Dichtheit & Wahrung. Hervorgegangen aus Der Kutter. Verdrängung ist, was uns über Wasser hält. http://kutter.antville.org/
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» im grunde isses skandalös
Beitrag von kleinzwolferl | 28.02.17 21:11
» Ich denke, dass das Bloggen...
Beitrag von gHack | 28.02.17 20:39
» Das stimmt. Ich habe es...
Beitrag von kutter | 27.02.17 17:57
» Hm.
Beitrag von gHack | 27.02.17 15:48
» Yay, das sieht sehr fein...
Beitrag von kutter | 11.04.16 08:16
» Very fab, Mr. Tobi, Sir.
Beitrag von gHack | 09.04.16 14:07
» Das mit den Zeilenlängen war...
Beitrag von tobi | 09.04.16 14:04
» OK, ich seh’s. Werd’s mir...
Beitrag von tobi | 08.04.16 23:35
» Teils, teils. Die Mac-Browser sind...
Beitrag von kutter | 08.04.16 11:39
» jeweils neueste Versionen von FF...
Beitrag von tobi | 04.04.16 15:35

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Dieser Mann reimt »Achtundsechzig« auf »mein Vermächtnis«, und er heißt nicht Oskar Negt (bewegt sich aber ähnlich grazil, wie ich als alter Negt-Hörer bestätigen kann).

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Interview mit mir selbst (III)

KUTTER: Vor einigen Jahren kündigten Sie hier eine Reihe von Gesprächen mit sich selbst an. Wie so viele Ankündigungen blieb auch diese uneingelöst.
— KUTTER: Richtig. Weil Sie nie Zeit haben.
Vielleicht auch deshalb, weil Sie die beiden bisherigen Gespräche ( 1 | 2 ) nicht als geglückt betrachten?
— Glück ist keine Kategorie, die uns hier sehr weiterhilft.
Es geht schon wieder los! Herr Kutter, Sie haben dieses Gespräch anberaumt, weil Sie etwas loswerden möchten.
— Ich habe, mein Lieber, dieses Gespräch gewährt.
Schön, schön. Als Sie uns von der Gewährung dieses Gesprächs in Kenntnis setzten, erwähnten Sie, dass vor zwanzig Jahren die einschlägigen Montagsdemonstrationen einsetzten, die das Ende der DDR einläuteten und der Wiedervereinigung den Weg bereiteten. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann wollen Sie das jetzt auf Ihre Kappe nehmen?
— Es hat keinen Sinn, länger zu schweigen. Man muss die Verantwortung für seine Taten tragen. Mannhaft zu dem stehen, was man getan oder auch wozu man durch Unterlassung beigetragen hat.
Das ist jetzt aber nicht wieder so eine Aktion wie damals, als Sie behaupteten, Sie hätten die Kampa '98 erfunden?
— Nein, wobei auch das stimmt. Herr Müntefering--
Sie haben ja auch schon erklärt, Sie hätten den Wechsel von Klaus Toppmöller zu Hannover 96 verhindert.
— Fast richtig. Es ist schon ein paar Jahre her, und es gibt dazu einen interessanten Briefwechsel zwischen dem Präsidenten von Hannover 96, Martin Kind, und mir, in dem ich--
Sie reklamieren auch nach wie vor die Urheberschaft des Ash-Songs »Shining Light« für sich?
— Hah! Eben kein Ash-Song, sondern ein Kutter-Song! Ich habe ihn 1992 geschrieben, an jenem historischen Tag, als Hannover 96 den DFB-Pokal gewann. Dafür gibt es Zeugen, die--
Wenn wir Sie richtig verstanden haben, geht auch die Partnerschaft von Robbie Williams und Stephen Duffy auf Ihr Konto?
— Richtig, aber jeder, wirklich jeder, der sich Duffys Album, »Keep Goin'«, und insbesondere die zweite Hälfte hiervon mal in Ruhe angehört hat, hätte da von selbst drauf kommen können. Jetzt kann man sie ganz bequem beide zusammen wegignorieren statt wie bislang einzeln.
Sehr interessant. Sie haben Stephen Duffy ja einmal sehr treffend als »Inhaber des James-Taylor-Lehrstuhls an der Ralph-McTell-Gesamtschule« bezeichnet.
— Gut, nicht wahr? Und an dieser Schule geht selbst ein Bubi wie Robbie Williams noch als übler Pausenhof-Schläger durch! Ich bitte Sie, welcher erwachsene Mann nennt sich schon »Robbie«?
Robbie Coltrane? Robbie Keane?
— Pfff.
Aber vielleicht sollten wir doch auf das Ende der DDR zurückkommen, dessen jetzt allenthalben gedacht wird. Was genau hatten Sie denn jetzt damit zu tun?
— Ach. Ach je. Wir wussten nicht, was wir taten. Wir waren jung, wir hatten keine Ahnung, in was wir da reingeraten waren. Und was wir auslösen würden.
Vielleicht sollten wir an dieser Stelle etwas tiefer einsteigen. Sie sagten »wir«. Wer ist »wir«?
— Machen Sie jetzt einen auf Beckmann?
Machen Sie jetzt einen auf Schmidt?
— Um Himmels willen.
Also, knallhart nachgefragt, wer war »wir«?
— Dazu möchte ich, zum Schutze der Betroffenen, nichts sagen. Mir menschlich nahestehende Personen. Mit einem von ihnen habe ich später einen Song geschrieben, der Jahre später von der britischen Band Ash geklaut wurde und--
Könnten wir bitte zum Thema zurückkehren?
— Klaus Toppmöller?
Die Montagsdemos.
— Selbstverständlich. 1988 begannen wir, eine kleine Delegationsreise in die DDR zu planen, gemeinsam mit der FDJ-Reiseorganisation Jugendtourist bzw. ihrem westdeutschen Ableger Hansatourist. Das ganze mit politischem Hintergrund. Besuch der Städte Dresden, Leipzig, Weimar, Cottbus und Magdeburg. Diskussionen mit Studenten und der FDJ, Besichtigung eines Wasserwerks in Cottbus.
Ein Wasserwerk?
— Haben Sie was gegen Wasserwerke?
Nichts, was hilft.
— Die Reise wurde mit großem zeitlichen Vorlauf für den Oktober 1989 terminiert. Und auch pünktlich angetreten. Mitten hinein in dieses Kuddelmuddel. Menschen marodierten auf den Straßen, wollten ein Ende der alten Ordnung. Honecker war auch schon weg. Mächtig großes Durcheinander. Tausende wollten ausreisen, legal, illegal. Wir sind unserer Reiseleiterin, die uns von offizieller Seite beigestellt worden war, ausgebüchst und haben auf eigene Faust Revolutionstouristen gespielt. Die Reisebegleiterin hieß übrigens Romy Schneider.
Sah sie denn auch so aus?
— Hmm? Wie wer?
Wie Romy Schneider!
— Fragen Sie mich jetzt gerade ernsthaft, ob Romy Schneider wie Romy Schneider aussah?
Vergessen Sie’s. Erzählen Sie einfach weiter.
— Einiges war uns sehr peinlich. An Warteschlangen vorbei ins Restaurant geführt zu werden, weil man privilegierter Gast war, das ist schon nicht schön. Und dann wurde morgens, mittags, abends zu jeder Gelegenheit Fleisch aufgefahren. Fleisch in rauen Mengen. Fleischberge, bis wir kein Fleisch nicht mehr sehen konnten. Fleisch, Fleisch, Fleisch! Immer nur Fleisch. Und Aufschnitt.
Ich glaube, wir haben es verstanden.
— Die wollten uns zeigen, dass es in der DDR keinen Mangel gab. Vor allem nicht an Fleisch. Warum auch immer gerade Fleisch.
Es gab damals im Westfernsehen gelegentlich diese Reportagen über lange Warteschlangen vor Fleischereien.
— Oh. Ah! Na gut, das erklärt es wohl. Die Schnitzel-Klemme, sozusagen, ja? Der Kotelett-Crunch, hehehe. Anyway. Jedenfalls gab es für uns beinahe rund um die Uhr Fleisch.
Was vermutlich nicht direkt etwas mit dem politischen Wandel in Deutschland zu tun hat.
— Darüber sollten einst die Historiker richten.
Okay, was ich verstehe, ist dieses: Sie waren damals da.
— Naja, sicher. Wovon reden wir denn die ganze Zeit!
Und was haben Sie jetzt mit der Wende zu tun, mal abgesehen davon, dass Sie zur selben Zeit am selben Ort waren?
— Wir waren in Weimar also gerade aus dem Restaurant gekommen, es gab übrigens Fleisch, ich glaube, es waren drei Sorten Fleisch und dazu jede Menge Soße...
Wende, Herr Kutter! Die Wende! Gibt’s noch irgendwas zur Wende?
— ... kommen wir also aus dem Restaurant und platzen direkt in eine Demo, die sich durch die enge Straße zieht. »Bürger Weimars, schließt Euch an!« rufen die Leute, und wir sind zwar keine Bürger Weimars, aber wir müssen zufällig in die gleiche Richtung, also finden wir uns plötzlich mitten in der Demo wieder.
Aha. Sie sind also in einer Demo mitgelaufen.
— Genau! Aber schon lange vorher hatte die DDR-Spitze immer wieder behauptet, die Oppostionsbewegung werde vom Westen angeleitet.
Was ja in totalitären Gesellschaften keine sehr originelle Unterstellung ist.
— Nicht?
Nein.
— Mag sein.
Ach so, meinen Sie etwa... das war auf Sie gemünzt?
— (lächelt undurchdringlich)
Quatsch mit Soße, Herr Kutter. Das ist doch völliger Unfug! Sie tapern da in der Gegend rum, und wenn das »Neue Deutschland« schreibt, der Westen ist schuld, dann fühlen Sie sich angesprochen, ja? Das ist doch Blödsinn!
— (lächelt undurchdringlich) Sind Sie sich da ganz sicher?
Ach, jetzt hören Sie doch auf! Das hatte doch nichts mit Ihnen zu tun! Ich bin um fünf Uhr morgens für dieses Gespräch mit Ihnen aufgestanden, und jetzt erzählen Sie mir hier so einen Käse!
— Käse? Und wieso war in der Zeitung dann ein versteckter Hinweis nur für uns? Am nächsten Tag stand nämlich im »Neuen Deutschland«, dass die Disko bei uns zuhause in der gleichen Nacht abgebrannt sei. Das ist doch kein Zufall!
Sondern?
— Das frag ich Sie!
Der Verlust Ihrer Disko scheint Ihnen ja ganz schön zugesetzt zu haben...
— Jetzt sparen Sie sich mal Ihre sarkastische Tour! Das war eine eindeutige Drohung: Wir wissen, wo Ihr wohnt, wir wissen, wo Ihr herkommt. Das war die letzte Wohnung, das nächste Mal sterben Menschen!
Wohnung?
— Sagte ich Wohnung? Ich meinte Warnung.
Also gut. Einmal vor 'ner Demo hergelaufen. Das ist also Ihre große Revolutionserfahrung, Herr Kutter?
— Ähm. Also, da war ja nicht nur diese Demo. Da war ja auch...
Stop, stop, stop, Herr Kutter, jetzt mal halblang. Wissen Sie, woran mich ihre Geschichte hier erinnert? An einen Artikel heute in der F.A.Z. [PAY CONTENT].
— Kann es sein, dass Sie mir unterstellen wollen, dass ich mir das alles nur ausdenke?
Kann es sein, dass Sie einfach nur das nachquatschen, was Sie heute morgen schnell noch in der Zeitung gelesen haben? Weil Sie unser Gespräch verschwitzt haben und nicht wussten, was Sie hier erzählen sollten?
— Wo soll das gestanden haben, in der F.A.Z.?
Ach, Herr Kutter, bitte!
— Also, eine interessante Schilderung der Reise finden Sie ja auch im Vorwort des Buches »Links! Comeback eines Lebensgefühls« von Christian Rickens. Sollten Sie mal lesen!
(schüttelt den Kopf.) Wie auch immer. Was Sie uns hier heute auftischen, scheint jedenfalls nicht Ihre Behauptung zu erhärten, dass Sie das alles ausgelöst hätten.
— Was ausgelöst?
Ende der DDR? Wiedervereinigung?
— Nein, natürlich nicht. Sie können mir doch nicht alles anhängen!
Aber sagten Sie nicht, dass...
— Wussten Sie übrigens, dass ich einer der geistigen Väter der Kampa '98 bin?
Dann haben wir Gerhard Schröder also auch Ihnen zu verdanken?
— Schnippisch! Sie sind schnippisch! Aber während des tatsächlichen Wahlkampfs war ich nachweislich woanders.
Da haben Sie vermutlich »Shining Light« geschrieben.
— Nein, das war 1992, als Hannover 96 den DFB-Pokal gewonnen hat.
Sie erwähnten es.
— Von mir ist aber nur die Musik. Für den Text dieser Dreikäsehoch-Combo übernehme ich keine Verantwortung!
Wie für so vieles nicht.
— Ich hab mal in einer kleinen Werft bei einem Boot, so einer alten schwedischen Yacht, das Anti-Fouling erneuert. Das ist so eine dunkelrote Masse, die den Rumpf eines Schiffes, na, ich will Sie hier nicht mit nautischen Details langweilen. Dieses Zeug ist mir dabei kreuz und quer über die Hose gelaufen. Auf dem Rückweg musste ich durch eine Autobahnraststätte in deren Sanitärbereich. Auf der Toilette lief Radio, »Shining Light«. Immer wenn ich das höre, werde ich stinksauer. Also nicht nur einfach stinksauer. Sondern so richtig STINKSAUER!! Danach bin ich mit Psychopathenblick und einer blutrot-besudelten Hose wieder zurück durch den Gastraum gestapft. Die Leute haben mich angeschaut, als wäre ich der Axtmörder.
Ja, wir kennen diesen Blick.
— Mann, von den Tantiemen für diesen Song hätte ich meinen aufwändigen Lebenswandel sicherlich ein, zwei Jahre finanzieren können!
Herr Kutter, warum schreiben Sie all Ihre angeblichen Wunderhits eigentlich nie auf?
— Ach, dann stapeln sie sich irgendwo herum. Ich reise schon mit genug Papier. Wenn ich einen Welthit brauche, schreibe ich mir schnell einen neuen. Ratzfatz geht das, so locker aus dem Handgelenk. G-Dur, und der Rest kommt von allein. Ich wünschte, aus diesem Talent hätte ich mal was gemacht.
Oder aus irgendeinem anderen.
— Erinnert sich hier eigentlich noch jemand an Milos Djelmas?
(seufzt.) Herr Kutter, wir sollten uns ernsthafte Gedanken machen, ob dieses Interviewformat wirklich sinnvoll ist.
— (nickt.) Ja. Spätestens, seit Kai Diekmann das Format übernommen hat.
Vielen Dank für das Gespräch.
— Gestern habe ich übrigens wieder einen großartigen Song geschrieben, aber dann merkte ich, der ist schon von Peter Adams --
[Aufnahme bricht hier ab]

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NFL-Countdown

Woran erkennt man, dass die Nordischen Filmtage Lübeck vor der Tür stehen? Verlässlich an zwei Dingen: Wie jedes Jahr hat erstens der DFB mein Lieblingsderby ― der große HSV (von 1896) gegen den kleinen HSV (aus Hamburg) ― mal wieder auf das Festivalwochenende terminiert. Wenn das nochmal passiert, dann wird aus der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise tatsächlich eine, und zwar eine Schneise der Verwüstung, Freunde! Und meine Hausärztin hat mich zweitens mal wieder bis unters Dach mit Antibiotika ausgestattet, diesmal wegen eines, wenn ich richtig gehört habe, ich habe lieber nicht nachgefragt, »Bakterienrasens« in meinen Stirn- und Nebenhöhlen. Jetzt heißt es: Wettlauf gegen die Zeit, der Eröffnungsempfang ist Mittwoch abend, es sollen wieder alkoholische Getränke gereicht werden. Haben Sie sich eigentlich mal gefragt, warum Weblogs oft als »Internet-Tagebücher« bezeichnet werden? Wegen Belanglosigkeiten wie dieser.

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»Lieber 1 Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!«, ruft mir der Hosenträgermann im Vorbeigehen zu, und ich denke mir: »Ja, lieber ein Haus mit Fenstern als Fenster ohne Haus.« Denn wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Und was jetzt kein Ende hat, wird niemals enden.

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Dichtheit & Wahrung,
XXXIII. Lieferung

Sarrazin-Edition

Und wieder einmal, wie schon bei Möllemann &al., erhebt sich eine Diskussion darüber, was man in Deutschland sagen darf und was man in Deutschland nicht sagen darf. Aber weil ich Herrn Sarrazin noch immer nicht mit Handschellen abgeführt und auf die Blumeninsel Mainau deportiert gesehen habe, stelle ich beruhigt fest, dass man offenbar auch heute noch jeden Unfug in Deutschland sagen darf, ohne dass man sich ernsthafte Sorgen über den Zustand der bürgerlichen Grundrechte machen müsste. Das ist nämlich Deutschland hier.

[¶]
»Was darf man in Deutschland sagen?« fragt (so oder so ähnlich, ich habe ein schlechtes Gedächtnis, das ich bestimmt nicht dadurch kompensieren werde, dass ich mir ein dickes Bündel Altpapier vom Kiosk mit nach Hause schleppe) Die Zeit auf ihrer Titelseite, und mein erster Gedanke ist: In einem Land, in dem diese Frage berechtigt ist, kann man sie für gewöhnlich nicht laut aussprechen oder auf eine Titelseite drucken. Kleine Faustregel, nichts zu danken.

[¶]
Sich erst mit großer Geste aufzuplustern und »unbequeme Wahrheiten« in die Welt zu kannten, um sich, sobald sich auch nur etwas oder auch etwas mehr Widerspruch regt, sogleich als verfolgte Unschuld vom Lande, in dem man nichts mehr sagen dürfe, aufzuführen: Das ist wohl der jämmerlichste Wesenszug an diesen bürgerlichen Barrikadenstürmern und ihrer Claque, von denen uns jedes Jahr ein neuer Held vorgeführt wird. Kämpft wenigstens wie Männer, Ihr Schmollwinkeladvokaten! Aber auf unbequeme Wahrheiten stehen die nur solange, bis es für sie unbequem wird. Immer austeilen, nie einstecken.

[¶]
Meinungsfreiheit ist nicht Narrenfreiheit, und Folgenlosigkeit ist die am lautesten gähnende Form der Bedeutungslosigkeit. Würde es nicht unbequem werden, würde es keine lebhafte, ja heftige Diskussion über Inhalt und Tragbarkeit geben, wenn man ach so kontroverse Thesen in die Welt bläst, dann hieße es nur, dass das alles letztlich vollends egal und bedeutungslos gewesen wäre, und so möchte der Herr Sarrazin seine Diskussionsbeiträge ja bestimmt nicht eingeordnet wissen, gell?

[¶]
Was heißt überhaupt »unbequeme Wahrheiten«? Lassen wir den Begriff der Wahrheit mal außen vor, davon verstehe ich nichts. Aber von unbequem verstehe ich etwas. Das heißt meist soviel wie schlecht sitzend oder schlecht verarbeitet. Unbequemlichkeit ist eine Folge von schlechter Qualität.

[¶]
Was macht eigentlich Arnulf Baring?

[¶]
Und doch muss man Thilo Sarrazin dafür danken, dass er einen wichtigen Beitrag geleistet hat, um die Phrasen vom »Stammtisch-Geschwätz« und »Stammtisch-Niveau« einmal ihrer ganzen Hohlheit zu überführen. Denn natürlich ist, wie wir hier sehen, dummes Geschwätz mitnichten ein Privileg der Plebs. Im Gegenteil wird der nassforsche Ton in den gesellschaftspolitischen Debatten, von »Diskurs« möchte man hier ja gar nicht reden, längst von den bürgerlichen Rängen vorgegeben, die damit ein offenkundiges ideologisches Vakuum zu füllen suchen. Wenn etwa die Wortführer der sich gerade formierenden neuen Regierungsmehrheit einen konstitutiven Teil ihres Weltbildes, nämlich den schönen Begriff des Leistungsträgers mittlerweile soweit sinnentleert haben, dass sie ihn im pflichtschuldig absolvierten Wahlkampf weitgehend nur noch mit »dem Spitzensteuersatz unterworfen« übersetzten, dann ahnt man, was von Konservativismus und meinethalben auch Wirtschaftsliberalismus übrig geblieben ist. Dieser Radaukonservativismus blickt auf alles herab, was man irgendwo unter sich wähnt, und diese Herablassung zieht sich längst durch die ganze Gesellschaft.

[¶]
Denn was ist nun eigentlich abfälliger: Sarrazins Schwadronieren über »Kopftuchmädchen« oder die ach so gewitzte, ironisch gebrochene Penetrierung des PC-Begriffs vom »Migrationshintergrund«, gern mit gestischen Anführungszeichen gesprochen, höhö, der den Rassismus nun auch für die liberalen und alternativen Kreise offen aussprechbar gemacht hat und das wenigstens ehrlich abfällig gemeinte Wort vom »Kanacken« abgelöst hat.

[¶]
Geht es eigentlich nur mir so, oder hat das Wort »Kopftuchmädchen« nicht eigentlich einen sehr zarten, altmodischen Klang? Man möchte fast eine fein gewirkte Novelle über eine tragische, unmögliche Liebe schreiben, wenn man ihn hört.

[¶]
Und wie definiere ich eigentlich »integrationsunwillig«, »integrationsunfähig«? Fast jeden Morgen treffe ich in der U-Bahn auf Horden von Rotzlöffeln, die zu ihren Schulen marodieren, ohne dass man ihr rüpelhaftes Betragen mit dem Hinweis auf irgendeinen »Migrationshintergrund« erklären könnte. Drei U-Bahn-Stationen reichen dafür nämlich nicht aus. Was ist deren Ausrede? Wer integriert eigentlich die?

[¶]
Und zuguterletzt scheint mir »integrationsunwillig« ein Begriff zu sein, mit dem sich das politische Wirken und Wesen des Thilo Sarrazin in den letzten Jahren sehr schön zusammenfassen lässt. Schien er mir immer für eine Tugend gehalten zu haben.

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An dem Punkt angelangt sein, da fishing for compliments zu keinen messbaren Reaktionen mehr führt, so dass man gezwungen ist, den ganzen Fisch selbst an Land zu werfen.

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baltimore.fi

Als ich mich zu der ― zugegebenermaßen nicht sehr originellen ― These verstieg, Fernsehserien wie »The Wire« seien so etwas wie der 1.500-Seiten-Dostojewskij-Roman unserer Tage (ich hatte das natürlich nur irgendwo aufgeschnappt und hier wiedergekäut), hatte ich erstaunlicherweise vergessen, dass ich ja bereits einmal Aku Louhimies zum Tolstoi unserer Tage ausgerufen habe (und auch das weder als erster noch als letzter). Und tatsächlich lässt sich sein Meisterwerk »Paha maa« in seinem Versuch, die urbanen Abgründe Helsinkis in kubistischer Manier von allen Seiten betrachtend episodisch auszuerzählen, auch als ultrakomprimierter finnischer Bruder (oder von mir aus auch Schwippschwager) von »The Wire« lesen, falls man denn Brüder überhaupt komprimieren kann und sofern das legal wäre. [Tolstoi? Dostojewskij? Wovon redet dieser Mann ?! Vertragen sich seine Medikamente nicht miteinander oder nicht mit dem Whiskey, und warum spricht er plötzlich von sich in der dritten Person? Ein Glas für jede Person, haha!] Wie auch immer, versuchen wir nun die Kurve zu kriegen [und jetzt plötzlich erste Person Plural??], »Paha maa« ist erstaunlicherweise unter dem Titel »Frozen Land« als deutsche Kauf-DVD erhältlich, aber es lohnt sich, den Film im finnischen Original ohne Untertitel zu sehen. Er tut dann nämlich weniger weh. Falls Sie übrigens glauben, der Sinn sei stiften gegangen in diesem Text und Sie könnten's besser, dann machen Sie's doch besser und posten Sie Ihre Sinnstiftung gleich hier in den Kommentaren. Ich geh jetzt nämlich ins Bett.

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Losung für die kommende Woche

»To survive war you must become war« (J. Rambo)

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Nein, NFL heißt nicht National Football League

SAVE THE DATE, MEET THE KUTTER: Nordische Filmtage Lübeck vom 4. bis 8. November.

FRÜHERE NFL-BERICHTERSTATTUNG BEI DICHTHEIT & WAHRUNG:
2008 | 2006/2007 | 2005 | 2004 | 2003

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Normalerweise sollte man sich besser fühlen, wenn der Elektrosmog weg ist. Aber...

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Für einen, der kein Französisch kann (bitte auf Pressekonferenzen keine Fragen auf französisch stellen!), benutze ich »faute de mieux« verflixt oft. Für einen, der kein Italienisch kann (bitte auf Pressekonferenzen keine Fragen auf italienisch stellen!), rufe ich recht häufig aus: »Und wofür? Per un pugno di dollari!«

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Ist die »internationale Ecke« eigentlich noch so ein Echo aus der Möllemann-Ära des deutschen Liberalismus? Fragjanur...

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