Hätte ich meine erste, verkatert im Kinosaal hingerotzte Wahlprognose vom 31. Oktober nicht kleinmütig kurz vor Schluss der Wahllokale noch wieder falschkorrigiert, hätte ich ja eine komplette Punktlandung hingelegt! Wieder mal Angst vor der eigenen Mutter Courage, bekanntlich die Mutter aller Porzelankisten...

Versprochen: Dies war der letzte Eintrag zum Thema Wahlprognosen für die nächsten 3,5 Jahre.

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Hannover 96: die Keintorhasen

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An dieser Stelle könnte ein Text über die Nordischen Filmtage Lübeck 2008 stehen.

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Fahrenhorst 496: Das ist die Temperatur, bei der es im Strafraum anfängt zu brennen.

From Lowitz With Love: Hier gibt's viele Gastgeschenke / vom Vertreter von Robert Enke.

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Glück? Glück schafft nur eine neue Fallhöhe für noch mehr Unglück.

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Ein Quantum Bond

Dass James Bond mittlerweile zu einem Actionhelden neben vielen degradiert worden sei, ist gelegentlich bemängelt worden, beispielsweise von Peter Körte. Mir war Bond ja eigentlich immer eher zu albern, insofern mag ich die neue Craigsche Ruppigkeit ganz gern. Aber es stimmt: Früher, wenn Ihnen als hart arbeitendem amerikanischen Farmer plötzlich jemand die Wasserzufuhr kappte, um Sie und Ihre patente Schwester aus dem Bohnengeschäft zu drängen, haben Sie das A-Team gerufen. Heute können Sie sich, wenn Ihnen die Rechnung der Stadtwerke zu hoch vorkommt, auch direkt an 007 wenden. Als hätten wir nicht schon immer geahnt, dass die wahren Superschurken im banalen Alltag zu finden sind, um etwa den Wasserpreis in Bolivien zu verdoppeln (!). James Bond kümmert sich darum ? vermutlich, weil er es liebt, wenn ein Plan funktionert.

Außerdem hat er wohl, darauf wurde wiederholt angespielt, irgendein Problem mit seiner Vespa. Wäre mir persönlich ja egal, wenn ich so einen Aston Martin hätte.

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Nach der Wahl
(und nach der Prognose):

Landslide ― but no Spot Landing

[Updated Intro Nov15] 50 Staaten sowie das Disctrict of Columbia haben gewählt.1) Von diesen 51 Rennen wurden in der Dichtheit & Wahrung-Wahlprognose 49 Staaten korrekt in ihrem Ausgang vorhergesagt. Bei zwei Staaten lag die Prognose falsch: Indiana und North Carolina wurden hier für McCain gewertet, wählten aber mit hauchdünner Mehrheit Obama. 512 Electoral Votes wurden damit korrekt prognostiziert (blau dargestellt), 26 falsch (rot).

Es wurden hier 338 Electoral Votes für Obama (200 für McCain) vorhergesagt. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass die Prognose »Luft nach oben« eher für Obama als für McCain sehe. Das tatsächliche Ergebnis lautet nun 364:174. Die Prognose hat damit den Trend richtig vorausgesagt und in fast allen Staaten richtig gelegen. Sie hat die Dimension des Landslides erkannt; eine Punktlandung ist ihr allerdings nicht gelungen. [Ende Update]

[Altes Intro:] 50 Staaten sowie das Disctrict of Columbia haben gewählt. 48 Rennen hiervon sind ausgezählt bzw. gelten als entschieden. Alle diese Rennen wurden durch die Dichtheit & Wahrung-Prognose korrekt in ihrem Ausgang vorhergesagt. Obama wurden 338 Electoral Votes prognostiziert. Das ist der derzeit aktuelle Stand.

Drei Staaten sind allerdings noch too close to call: Indiana, North Carolina, Missouri. Alle diese Staaten wurden durch die Dichtheit & Wahrung-Vorhersage für McCain prognostiziert. In Missouri scheint sich dieser Trend zu bestätigen. In Indiana und in North Carolina zeichnet sich derzeit jedoch hauchdünne Mehrheiten für Obama ab.

Auch wenn diese drei Rennen für den Wahlausgang unerheblich sind, gilt es den Ausgang weiter zu beobachten, denn die D&W-Wahlprognose könnte nach den aktuellen Zahlen um 26 bis 31 Wahlmännerstimmen zu niedrig für Obama ausgefallen sein. Da die Prognose allerdings »Luft nach oben« eher für Obama als für McCain annoncierte, wäre sie auch dann in ihrem Trend bestätigt. (Diese Trendaussage bezog sich insbesondere auf North Carolina.) [Nachtrag: IN wurde soeben für Obama ausgerufen, NC und MO sind nach wie vor nicht entschieden. Obama hat damit 349 Wahlmänner.]

Abgesehen von North Carolina und Indiana ― die neben Missouri als die engsten Rennen galten und auch hier so eingeschätzt wurden ― kann man rückblickend sagen: Es war ein komplett überraschungsfreier Abend. McCain konnte keinen einzigen Bodengewinn machen, Obama zeigte keine Schwäche. Dass die Nacht trotzdem sehr inspirierend wirkte, lag zum einen an der puren operationellen Schönheit dieses politischen clean sweeps, die innerlich verdorbene Menschen wie mich mit romantischen Gefühlen durchrauscht wie andere ein farbenfroher Sonnenuntergang am Meer. Zum anderen lag es an der historischen Dimension dieser Wahl, die ja wie kaum eine andere mit Hoffnungen und Erwartungen verknüpft ist, die schon bald an der harschen politischen Wirklichkeit zerschellen könnten.

Was könnte dem künftigen Präsidenten die harte politische Wirklichkeit etwas einfacher machen? Klare Mehrheiten im Kongress. Die Prognosen amerikanischer Medien sind sich derzeit nicht einig, ob die Filibuster-sichere Senatsmehrheit von 60 Sitzen für die Demokraten noch möglich ist. Manche sehen die Republikaner bei 40, andere bereits bei 41 Senatssitzen. Die Demokraten stehen derzeit bei 56 Sitzen. Das macht drei bis vier noch offene Rennen. Die Republikaner haben bislang bereits fünf Sitze an die Demokraten verloren. Auch hier heißt es weiter abwarten.

Im Repräsentantenhaus ist das Verhältnis momentan 252 zu 172. Die Demokraten haben den Republikanern bislang 18 Sitze abgenommen. 11 Rennen sind noch unentschieden. Zudem wurden dem Trend nach voraussichtlich 7 demokratische und 4 republikanische Gouverneure gewählt.

McCain hatte ja auf den letzten Metern des Wahlkampfes noch versucht, die Angst vor der Ein-Parteien-Dominanz zu schüren. Wie meist war das auch diesmal die Strategie eines Verlierers: Wenn ich Euch schon nicht davon abhalten kann, demokratische Senatoren zu wählen, dann wählt doch wenigstens einen Republikaner zum Präsidenten. Warum nicht mich?

Obama hat zwar zwei Kriege, ein gigantisches Haushaltsdefizit, eine Finanzkrise und eine eigene Bowlingbahn geerbt, findet sich aber in einer von seiner Partei dominierten politischen Landschaft wieder. Das kann, muss aber nicht immer ein Vorteil sein. Zum einen wird er daran gemessen, inwieweit es ihm gelingt, das offenkundig nach wie vor gespaltene Amerika zu einen und sich auch mit dem konservativen Amerika zu versöhnen. Hierzu muss er präsidial und nicht parteipolitisch agieren. Auf der anderen Seite wird er sich jedoch nahezu unbegrenzten Begehrlichkeiten seiner eigenen Parteifreunde ausgesetzt sehen, die die güngstige politische Landkarte ausnutzen und manche Scharte der letzten Jahre auswetzen wollen. Das alles macht es nicht einfacher für Obama.


1) Missouri ist das neue New Mexico. Aus dem Staat gibt es immer noch kein amtliches Endergebnis, aber der (knappe) Vorsprung McCains ist seit 11 Tagen konstant, um nicht zu sagen: unverändert. Ich habe die Faxen jetzt dicke und erkläre MO für McCain, damit wir das Kapitel US-Wahl hier einmal abschließen können..

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Election Night Fever (Live Version)

Dass man Schäfchen zählt, um einzuschlafen, aber wachbleibt, um Wahlmänner zu zählen, das gehört zu den Paradoxien des Lebens. Mein Live-Protokoll der Wahlnacht findet sich hier in den Kommentaren.

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Zum Geleit durch die Nacht

Zur Einstimmung für Live-Zuschauer der heutigen US-Präsidentschaftswahlen:

What To Watch For. An hour-by-hour guide to election night von Nate Silver.
Election Night Viewer Guide von Nathan L. Gonzales

Falls ich mich wach halten kann (mir fehlen immer noch etwa 72 Stunden Schlaf von den Nordischen Filmtagen...) und mein Zahnarzt-Termin um 18:00 Uhr nicht allzu brachial gerät, werde ich hier heute Nacht ein bisschen Live-Bloggen. (Mein Twitter-Experiment vom Super Tuesday ist gescheitert und wird nicht wiederholt.)

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Die Dichtheit & Wahrung Wahlprognose

Der Kutter: Electoral Vote Predictions (click to enlarge)

Die Dichtheit & Wahrung Wahlprognose für die US-Präsidentschaftswahlen 2008 steht. Der vorausgesagte Ausgang:

Barack Obama: 338 EVs ― John McCain: 200 EVs

Zu diesem Ergebnis kommt man, wenn man Virginia, Pennsylvania, Ohio, Florida, Colorado, Iowa, New Mexico und Nevada für Obama (blau) zählt. McCain (rot) sehe ich in Georgia, Indiana, North Carolina, Missouri, North Dakota, Arizona und Montana vorn.

Insbesondere Missouri und North Carolina sind eigentlich nicht ernsthaft zu prognostizieren, hier setze ich ausschließlich auf's Gefühl. Mit Florida sieht's kaum besser aus. Auch Indiana und selbst North Dakota sehen eng aus. Selbst Ohio ist wieder knapper geworden.

Dennoch wage ich auch diese Prognose: Sollte dieses Ergebnis so nicht eintreffen, sehe ich Luft nach oben eher für Obama als für McCain.

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A New Breed of Democratic Kung-fu Fighters

Demokraten gelten als notorisch undisziplinierte, ängstlich-paranoide und chronisch unterfinanzierte Wahlkämpfer. Heute muss man jedoch feststellen, dass die Obama-Kampagne die Republikaner auf allen Feldern geschlagen hat, auf denen die GOP seit vielen Jahren haushoch überlegen war: Fundraising, Microtargeting, Organisation, GOTV. Und als der Wahlkampf schmutzig wurde, reagierte das Obama-Camp anders als andere demokratische Präsidentschafts-Anwärter so souverän, diszipliniert und bretthart, dass die Attacken auf den Angreifer zurückfielen. Gleiches gilt für die in dieser Größenordnung unerwarteten Wirtschaftskrise, wo ebenfalls sofort der richtige Ton gefunden wurde. Kleinere Schwächen wie Iran, Georgien und ein schwacher Bowling-Nachmittag wurden nie zu zentralen Themen. Dieser Demokraten-Wahlkampf spielt in einer ganz anderen Galaxie als etwa die von Bob Shrum zusammengeschrummten Kampagnen für Gore und Kerry ― von Dukakis ganz zu schweigen.

Barack Obama haben nicht nur seine Botschaft des Wandels, die Unbeliebtheit des amtierenden Präsidenten und die ökonomische Krise nach vorne geholfen. Er hat die gefürchtete republikanische Wahlkampfmaschine auch in ihrem ureigenen Spiel geschlagen. Das man heute ― durch nie geahnte Fundraising-Rekorde finanziert ― McCain selbst in Staaten wie North Dakota, Georgia oder Arizona (!) in die Defensive und damit zum Splitten seiner Ressourcen zwingen kann (McCain musste bereits Teile seiner Wahlkampf-Infrastruktur vorzeitg abwickeln, um mehr Geld für Fernseh-Werbespots zu erlösen), ist nicht allein durch rhetorische Kraft oder die Zeitgemäßheit einer wolkigen Vision zu erklären. Obama hat die Republikaner organisatorisch, finanziell und strategisch überrollt.

Dass die Republikaner sich haben derart überrollen lassen, verwundert um so mehr, als alle Qualitäten, die die Obama-Kampagne zeigt, bereits in den demokratischen Primaries eindrucksvoll zu bewundern waren. Tatsächlich war die von Spenden und Kontakten getriebene Politik-Maschine von Hillary Clinton schwerer zu schlagen als die McCain-Kampagne, doch gelang dies letztlich mit den gleichen Mitteln, an denen sich heute die McCain-Manager Schmidt und Davis die Zähne ausbeißen.

Clinton wurde von der Wucht der Obama-Welle überrascht und war gehandicapt durch ihre eigene Organisation, die aufgrund interner Streitigkeiten und einer ebenso widersprüchlichen wie fehlerhaften Wahlstrategie nie zur vollen Schlagkraft gelangte. (Nach allem, was man hört, muss die interne Hymne des Hillary-Camps "Everybody was kung-fu fighting" gewesen sein...) Warum die Republikaner allerdings trotz aller Vorwarnungen bis zuletzt keine schlagende Antwort auf die Obama-Kampagne gefunden haben, ist die wesentlich interessantere Frage.

Gefeiert für diesen Wahlkampf werden vor allem David Axelrod als Medienstratege und David Plouffe als Wahlkampfmanager, dem zuzuschreiben ist, dass eine rasant wachsende Organisation mit einer in der Demokratischen Partei nie dagewesenen Disziplin und Präzision agiert. Hinzu kommt Steve Hildebrandt, der mit einer milimeter-genau ausgetüftelten Vorwahlstrategie die Grundlage dafür gelegt hat, die unschlagbare Hillary Clinton aus dem Rennen zu kegeln. Und nicht zu vergessen ein Fundraising-Team, dass die amerikanische Wahlkampffinanzierung von Grund auf revolutioniert hat.

Man sollte sich jedoch hüten, die Obama-Kampagne nun als einen Solitär hinzustellen, mit dem sich allenfalls noch der von James Carville und George Stephanopoulos gesteuerte 1992er Clinton-Wahlkampf messen könne (vgl. hierzu den ausgezeichneten Dokumentarfilm »The War Room«, den die Süddeutsche Zeitung gerade auf den Markt gebracht hat). Denn tatsächlich haben die Demokraten bereits vor Obama das Hardball-Game wiederentdeckt. Die Demütigungen von 2000, 2002 und 2004 haben zu einem massiven Umdenken bei den Demokraten geführt. Unterstützt von Nancy Pelosi entwickelte sich eine new breed demokratischer Wahlkämpfer, die vor den Kampagnen Karl Rove'scher Prägung nicht mehr ängstlich zurückwich, sondern massiv in die Offensive ging.

In diesem Sinne verstehe ich die Obama-Kampagne als direkte Fortsetzung des 2006er Kongress-Wahlkampfs, in dem die Demokraten eine lange nicht gesehene Härte und Effizienz an den Tag legten und den Republikanern eine demütigende Niederlage beibrachten. Die Verlierer schoben dieses »Massaker« auf die Unbeliebtheit des Präsidenten ― und unterschätzten damit bis heute die neue Professionalität ihrer bislang nur müde belächelten Gegner, die nun bei Obama eine neue Qualität erreicht. Die grimmige Entschlossenheit, mit der die Obamas Bodenpersonal die personell und finanziell unterlegenen McCain-Truppen selbst in vermeintlich sicheren »roten Staaten« vor sich hertreibt, erinnert stark an 2006.

Geführt wurde dieser Kongress-Wahlkampf im Wesentlichen von Rahm Emanuel, einem engen Vertrauten Obamas, ebenfalls aus Illinois. (Emanuel steht übrigens den Clintons ebenfalls nahe, er war Nachfolger von George Stephanopoulos als Bill Clintons Sonderberater im Weißen Haus. Besser vernetzt kann man in der Demokratischen Partei nicht sein.) Heute gilt Emanuel als ernstzunehmender Kandidat für den Posten des Stabschefs in Obamas Weißem Haus. (Er selbst würde es vermutlich so formulieren: »fucking Chief of Staff at the fucking White House«. So wie Barack Obama als Vorbild für die West Wing-Figur Matt Santos herhalten musste, erkennen wir viel von Rahm Emanuel in der Figur des Josh Lyman.) Auch andere wichtige Protagonisten des 2006er Wahlkampfs wie der Pressesprecher Bill Burton spielen heute eine zentrale Rolle in Obamas Wahlkampf und werden wohl ebenfalls ins Weiße Haus einziehen. Obama wiederum unterstützte den Kongress-Wahlkampf nach Kräften. Wenn es beispielsweise galt, hoffnungsvolle Aspiranten von einer Kandidatur zu überzeugen, schickte Emanuel einen Käsekuchen ― und einen persönlichen Anruf von Obama.

Obama wurde schon bei den diesjährigen Vorwahlen als wolkig-abgehobener, elitärer Schöngeist dargestellt, der gut daherreden könne, dem aber die notwendige Härte fehle, um sich der Attacken der Republikaner erwehren zu können. Diese Charakterisierung war durchaus effizient, wie der bis zuletzt offene, verbissen geführte Vorwahlkampf belegt. Das Problem der Obama-Gegner war, dass sie an diese Charakterisierung wohl selbst geglaubt haben. Es wird gern übersehen, dass Obama das politische Geschäft in der harten Schule der Demokratischen Partei Chicagos gelernt hat ― und das mitnichten nur als Community Organizer. Er ist in einer rauen Organisation groß geworden, in der man zum Boxen nicht erst Handschuhe anzieht und in der ein Tritt in die Weichteile als visionär gilt. Dieses Kapitel seines Lebens wird in Obamas Autobiographie »Dreams of my Father« allenfalls gestreift. Es passt nicht zum Image eines Mannes, der das politische Establishment zum Edleren wandeln will. Aber es zeigt, dass man seine Entschlossenheit und Härte nicht unterschätzen sollte (s. hierzu Ryan Lizzas ausführliches Stück im New Yorker).

Die Republikaner haben aus ihrem 2006er Debakel ebenso wenig gelernt wie aus dem beispiellosen Untergang Hillary Clintons, für den sie allenfalls Häme übrig hatten. Tatsächlich erinnert der heutige Wahlkämpfer McCain mit seinen oft kopflos erscheinenden Änderungen der politischen Richtung und des persönlichen politischen Stils an die zunehmend verzweifelte Hillary im Vorwahlkampf. Beide Kampagnen sind angesichts der Obama-Maschinerie, die seit Anfang des Jahres den Rhythmus der politischen Debatte vorgibt, ähnlich widersprüchlich, profillos und defensiv geblieben. Beide Kampagnen waren von Anfang an getrieben. Und das bei zwei Kandidaten, die sich mit Recht viel auf ihre langjährige politische Erfahrung und Kampferprobtheit einbilden können.

Mit Barack Obama steht heute ein Mann kurz vor dem Einzug ins Weiße Haus, der zu Beginn des Jahres noch als Nummer 3 für die demokratischen Primaries gehandelt wurde. Dem nachgesagt wurde, er wolle sich nur auf der nationalen Bühne präsentieren, damit sich die Wähler an ihn gewöhnen ― für 2012 oder 2016. Wer auch immer heute glaubt, er habe eine ungefähre Vorstellung davon, wie eine Obama-Präsidentschaft aussehen könnte, sollte sich auf weitere Überraschungen gefasst machen.

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State of the Race (over)

Jürgen W. aus M. hat mir eine Mail geschrieben und fragt, wie man die US-Wahl für gelaufen erklären kann, wenn es gleichzeitig immer heißt, wie knapp das Rennen doch sei. Nun, die Wahrheit ist: Beides stimmt. Obama wird das Rennen mit einem beachtlichen Vorsprung an Wahlmänner-Stimmen für sich entscheiden. Dafür muss er allerdings eine Reihe von Staaten gewinnen, und in einer Vielzahl dieser Staaten gibt es äußerst enge Kopf-an-Kopf-Rennen. Wenn McCain hier überall als Sieger vom Platz geht, hat er eine theoretische Chance, Obama zu überholen. Diese Chance halte ich allerdings für minimal.

Die Gewissheiten

Zum Hintergrund: Es gibt 538 Wahlmänner (Electoral Votes, EVs), die den Präsidenten wählen. Ein bevölkerungsreicher Staat wie Kalifornien hat beispielsweise 55 EVs, Hawaii stellt nur drei. Man benötigt folglich eine Mehrheit von mindestens 270 EVs, um Präsident zu werden. Obama hat nach meiner Einschätzung 257 EVs bereits heute sicher, McCain nur 127. Das heißt: Realistisch sind nur noch 154 EVs in der Verlosung. Das heißt aber auch: Sollte meine Grundprognose stimmen, fehlen Obama nur noch 13 EVs zum Sieg, McCain jedoch 143, also mehr als zehnmal so viele.

Die 154 EVs, um die es noch geht, verteilen sich auf vierzehn Staaten, die mehr oder weniger knapp sind. Auch hier gilt wieder, dass Obama in den meisten dieser Staaten tendenziell stärker zu sein scheint. Als ich vor ein paar Tagen schrieb, Obama könne nach meiner Einschätzung realistischerweise nicht mehr unter 277 EVs fallen, habe ich mich übrigens ― erschöpfungsbedingt (ich war auf einem Filmfestival mit lauter Skandinaviern und Balten, es wurde spät...) ― getäuscht. Ich denke, es sind sogar 297 EVs. Das ist meine Minimalprognose. Tatsächlich sehe ich Obama sogar eher bei etwa 340 EVs, mit weiterer Luft nach oben. Meine scharf gestellte Prognose folgt im Laufe des Tages steht ab sofort hier.

Der Abend könnte also so laufen: Wenn gegen 7 Uhr Eastern Standard Time alle Wahllokale in Vermont, Virginia, South Carolina, Georgia, Indiana und Kentucky schließen, könnte schon alles entschieden sein. Sollte Obama Virginia holen, kann man beruhigt ins Bett gehen, denn hat er seine 270 EVs dann eigentlich schon zusammen. Ich halte diese Option für wahrscheinlich, auch wenn es ein enges Rennen ist. Wie auch immer: Holt Obama eine halbe Stunde später Ohio, was noch wahrscheinlicher ist, ist der Sack so oder so zu. Was immer dann in den wirklich knappen Staaten wie North Carolina, Missouri oder Florida passiert (Indiana haben wir schon mal stillschweigend McCain zugeschlagen), hat dann nur noch statistischen Wert, denn im weiteren Verlauf des Abends werden genug Staaten zusammenkommen, um Obama über die 270er-Schwelle zu heben.

Wohlgemerkt: Ich halte das für eine konservative Schätzung. Georgia, Indiana, West Virginia, North Dakota, Arizona und Montana sind in diesem Modell schon McCain zugeschlagen. Manche Demoskopen halten zwar Überraschungen in Georgia, Indiana und Arizona für möglich, ich gehe aber nicht davon aus, dass Obama hier etwas holt. Obama sehe ich dagegen in Virginia, Ohio, Florida, Iowa und Nevada vorn. Damit komme ich auf 338 EVs für Obama und auf 174 EVs für McCain. Noch unentschlossen bin ich bei North Carolina und Missouri (26 EVs). Wie gesagt: Finale Festlegung folgt im Laufe des Tages steht ab sofort hier.

Ein letzter Hoffnungsschimmer für McCain könnte Pennsylvania sein. Ich sehe das Rennen knapper als die Umfragen, aber ich kann mir einen McCain-Sieg dennoch nicht vorstellen. Und selbst dann würde es nur reichen, wenn er Obama zusätzlich wirklich jeden halbwegs knappen Staat abnähme.

Die Ungewissheiten

Ist es töricht, sich soweit festzulegen? Nun, auf jeden Fall ist dabei schon ein bisschen sportlicher Ehrgeiz im Spiel. Es gibt nach wie vor Diskussionen über Unschärfen in den Meinungsumfragen, und diese zu Recht. Die Demoskopie ist in den USA nicht besser entwickelt als in Deutschland, um es höflich zu formulieren. Es gibt Diskussionen über den mittlerweile berühmt gewordenen Bradley-Effekt. Es gibt Diskussionen über die demoskopische Abbildung von Mobiltelefon-Besitzern. Es gibt Diskussionen darüber, wie sich wohl die bislang als unentschlossen geltenden Wähler mehrheitlich entscheiden werden. Es gibt Diskussionen über die Bedeutung der Early Voters, über die Schlagkfraft der GOTV-Mobilisierung, des Ground Games beider Parteien. Interessante Stellungnahmen gibt es in aller Kürze zum Beispiel hier und hier.

Es gibt auch Diskussionen über neue Unregelmäßigkeiten in Wahllokalen. Aber beide Parteien haben mittlerweile landesweit ganze Armeen von Anwälten in Stellung gebracht, die das Verfahren überwachen sollen. Auch Fernsehsender wie CNN laden ihre Zuschauer ein, per Mobiltelefon direkt über Unregelmäßigkeiten zu berichten. Manipulationen sind damit zwar nicht ausgeschlossen, aber eine Wiederholung des Durcheinanders von 2000 sollte es wohl nicht mehr geben.

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Umfragen lesen

»Here’s how to read polls. If the results are good, that means Obama’s winning. If the numbers look bad, that means the poll is a piece of shit and the pollster is a Republican. To make this point to others, make sure to say the phrase ›highly suspect internals‹ a lot. If someone asks you what that means, call them a racist.« []
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MoDiMiDoFrSaSo
12
3456789
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31
Februar

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